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Lenore Hinkel | 13.06.2011 | 1271 Aufrufe | 4 | Artikel

Wer kennt die Bedeutung von "Judaische Lazari" (aus dem Russischen: юдчшки Лазари) im Zusammenhang mit den Verfolgungen/ Repressionen während der Stalinzeit in Russland?

Ich arbeite über sowjetische Kriegsgefangene im Stadtteil Bergen-Enkheim (Frankfurt am Main) und benötige Hilfe bei der Klärung dieses Ausdrucks, auf den ich im Gedicht eines ukrainischen Kriegsgefangenen gestoßen bin. Der Zusammenhang ist wie folgt:

Ich weiß euch allen dort drohen
Gefängnisse, Arbeitslager
Ich weiß euch alle quälten sie dort
diese Judaischen Lazari

Kommentar

von Dr. Lea-Katharina Steller | 08.07.2011 | 01:35 Uhr
Lasar Moissejewitsch Kaganowitsch (Каганович Лазар Мойсейович)

Kommentar

von M.A. Lenore Hinkel | 27.07.2011 | 12:19 Uhr
Liebe Frau Steller,

vielen herzlichen Dank für Ihren Eintrag. Das war genau der Hinweis, den ich gebraucht habe. Es gibt in den Gedichten dieses Kriegsgefangenen noch eine weitere Stelle, über deren Bedeutung ich rätsel.

Одни лиш только Руские
Как бедный Казиирь
Все знают, что дороги нам
Открты лиш в Сибирь

Thematisch geht es um seine Angst nach Ende des Krieges in die Sowjetunion zurückzukehren, da ihm der Vorwurf der Kollaboration mit dem Feind droht. Den Namen Kaziir oder vielleicht soll es auch Kazimir heißen, weiß ich allerdings in diesem Zusammenhang nicht zu interpretieren. Vielleicht haben Sie auch hier einen Tipp für mich?

Mit den besten Grüßen aus Frankfurt
Lenore Hinkel

Kommentar

von Dr. Matthias Vetter | 01.09.2011 | 11:11 Uhr
Höchstwahrscheinlich soll es Казимирь heiße, und es ist Polen gemeint, denn es wird eine Gleichsetzung mit den Russen vorgenommen. Kazimir' ergibt dann ein Reimwort zu Sibir'. Der russische Namen Kazimir wird ohne weiches Zeichen am Ende geschrieben, dass es hier vorkommt, lässt sich auch als Verweis auf die im polnischen weiche Aussprache am Ende (Kazimierz, auch als poln. Königsname bekannt) deuten. Das wäre meine Vermutung - aber so eindeutig ist das leider nicht (wie das andere Beispiel mit Lazari). Matthias Vetter, Frankfurt

Kommentar

von Lenore Hinkel | 06.09.2011 | 16:37 Uhr
Lieber Herr Vetter,

ja das ergibt für mich einen Sinn. Insbesondere da ja auch Teile von Polen der Sowjetunion zugesprochen wurden Herzlichen Dank für ihre Hilfe.

Herzliche Grüße
Lenore Hinkel

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