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Georgios Chatzoudis | 09.09.2019 | 1234 Aufrufe | 3 | Interviews |
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Wohin mit diesem Europa?

Zu Gast bei L.I.S.A. mit Ulrike Guérot

Die Europawahl Ende Mai 2019 war mit hohen Erwartungen verbunden: Die Demokratie in Europa sollte einen kräftigen Schub erhalten - entsprechend groß waren die Anstrengungen von Politik, Medien und Bürgerinitiativen, die Europäerinnen und Europäer zur Wahl zu bewegen. Der Anstieg bei der Wahlbeteiligung um gut acht Prozentpunkte auf etwas mehr als fünfzig Prozent wurde als Indiz für die Hinwendung zu Europa gewertet. Doch schon sehr bald folgte die Ernüchterung, als im Zuge der Bestellung des neuen Kommissionspräsidenten das Europaparlament letztlich zu keiner mehrheitlichen Entscheidung finden konnte und sich am Ende die führenden Nationalstaaten untereinander und hinter verschlossenen Türen auf eine neue Präsidentin einigten. Die Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Ulrike Guérot, die sich wie kaum jemand anders in der Wissenschaft Europa verschrieben hat, kritisierte diese Art der Entscheidungsfindung. Sie wünscht sich überhaupt ein anderes Europa als das, was wir derzeit haben und tritt öffentlich und in ihren vielen Büchern für die Verwirklichung der Utopie "Republik Europa" ein. Warum sie trotz aller Rückschläge für die Demokratie in Europa noch an dieses Europa glaubt und wie es zu einer Republik werden könnte, das haben wir sie in unserer neuen Ausgabe von Zu Gast bei L.I.S.A. gefragt.

Auswahl der Videokapitel

00:14 Begrüßung
01:30 Warum in Europa noch wählen?
09:54 Warum wehrt sich das Europaparlament nicht?
17:42 Wer ist der Souverän in Europa?
26:07 Sind die Eliten an Demokratie interessiert?
39:58 Wie steht es um die innereuropäische Solidarität?
49:07 Leben wir in ideologiefreien Zeiten?
59:04 Woher nehmen Sie mit Blick auf Europa Ihren Optimismus?
70:20 Wer ist das handelnde Subjekt in Ihrer Europa-Utopie?
81:33 Mögen Sie den Ihnen zugeschriebenen Spitznamen Jeanne d'Europe?
83:15 Verabschiedung

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Zu Gast bei L.I.S.A.
13.04.2015

Kommentar

von Steffen Eitner | 09.09.2019 | 17:55 Uhr
Ein geeintes Europa kann auf Dauer nicht ohne Bürger mit europäischem Bewußtsein funktionieren. Aber dazu brauchen wir eine gerechte Verständigung mit einer neutralen Sprache. Esperanto steht seit langem dazu bereit und mit dieser Frage haben sich Esperanto-Freunde schon lange beschäftigt. Und alle anderen haben keinen praktikablen Gegenvorschlag machen können. Ich kann nur alle Proeuropäer bitten, den Ansatz von Europa-Demokratie-Esperanto zu unterstützen. Informieren Sie sich bitte und vergessen Sie für eine kleine Zeit ihre Vorurteile. Vielen Dank!
http://de.e-d-e.eu
http://fr.e-d-e.eu
http://e-d-e.eu
http://de.e-d-e.eu/geschichte/e-d-e-vorlaeufer

Kommentar

von Wilhelm Wolff | 11.09.2019 | 22:06 Uhr
Ich möchte mal darauf hinweisen, dass der bei ca. 3:20 erwähnte David Engels nicht "von rechts vereinnahmt wird", sondern schlicht rechts ist: Unterschrift der "Erklärung 2018", Veröffentlichungen in einschlägigen rechten Medien (Cato, Weltwoche, Tagespost etc.), Vortrag auf Einladung der AfD, Förderung durch die polnische Regierung, Mitbegründung einer Oswald-Spengler-Gesellschaft usw.
Den Vortrag bei der AfD im Bundestag gibt es hier nachzulesen: https://www.theeuropean.de/david-engels/15947-untergang-des-abendlandes und der beseitigt doch meines Erachtens alle Zweifel daran, wie dieser Mensch politisch einzustufen ist. Eine oberflächliche Internetrecherche lässt mich übrigens vermuten, dass es sich mit den anderen Leuten, die zu dem erwähnten Buch "Renovatio Europae" beigetragen haben, nicht anders verhält.

Kommentar

von M. Ulrich | 12.09.2019 | 07:50 Uhr
Sehr geehrter Herr Wolff, es mag sein, dass es stimmt, was sie sagen, aber das reicht schlichtweg nicht. Es funktioniert immer weniger Diskussionen aus dem Weg zu gehen, nur weil sie dem linksalternativen Mainstream nicht genügen. Miriam Lau hat hier einen guten Artikel verfasst:

https://www.zeit.de/2019/35/cdu-neue-rechte-afd-werteunion-konservatismus


Fakt ist, dass die linken Parteien immer mehr verlieren: die Linke hatte noch 5,5% bei den Europawahlen und hat in Ostdeutschland ein Desaster erlebt. Warum? Weil sie meint Wagenknecht wegmobben zu müssen und sich dadurch zu einer komplett sektiererischen Westpartei zu machen. Bis 1989 hatten Linksaußenparteien westlicher Prägung 0,1%. Da ist die Linke auf gutem Weg. Zumindest die 5%-Hürde dürfte schon bald ein Problem werden, wenn die alten Genossen das Zeitliche gesegnet haben.

Über die SPD braucht man momentan kaum zu reden und die Grünen werden auch wieder 15% zurückgehen, wenn der Klimahype von der anstehenden Rezession geschluckt ist.

Mit anderen Worten: Es geht abwärts für das linke Spektrum. Warum? Die Antwort liegt unter anderm in der arroganten "Haltung" gegenüber anderen Meinungen, die sie ausdrücken. Demokratie heißt eben nicht, dass alle nur einen bestimmten Meinungskorridor, den linksliberal bestimmt, betreten dürfen.

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