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Dr. Karla Neschke | 10.03.2011 | 651 Aufrufe | Veranstaltungen

Wege der Migration. Europas große Herausforderung

13.04.2011 | Berlin, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Akademiegebäude am Gendarmenmarkt

Es diskutieren der Mediävist und Migrationsforschung Prof. Dr. Michael Borgolte, der Experte für Neuere Geschichte Prof. Dr. Andreas Gestrich, Direktor des Deutschen Historischen Instituts in London, Prof. Dr. Peter Haslinger, Direktor des Herder-Instituts (ein Leibniz-Institut), der Theologe und Religionswissen-schaftler Prof. Dr. Volkhard Krech vom Centrum für Religionswissenschaftliche Studien an der Universität Bochum.

„Migration gehört zur Conditio humana wie Geburt, Vermehrung, Krankheit und Tod; denn der Homo sapiens hat sich als Homo migrans über die Welt ausgebreitet“, schreibt Klaus J. Bade, einer der führenden Migrationsforscher in Deutschland.
Migration ist dennoch für jede Generation eine große Herausforderung. Und sie ist im Europa des 20. und 21. Jahrhunderts ein zentrales Sorgenthema geworden. Viele Menschen fühlen sich heute mit einer historischen Ausnahmesituation konfrontiert. Ein historischer Rückblick zeigt jedoch, dass dieses Phänomen seit jeher ein zentrales Element der europäischen Kulturgeschichte war. Auch in Deutschland ist Migration kein Phänomen unserer Zeit. Der Einwanderung von französischen Hugenotten nach Preußen im 17. Jahrhundert und der von Polen im 19. Jahrhundert ins Ruhrgebiet standen jeweils große Auswanderungswellen von Deutschen auf den Balkan und nach Nordamerika gegenüber.
Öffentlich wird heute nach wie vor die Frage diskutiert, ob Deutschland ein Einwanderungsland ist. Derzeit leben in Deutschland nach amtlichen Angaben knapp 6,7 Millionen Angehörige anderer Staaten, die ihren Lebensmittelpunkt dauerhaft nach Deutschland verlagert haben. Die späte Anerkennung dieser Wirklichkeit hat Integration in Deutschland jahrzehntelang erschwert und die positive Wirkung von Einwanderung beeinträchtigt. Migration ist verbunden mit dem stetigen Aushandeln von Formen des Zusammenlebens unter sich wandelnden Bedingungen. Die neuen Bürger bringen Veränderungen in die deutsche Gesellschaft, wie neue Religionen und Bräuche. Für den Bundespräsidenten Christian Wulff beispielsweise gehört der Islam bereits zu Deutschland.
Der Erfolg der Migration ist sehr unterschiedlich. Wie sahen Migrationsprozesse in der Vergangenheit aus? Gibt es historische Vorbilder für gelungene Prozesse dieser Art? Wann kann man von erfolgreicher Migration sprechen? Welche Hindernisse und Probleme sind mit Migration verbunden? Welche sozialen Folgen bringt die Migration mit sich? Kann kulturelle und ethnische Vielfalt eine Chance sein?
Zu einer Diskussion dieser und weiterer Fragen laden wir Sie herzlich ein!
Im Anschluss laden wir Sie herzlich zu einem Umtrunk ein. Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung bei Dr. Karla Neschke unter neschke@leibniz-gemeinschaft.de bis zum 07.04.2011 wird gebeten.

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