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Georgios Chatzoudis | 25.04.2018 | 910 Aufrufe | Vorträge

Sybille Krämer | Der 'Stachel des Digitalen' - Anreiz zur Selbstreflexion in den Geisteswissenschaften? Ein philosophischer Kommentar zu den Digital Humanities

Eröffnungskeynote der Jahrestagung DHd2018 | Kritik der digitalen Vernunft

Geht es um eine Kritik an der digitalen Vernunft? Oder kann die ‚digitale Vernunft‘ ihrerseits eine kritische Perspektive eröffnen, insofern ‚der Stachel‘ ihrer Praktiken das Selbstverständnis von Geisteswissenschaften herausfordert? Die leitende Idee ist, dass ein Nachdenken über die ‚strukturentdeckenden‘, über ‚datengetriebene‘ algorithmische Forschungsverfahren der Digital Humanities die Geistes- und Kulturwissenschaften anregen kann (oder anregen sollte) zu einer Metareflexion, durch welche auch die Verfahrensweisen ‚herkömmlicher‘ geistes- und kulturwissenschaftlicher Forschungsarbeit neu beleuchtet werden. Der dabei eingenommene methodische Gesichtspunkt ist ein praxeologischer: Was eine Wissenschaft ist, zeigt sich im Insgesamt ihres Forschungs-, Lehr- und Vermittlungshandelns.

Alle Geistes- und Kulturwissenschaften zielen darauf, etwas, das Texten, Bildern, Artefakten implizit ist, explizit zu machen – ob nun durch traditionelle Interpretation oder algorithmische Datenanalyse. Doch bereits diese Unterscheidung von ‚Interpretation‘ und ‚Datenanalyse‘ hinkt, denn es gibt weder rohe Daten noch material- und texturunabhängige Interpretationen. Doch wenn das so ist: Warum sollte eine maschinelle - im Idealfall statistisch-empirische - Auswertung großer Datenbestände die herkömmlichen geisteswissenschaftlichen Verfahrensweisen in neuem Licht erscheinen lassen?

00:12 Eröffnung durch Prof. Dr. Andreas Speer

15:09 Begrüßung durch Prof. Dr. Bettina Rockenbach

25:24 Begrüßung durch Prof. Dr. Georg Vogeler

32:10 Begrüßung durch Prof. Dr. Claudine Moulin

40:45 Vorstellung von Prof. Dr. Sybille Krämer durch Prof. Dr. Andreas Speer

43:49 Eröffnungskeynote von Prof. Dr. Sybille Krämer

Videoreihe "Jahrestagung DHd2018"
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Konferenz

Die Digital Humanities werden häufig als digital transformierte Bearbeitung von Fragestellungen aus den verschiedenen beteiligten Fächern beschrieben. Daneben entsteht der Eindruck, dass die DH in weiten Teilen eine daten-, algorithmen- und werkzeuggetriebene Wissenschaft sei, die von ihren unmittelbaren Möglichkeiten und ihren Praktiken dominiert sei. Wie lässt sich dies aber mit dem kritischen Anspruch der Geisteswissenschaften vereinbaren? Gibt es im Umgang mit digitalen Medien, in der Modellierung, Operationalisierung und Formalisierung der Arbeit mit Computern implizite, stillschweigend akzeptierte Agenden, die einer Reflexion durch einen „Intellectual Criticism“ bedürfen?

Die Tagung soll den Fokus auf die kritische Dimension digitaler Forschung richten und damit Denkanstöße zu Theoriebildung und Epistemologie der digitalen Forschung geben. In diesem Rahmen sollen auch gesellschaftliche, soziale und politische Dimensionen der in allen Bereichen wirksamen Digitalisierungsprozesse unter so heterogenen Begriffen wie Interaktionsformen, Partizipation, Bildung, Digital Literacy sowie Auswirkungen und Rückwirkungen der Digitalität auf Wissenschaft und Gesellschaft diskutiert werden.

Im Rahmen der Tagung sollen daher unter anderem folgende Fragen verfolgt werden:

– Kritik der Digitalisierung – Formate, Standards und Praktiken
– Kritik digitaler Angebote, Projekte und Werkzeuge
– Kritik der digitalen Methoden
– Kritik der digitalen Geisteswissenschaften (traditionelle Fächer und DH)
– Kritik der digitalen Wissenschaftstheorie
– Kritik der digitalen Gesellschaft

Darüber hinaus sind Vorträge zu allgemeinen Themen aus dem Bereich der DH sowie die Diskussion von positiven und negativen, eigenen und fremden Projektergebnissen willkommen.

Die DHd Konferenz 2018 "Kritik der digitalen Vernunft wurde unter anderen von der Gerda Henkel Stiftung gefördert-

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