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Dr. Jörn Retterath | 12.06.2017 | 497 Aufrufe | Vorträge

Weltbildner. Biographische Annäherungen an die (Medien-) Geschichte des Globalismus nach 1945

Vortrag von David Kuchenbuch am Historischen Kolleg München

In seinem aktuellen Forschungsprojekt befasst sich Dr. David Kuchenbuch mit der politischen Semantik der "Einen Welt" in der Bundesrepublik Deutschland und den USA in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Dabei erprobt er einen mediengeschichtlichen Zugang zur Geschichte des Globalismus. Es werden - exemplarisch und mittels einer entschieden kontextualisierenden Herangehensweise - zwei Spezialisten der Medialisierung globaler Interdependenzen untersucht: der deutsche Historiker und Kartograf Arno Peters (1916-2002) und der amerikanische Erfinder und public intellectual R. Buckminster Fuller (1895-1983). Peters und Fuller entwickelten vielverkaufte Weltkarten, weltgeschichtliche Tabellen und Rollenspiele, die das Eingebundensein der Bewohner des globalen "Westens" in translokale, weltumspannende Zusammenhänge verdeutlichten. Auf Basis intensiver Archivrecherchen werden der wissensgeschichtliche Hintergrund dieser Repräsentationen des Weltganzen rekonstruiert und die große Resonanz ausgemessen, die sie in der politischen Kultur beider Länder entwickelten. Denn die Analyse von Hoffnungen, die sich auf die Wirkung von Medien bei der Herausbildung individueller Verantwortungsgefühle für die Erde und die Menschheit richteten, verspricht das historiografische Verständnis von Prozessen der "Subjektivierung" im 20. Jahrhundert zu erweitern.

Videoreihe "Historisches Kolleg München"
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