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Georgios Chatzoudis | 19.02.2010 | 3370 Aufrufe | 4 | Umfragen

Welches Datum eignet sich für den deutschen Nationalfeiertag am Besten?

Die Diskussion kommt alljährlich spätestens dann auf, wenn der 3. Oktober wieder kurz vor der Tür steht. In Deutschland ruht an jenem Tag die Arbeit, der Staat feiert sich in Berlin, und in den Zeitungen wägen Journalisten, Historiker und Politiker das Für und Wider des 3. Oktobers als "Tag der Deutschen Einheit" ab.

Der 3. Oktober - der Tag, an dem 1990 die staatliche Vereinigung von Bundesrepublik und DDR in Kraft trat - hat es auch nach 19 Jahren immer noch schwer, sich als allgemein akzeptierter Erinnerungs- und Gedenktag für die Verwirklichung der deutschen Vereinigung durchzusetzen. Kein Wunder, denn seine Konkurrenten, die immer wieder als bessere Alternativen ins Spiel gebracht werden, sind stark und symbolträchtig:

Der 9. November: Tag des Mauerfalls vor 20 Jahren.

Der 17. Juni: "Tag der Deutschen Einheit" in der Bundesrepublik seit dem Arbeiteraufstand in der DDR von 1953.

Der 20. Juli: Tag des Widerstandes in Erinnerung an das vom Kreis um Stauffenberg organisierte Bombenattentat auf Adolf Hilter.

Was meinen Sie? Welcher Tag eignet sich am besten als deutscher Nationalfeiertag?

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Abstimmung


Ergebnisliste

Stimmen
20. Juli 10 (7%)
3. Oktober 30 (20%)
17. Juni 15 (10%)
9. November 93 (63%)
148

Kommentar

von Dr. Susanne Froehlich (geb. Pilhofer) | 19.02.2010 | 10:17 Uhr
Der neunte November ist ja nicht nur der Tag des Mauerfalls: 1918 rief Philipp Scheidemann die deutsche Republik aus (und Karl Liebknecht die Räterepublik), am neunten November 1923 wurde der Hitler-Ludendorff-Putsch niedergeschlagen, 1938 wurde an diesem Datum die Reichspogromnacht inszeniert ... Als Nationalfeiertag wäre der neunte November geeignet, an verschiedene Aspekte der deutschen Geschichte zu erinnern.

Kommentar

von Rainer Escher | 24.02.2010 | 09:30 Uhr
Ich wüsste zwar im Moment keine Alternative.
Aber einen deutscher Nationalfeiertag nur an der Trennung bzw. Aufhebung der Trennung der ehemaligen beiden deutschen Staaten aufzuhängen halte ich auf lange Sicht nicht besonders gut.

Kommentar

von Ulrich Ch. blortz | 24.02.2010 | 14:09 Uhr
Ich kann Frau Froehlich nur zustimmen. Der 9.11. ist durch Scheidemann Geburtsstunde der Republik - immer noch unsere Staatsform - geworden, ein freudiger Moment der deutschen Geschichte wie der Mauerfall. Daneben steht er für finstere und finsterste Begebenheiten. Zusammen machen sie "die" deutsche Geschichte der Neuzeit aus - viel mehr als das künstliche Datum des 3.10.
(Außerdem hätten wir so im tristen November wieder einen Feiertag anstelle des Buß- und Bettages ;-)).

Kommentar

von M.A. Jens Christian Schneider | 25.02.2010 | 17:24 Uhr
Ich habe über dieses Thema schon mit vielen Menschen diskutiert und absolut niemand konnte sich mit dem 3.10. anfreunden. Der Sedantag scheidet logischerweise aus, ebenso der 11. August (Unterzeichnung der Weimarer Verfassung durch Ebert), da die Weimarer Republik nicht als Vorbild gelten kann. Wer also hat festgelegt, dass es der 9.11. nicht sein kann? Und wer sagt, dass sich dies nicht ändern lässt? Ich kann meinen Vorrednern nur Recht geben: Der 9.11. verkörpert Licht und Schatten, dient als Mahnung statt als Selbstbeweihräucherung. Wir feiern also, angesichts einer so langen deutschen Geschichte, "nur" das Ende eines gerade einmal vierzig Jahre existenten Konstrukts? Sehr kurz gegriffen, wie ich finde.

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