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Georgios Chatzoudis | 16.03.2017 | 1319 Aufrufe | Interviews

"Sport als Faktor nationalsozialistischer Herrschaftspraxis"

Interview mit Ralf Schäfer über den Stand der Forschung zu Sport im Nationalsozialismus

Die nationalsozialistische Führung förderte den Sport in einem besonderen Maße. In ihm sah sie neben einem Instrumentarium zur körperlichen Ertüchtigung der Deutschen vor allem einen Schlüssel zur Inszenierung der sogenannten Volksgemeinschaft. Dabei kam es insbesondere darauf an, das Heer der Werktätigen zu aktivieren, die in der Regel angehalten waren, sich an betriebssportlichen Aktivitäten zu beteiligen, die auch bis in die Freizeit hinein reichen konnten. Bis heute bildet der Aspekt von "Arbeit und Freizeit" in der Erforschung der NS-Sportgeschichte eine Lücke. Die Historiker Prof. Dr. Frank Becker und Dr. Ralf Schäfer haben nun in der Reihe Beiträge zur Geschichte des Nationalsozialismus einen neuen Band herausgegeben, der sich diesem Aspekt widmet. In einer neuen Serie veröffentlichen wir in den kommenden Wochen Interviews mit Autorinnen und Autoren des Sammelbandes. Den Auftakt macht unser Interview mit dem Herausgeber Dr. Ralf Schäfer.

"In der Geschichtswissenschaft wurde die Sporthistoriografie lange kaum beachtet"

L.I.S.A.: Herr Dr. Schäfer, in der Zeitschrift Beiträge zur Geschichte des Nationalsozialismus haben Sie gemeinsam mit Prof. Dr. Frank Becker einen neuen Band zum Thema Sport und Nationalsozialismus herausgegeben. Es ist nicht der erste Sammelband zur Sportgeschichte des Nationalsozialismus, und wie Sie selbst in der Einleitung formulieren, ist kaum eine Phase des deutschen Sports so gut erforscht wie die während des NS-Regimes. Ist so gesehen dazu nicht schon längst alles erforscht, geschrieben und gesagt?     

Dr. Schäfer: Nein, das denke ich nicht. In der Einleitung heißt es, nur bei flüchtiger Betrachtung scheint dieser Abschnitt der Sportgeschichte gut erforscht. Zwar begann die in der Sportwissenschaft verankerte Sporthistoriografie bereits in den 1970er Jahren mit der Untersuchung der NS-Vergangenheit, wobei sie sich auf den Vereins- und Leistungssport in den gleichgeschalteten Verbänden des Deutschen, ab 1938 Nationalsozialistischen Reichsbundes für Leibesübungen (DRL/NSRL) konzentrierte. Daneben liegt eine kaum überschaubare Menge kleiner Beiträge, Aufsätze, Miszellen und Zeitungsartikel zu diversen Aspekten des NS-Sports vor; der hierzulande beliebte Fußball steht im Fokus forcierten Interesses. Doch mangelt es in der Sportwissenschaft an modernen Monographien, Verbandsgeschichten und Biographien von Sportfunktionären und -wissenschaftlern, deren Karrieren oft über den Zusammenbruch des NS-Regimes hinaus reichten. Immerhin belegt die Vielfalt kleiner, auch journalistischer Beiträge das ungebrochene und breite öffentliche Interesse an der Geschichte des Sports im Nationalsozialismus[1] – umso erstaunlicher sind die Lücken in der sportwissenschaftlichen Beschäftigung mit der NS-Vergangenheit von Sport und Sportwissenschaft.

In der Geschichtswissenschaft dagegen wurde die Sporthistoriografie bis in die 1990er Jahre kaum beachtet, journalistische Beiträge zur Sportgeschichte gar nicht. In Darstellungen der NS-Geschichte kam Sport kaum vor. Allenfalls wurden die Olympischen Spiele von Berlin 1936 erwähnt und in Übereinstimmung mit der internationalen Forschung und Zeitzeugen aus aller Welt als Herrschaftsrepräsentation und Propagandaveranstaltung des NS-Regimes, als „schöner Schein des Dritten Reichs“ verstanden.[2] Doch existieren weitere Bezüge zwischen der Sport- und der Herrschafts-, Gesellschafts- und Kulturgeschichte des Nationalsozialismus. Sport (und Sportwissenschaft) dienten der regimegetreuen Gestaltung von Arbeit und Freizeit, Wehrertüchtigung und Kriegführung, Eugenik und Rassehygiene, der Inszenierung von Volksgemeinschaft und Geschlechterordnung, Körperkonzepten und Ästhetik. Die Masseninszenierungen des NS-Regimes bis hin zu den Reichsparteitagen bedienten sich sportlicher Darbietungen; Sportveranstaltungen boten Gelegenheit zur Repräsentation von Herrschaft nach außen und innen. Sport lieferte Symbole und Metaphern, mit denen sich Aspekte der nationalsozialistischen Weltanschauung leicht verständlich versinnbildlichen ließen. Über Sport konnte das Regime Freizeitgestaltung normieren und kontrollieren. Auch deshalb setzte es in der schulischen und außerschulischen Erziehung bewusst auf Sport. Nicht zuletzt schien vermehrte Sportausübung die Ausbildung des „neuen Menschentyps“, wie er nach 1933 gefordert wurde, zu begünstigen, förderte Sport neben Gesundheit, Kraft und Ausdauer doch auch psychische Qualitäten wie Leistungswillen, Entschlussfreudigkeit und Durchsetzungsfähigkeit. Die positiven sportlichen Körperbilder des Nationalsozialismus verweisen zudem auf seinen Rassismus: Gesunde, „arische“ Körper kontrastierten mit propagandistisch verzerrten Körperbildern unerwünschter, angeblich kranker oder „rassisch minderwertiger“ Menschen. Selbst scheinbar harmlose Darstellungen sportlicher Körper stehen im Kontext dieser NS-Propaganda. Der Sport im NS-Regime muss daher in sozialer, kultureller und politischer Perspektive als Faktor nationalsozialistischer Herrschaftspraxis, seines Gesellschaftsmodells und seiner kulturellen Konzepte analysiert werden.

Dabei war die NS-Sportpolitik nicht in jeder Hinsicht neu. Schon die bürgerlichen Verbände im Kaiserreich hatten sich an der Schaffung des halbstaatlichen antisozialdemokratischen und militärpropädeutischen Jungdeutschlandbunds beteiligt. So scheint konsequent, dass sie 1933 die organisatorische Grundlage des NSRL lieferten, auch, dass die Jugendabteilungen der Vereine mit ihren Betreuern 1936 in die NS-Staatsjugend eingegliedert wurden. Obwohl die hier angedeuteten Transformationsprozesse des Sports bei seiner Einpassung in das NS-Regime mit einem hohen Maß an organisatorischer und personeller Kontinuität geschahen, sind sie weder auf organisationsgeschichtlicher noch auf biographischer Ebene ausreichend untersucht. Das gilt auch für die Umformung von Sport und Sportwissenschaft für die Gesellschaften der Bundesrepublik und der DDR nach 1945. Hier zeigt sich eine weitere Dimension der deutschen (Sport-) Geschichte: das Kontinuitätsproblem. Diese unvollständige Skizze möglicher Perspektiven zeigt, dass mit der Sportgeschichte ein weites Feld seiner Erschließung durch die historische Forschung noch harrt.

"Millionen Deutsche trieben ihren Sport in einer genuinen NS-Organisation"

L.I.S.A.: Auf welche Forschungslücken konzentriert sich der Sammelband besonders? Welche neuen historischen Fragestellungen kommen dabei zur Geltung?

Dr. Schäfer: Es geht uns um die Transformationsprozesse des Sports im Nationalsozialismus und um seine Relevanz für das NS-Regime. Der erste Themenschwerpunkt ist der in der Forschung bisher vernachlässigte Breitensport und seine Bedeutung für die nationalsozialistische Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik, deren Organisation und Kontrolle die Deutsche Arbeitsfront (DAF) an sich zog. Diese bei weitem größte NS-Massenorganisation erfasste den Breitensport in ihrer Unterorganisation „Kraft durch Freude“ (KdF). Nun trieben Millionen Deutscher ihren Sport in einer genuinen NS-Organisation, die als Instrument der Sozialpolitik ein positives Ansehen genoss und sich bewusst von dem im NSRL umgestalteten Sportvereinswesen abgrenzte. Diese Variante des NS-Sports analysiert Rüdiger Hachtmann im Kontext der Organisationsgeschichte der DAF; dabei widmet er dem Zusammenhang von Sport und Arbeit besondere Aufmerksamkeit. Mit dem gleichfalls von KdF kontrollierten Betriebssport untersucht Jan Kleinmanns einen weiteren Aspekt nationalsozialistischer „Gesundheitsführung“. Julia Timpe prüft die Behauptung, KdF-Sportgruppen hätten als Refugien der Regimeferne oder Nischen für oppositionelle Arbeitersportler fungiert, und entlarvt diese Behauptungen als nachträgliche Rechtfertigungsstrategie.

Der zweite Schwerpunkt liegt auf der Analyse der Bedeutung des Sports für die Elitenbildung des Regimes. Nele Fahnenbruck nähert sich der Frage von gesellschaftsgeschichtlicher Warte, indem sie das Netzwerk des Hamburger Pferdesports im NS-Regime untersucht. Sie widerlegt das apologetische Klischee, wer bei der SS „nur“ Sport getrieben habe, könne mit deren Gewaltexzessen nichts zu tun gehabt haben. Ihre Untersuchung zeigt, dass die Regimenähe des Hamburger Reitermilieus nicht nur aus der militärischen Relevanz des Pferdesports, sondern auch aus der Sozialstruktur der von bürgerlichen Eliten dominierten Vereine resultiert, die sich bei ihrer Einpassung in das Regime eher an der elitären SS als an der sozial weniger prestigeträchtigen SA orientierten. So konnte eine Karriere in der Reiter-SS, die trotz ihrer Einsätze in Partisanenkrieg und Holocaust anders als die übrige SS vom Verdikt der „verbrecherischen Organisation“ verschont blieb, auch nach dem Krieg noch förderlich für das eigene Fortkommen wirken – hier wird das Kontinuitätsproblem berührt.[3] Einen bildungsgeschichtlichen Aspekt bei der versuchten Schaffung einer NS-Elite nimmt Helen Roche in den Blick. Sie analysiert Programmatik und Praxis der Sportausübung an den „Nationalpolitischen Erziehungsanstalten“ (Napola) und fragt nach Wirksamkeit und Erfolg dieser Variante der NS-Sporterziehung. Dabei zeigt sich, dass diese ein wirksamer Faktor der Elitenbildung im NS-Regime war, der – betrachtet man die Napola-Absolventen – auf individueller Ebene auch nach 1945 weiterwirkte.

Drittens werden auch der Vereinssport und die Probleme der politischen Selbstausrichtung der bürgerlichen Vereine und Verbände nicht ausgelassen. Marcus Coesfeld behandelt mit Jiu-Jitsu eine bisher kaum beachtete Sportart, deren Aneignung auch Fragen zu den deutsch-japanischen Kulturbeziehungen aufwirft. Die schnelle Anpassung der Deutschen Turnerschaft an die NS-Machthaber beleuchtet Helena Gand, indem sie die programmatische Ausrichtung und die Formen der Massenkommunikation beim Stuttgarter Turnfest 1933 untersucht. Agnes Meisinger analysiert wirtschaftliche Erwägungen beim Ausschluss oder Nicht-Ausschluss von Juden aus dem Vereinssport am Beispiel des bis 1938 in Österreich führenden „Wiener Eislauf-Vereins“. Die judenfeindlichen Maßnahmen stehen im Kontext der nationalsozialistischen Umformung Österreichs nach dem „Anschluss“, die nicht nur den österreichischen Eissport dramatisch veränderte, sondern auch über den Untergang des NS-Regimes hinauswirkte, wie nicht zuletzt ihre späte Erforschung zeigt.

"Kernproblem ist die Rolle des bürgerlichen Sports und seiner Funktionäre"

L.I.S.A.: In der Einleitung des Bandes bezeichnen Sie die deutsche Sportgeschichtsschreibung des Nationalsozialismus als querelles allemandes. Diese Feststellung ist nicht neu – die Grabenkämpfe vor allem zwischen Sportgeschichte und Sportwissenschaft sind bekannt und haben wir in anderen L.I.S.A.Interviews bereits thematisiert. Hat sich an dieser konfrontativen Stellung in der Zwischenzeit nichts geändert?

Dr. Schäfer: Ich fürchte, das Tauwetter lässt auf sich warten. Um Brücken zu bauen, auch, um die deutsche Sporthistoriografie thematisch zu erweitern und inhaltlich zu vertiefen, luden Frank Becker und ich schon zweimal zur Mitwirkung an Sammelbänden, zu denen Angehörige verschiedener Disziplinen interessante Aufsätze beitrugen.[4] Für die Gelegenheit zu diesem Band bedanken wir uns bei den Herausgebern der Beiträge zur Geschichte des Nationalsozialismus, die uns die weitere Intensivierung unseres Dialogs mit der allgemeinhistorischen Forschung zum Nationalsozialismus ermöglicht haben. Leider ist aber dennoch zu konstatieren, dass auf dem Forschungsfeld des Sports im NS-Regime noch immer giftige Polemik und verschwiegene Ausgrenzung einen offenen und inklusiven Diskurs behindern, wenn nicht gar verhindern. Den Differenzen liegen unterschiedliche Auffassungen der Geschichte des Nationalsozialismus zugrunde. Kernproblem ist die Rolle des bürgerlichen Sports und seiner Funktionäre, die stellvertretend die bürgerlichen Funktionseliten im NS-Regime insgesamt stehen.

Dabei ist die Kategorie „bürgerlich“ eine Selbstbezeichnung der historischen Protagonisten: Vor 1933 gab es neben den sich selbst so benennenden Verbänden im Deutschen Reichsbund für Leibesübungen jüdische, konfessionelle und Arbeitersportverbände. Während das Regime sie auflöste, bildete der DRAfL, zunächst zum DRL, später zum NSRL umgestaltet, das organisatorische und personelle Rückgrat des NS-Einheitssportverbands. Zudem versahen viele Funktionäre des bürgerlichen Sports Aufgaben im Sport der HJ und im KdF-Sport. Dass viele dieser Funktionäre nach 1945 ihre Karrieren fortsetzten, verhinderte in der Bundesrepublik lange eine unvoreingenommene Analyse des NS-Sports. Zugleich – das versteifte die apologetische Tendenz – machte die NS-Vergangenheit mancher Funktionäre den Sport der Bundesrepublik zum Ziel von politischen Attacken aus der DDR. Die Wendung querelles allemandes spielt auf diese (sport-)politische Konkurrenz im Kalten Krieg an, die auf beiden Seiten die Analyse des NS-Sports bestimmte.

Die Querelen duplizierten sich in der Bundesrepublik der 1970er Jahre, als die Schule der Sozial- und Zeitgeschichte des Sports begann, die Blockade in der Analyse des NS-Sports zu überwinden. Die etablierte Sportwissenschaft sträubte sich, teils auf Basis personeller Kontinuitäten und persönlicher Loyalitäten, teils aus Verkennung oder Verleugnung der Relevanz des Sports für das NS-Regime, wohl auch, um die Verteidigung gegen Angriffe aus der DDR aufrecht zu halten. Die Sportwissenschaft erlebte nun ähnliche Konflikte wie die Gesellschaft, die im Jahrzehnt zuvor in Auseinandersetzung mit den „Achtundsechzigern“ ihr Geschichtsbild modernisiert hatte, woraus eine fruchtbare Debatte über die historische Rolle des Bürgertums entsprang. In der Sportwissenschaft aber wurden kritische Sichtweisen des NS-Sports weiter als ideologisch motiviert und „links“ abgetan. Da sich in der Folge die kritische Neubewertung nicht durchsetzen ließ, petrifizierten die Konflikte.

Die Lage verbesserte sich nicht, als die Geschichtswissenschaft das Thema entdeckte. Christiane Eisenberg und Nils Havemann wandten sich polemisch gegen die ideologiekritische Sozial- und Zeitgeschichte des Sports und postulierten eine prinzipielle Distanz von Sport und Politik im Nationalsozialismus. Während Eisenberg in Analogie zur Vorstellung einer Autonomie der Kunst von einer sportlichen „Eigenwelt“ sprach, stellte Havemann den DFB-Vorläufer als unpolitische und politikferne Massenorganisation vor, die lediglich an nationalsozialistischer Sportförderung interessiert war – genau wegen dieser egoistischen Selbstbezogenheit habe der Sport trotz Anpassung und Unterwerfung seine „Eigenwelt“ bewahrt.[5] Das kann freilich nur unterstellt werden, wenn man vom Ausschluss der Juden, der Zerschlagung missliebiger Organisationen und der Selbstgleichschaltung der bürgerlichen Verbände, den politischen und militärischen Sinnzuweisungen an den Sport, allen personellen und organisatorischen Verflechtungen mit NS-Organisationen und der Aufsicht durch das Regime absieht. Die Regimetreue vieler Funktionäre erklärt Havemann schlicht mit einer „conditio humana“ – der Mensch sei opportunistisch und geldgierig, und das zu allen Zeiten. Der Ball ist rund, der Mensch ist schlecht, so könnte man dieses Ergebnis frei nach Christian Morgenstern zusammenfassen. Seine Thesen zum „Fußball unterm Hakenkreuz“ extrapoliert Havemann auf den gesamten NS-Sport, ohne dass er je über andere Sportarten oder -verbände geforscht hätte. In verspätetem Gefecht gegen die Achtundsechziger unterstellt er allen Vertretern kritischer Gegenpositionen politische Motive; antibürgerlich seien sie oder Anhänger veralteter Schlagworte. Mit den judenfeindlichen, wehrpolitischen und nationalistischen Einflüssen im bürgerlichen Sport unterschätzt Havemann zugleich die Komplexität, in der sich Ereignis-, Forschungs- und Rezeptionsgeschichte des NS-Sports verschränken. Diese komplexen Bestimmungsfaktoren der deutschen Sportgeschichte harren nach wie vor einer umfassenden Analyse.

"Einpassung des olympischen Fests in den nationalsozialistischen Referenzrahmen"

L.I.S.A.: In einem eigenen Beitrag zu dem Band beschäftigen Sie sich mit den Olympischen Spielen von 1936 in Berlin. Worum geht es Ihnen dabei genau?

Dr. Schäfer: Der Beitrag rangiert in der Rubrik „Fundstück“, hier soll eine Quelle vorgestellt werden. Ich kommentiere eine Rede, die Reichserziehungsminister Bernhard Rust (1883–1945) am Vorabend der Eröffnung vor dem IOC hielt, da sie eine Interpretation der olympischen Feier aus Sicht des Regimes bietet. Diese offizielle Position steht im Widerspruch zur überraschend positiven Rezeption der Berliner Spiele in Deutschland, die aus der bereits erwähnten Verschränkung von Ereignis- und Forschungsgeschichte resultiert. Obwohl schon die zeitgenössische internationale Öffentlichkeit am Propagandacharakter der Berliner Spiele Anstoß genommen hatte, gab es in Deutschland, aber auch aus dem IOC heraus nach 1945 trotzdem einflussreiche Versuche zu ihrer Rehabilitation.

Carl Diem, der Organisator der Spiele, schuf als Olympiafunktionär und Sportwissenschaftler nach 1945 die apologetische Meistererzählung, indem er die NS-Sportführung als „oberstes Pagodendach“ schilderte, „unter dem der deutsche Sport in den unteren Stockwerken ziemlich unverändert fortgelebt hatte, gewissermaßen vor dem Regen geschützt“, den Vereinssport als „Oase im Knechtsdasein“, „wo man die Ketten nicht ganz so hart spürt als sonst“, und die NS-Sportpresse als „bescheidene Oase, wo in gewissem Umfang noch Kritik gestattet war“.[6] Die Berliner Spiele deklarierte er zur „Insel der Rassengleichberechtigung“ und „Oase der Freiheit“ um.[7] 1959 erklärte sie IOC-Präsident Avery Brundage (1887-1975), Antisemit, NS-Sympathisant und Gegner der Boykottbewegung gegen die Spiele, zum „großen Sieg der Olympischen Idee“.[8] Bis heute existiert eine populäre Sichtweise, die auch von den olympischen Institutionen bevorzugt wird: Die Siege des afroamerikanischen US-Athleten Jesse Owens (1913–1980) hätten den Rassewahn des Regimes widerlegt; daher seien die Berliner Spiele keine Hitler-, sondern „Owensspiele“ gewesen. Christiane Eisenberg griff dieses Deutungsmuster mit ihrer These vom „Eigenweltcharakter“ des Sports auf, der im NS-Regime ins „politische Abseits“ geraten sei, wo er „innerhalb des nationalsozialistischen Herrschaftssystems zu einer Enklave der Normalität, in mancher Hinsicht sogar zu einer Gegenwelt“ avanciert sei. Die Berliner Spiele stellt sie „weniger als nationalsozialistische Propagandaveranstaltung denn als eine Auszeit des Regimes“ dar.[9]

Diese Apologien wurden mit Hinweis auf die angeblich strenge Beachtung des Olympischen Protokolls durch die Machthaber und Verweisen auf den kulturellen Nimbus der olympischen Feier untermauert, die einerseits in ihrem Antikenbezug, andererseits auf ihrer Assoziation mit der Friedensidee wurzeln. Dagegen analysierte in den 1990er Jahren Thomas Alkemeyer die Einpassung des olympischen Fests in den nationalsozialistischen Referenzrahmen, indem er die vom NS-Regime mit Hilfe der deutschen Olympiafunktionäre betriebene Umdeutung der Spiele vom „Miteinander der Nationen zum Gegeneinander der Völker“[10] herausarbeitete. Sein Befund, dass auf semiotischer Ebene „Krieg, Tod und Gewalt“ den „heimlichen Fluchtpunkt“ der Berliner Olympiade geboten hätten, ruft in Teilen der Sportwissenschaft bis heute Ablehnung hervor. Zugleich verniedlicht Eisenberg das von Diem zu diesem Anlass verfasste, mit Beethovens „Ode an die Freude“ endende Festspiel „Olympische Jugend“, das in der Verherrlichung des Opfertods für’s Vaterland gipfelte, als „Popfestival“.

Angesichts solcher Interpretationen scheint mir die Beschäftigung mit der programmatischen Rede des Reichserziehungsministers Rust, eines promovierten Altphilologen, sinnvoll. In Anwesenheit des IOC deutete er in aller Offenheit die Olympische Idee nationalsozialistisch um, indem er das Olympische Fest zur Totenfeier für alle Gefallenen des Ersten Weltkriegs erklärte und die Sportler zu Kämpfern für ihre Nation, denen gleich den gefallenen Soldaten „die Ehre der Nation und der Frieden der Welt“ die höchsten Werte seien. Die demonstrativ unterschiedslose Ehrung der Gefallenen aller Nationen unterfütterte die NS-Außenpolitik, die „Gleichberechtigung“ forderte und damit die Aufhebung aller Rüstungsbeschränkungen für Deutschland meinte. Rust legitimierte dieses Verständnis der Berliner Veranstaltung vor dem IOC mit einer Interpretation der antiken Olympien als „Kampfspielen“, in denen der „Kampf als Mysterium des heroischen Lebens“ gefeiert worden sei. Das IOC applaudierte. Zwei Jahre später erfolgte der „Anschluss“ Österreichs, dann die Besetzung des Sudetenlands, im März 1939 die Okkupation Tschechiens. Das IOC übertrug im Juni die Olympischen Winterspiele 1940 kurzfristig an das NS-Regime.

Das wirft auch Fragen nach der Verantwortung des IOC auf: Es scheute sich nicht, dem NS-Regime wiederholt eine internationale Bühne zu bieten. Angesichts der Ereignisse um die Winterspiele von Sotschi scheint zweifelhaft, ob das IOC seine Geschichte angemessen analysiert oder gar verstanden hat; vielmehr vermeidet es bis heute jede Beschäftigung mit problematischen Aspekten seiner Geschichte. Das führt zu weiteren Fehleinschätzungen und Fehlleistungen. So wollte etwa die letzte Olympiabewerbung Berlins ohne jeglichen Bezug auf 1936 auskommen – es scheint, dass die Olympische Bewegung sich nicht nur hinsichtlich des Dopingproblems und der Kommerzialisierung der Spiele neu orientieren muss. Das IOC muss endlich auch die Aufarbeitung seiner Vergangenheit als Aufgabe begreifen.

"Das Handlungsfeld Sport verkörpert und transportiert implizite Politikmodelle"

L.I.S.A.: Welche Fragen zum Thema Sport und Nationalsozialismus sind nach wie vor offen? Wo sehen Sie noch Forschungsbedarf?

Dr. Schäfer: Für Österreich hat Matthias Marschik eine Gesamtanalyse des Sports im Austrofaschismus und im NS-Regime vorgelegt.[11] Eine vergleichbare Arbeit für Deutschland fehlt. Ein dringendes Desiderat sind daher Organisationsgeschichten, vor allem eine Studie zum vom „Deutschen Reichsausschuss für Leibesübungen“ zum „Deutschen“, ab 1938 „Nationalsozialistischen Reichsbund für Leibesübungen“ umgestalteten Dachverband des deutschen Vereinssports, der zu einer von der NSDAP „betreuten Organisation“ wurde. Zum Sport in den Massenorganisationen des NS-Regimes existiert nur eine erste Studie zur SS; die Erforschung des KdF-Sports steht noch am Anfang. Kaum untersucht ist der Sport in der SA und der Hitlerjugend mit all ihren Übungs- und Veranstaltungsformen. Zu wenig erforscht ist der Sport in der Wehrmacht. Es fehlt eine Analyse der im Laufe des Krieges angestrebten Auflösung des Vereinssports zugunsten von übergreifenden NS-Ortssportgruppen. Untersucht werden muss der Sport in den Gebieten, die während des Zweiten Weltkrieges dem Reich angeschlossen waren wie das „Reichsprotektorat Böhmen und Mähren“ oder das „Generalgouvernement“ in Polen, aber auch in den übrigen von Hitlerdeutschland besetzten Ländern, die nicht zur Annexion vorgesehen waren. Selbst für das Kerngebiet des Reichs fehlen Regionalstudien. Immerhin gibt es Sammelbände und Ausstellungskataloge zu einigen „Sportstädten“ wie Hannover und Köln.[12] Berlin als Reichshauptstadt und München als „Hauptstadt der Bewegung“ sind hier besondere Forschungslücken.

In München etwa existierte mit dem Verein für Jugendsport in Feld und Wald noch vor dem Ersten Weltkrieg seit 1909 eine Pionierorganisation der vormilitärischen Jugendertüchtigung, von der die Gründung des Jungdeutschlandbunds 1911 inspiriert wurde. Die Mischung aus sportlicher Betätigung und militärischem Geländespiel wurde später in der HJ fortgeführt. Der Münchner Männerturnverein von 1860, zu dessen Mitgliedern Ernst Müller-Meiningen (1866–1944) zählte, der schon vor 1914 ein entschiedener Befürworter vormilitärischer Jugendertüchtigung war, übernahm sowohl die sportliche Betreuung des Freikorps Epp wie auch der frühen SA; gerade in diesem Verein waren nicht zufällig auch einige der Teilnehmer des Hitlerputschs von 1923 aktiv. Zu den Gründern der späteren Hitlerpartei gehörte der Sportjournalist Karl Harrer (1890-1926); als einzige Partei der Weimarer Republik nahm die NSDAP Forderungen nach der die „Herbeiführung der körperlichen Ertüchtigung mittels gesetzlicher Festlegung einer Turn- und Sportpflicht“ und der „größten Unterstützung aller sich mit körperlicher Jugendausbildung beschäftigenden Vereine“ in ihr Programm auf.[13] Vor dem Hintergrund dieses Sportmilieus erscheint die jahrzehntelang vorgetragene Einschätzung, die NSDAP habe vor 1933 kein sportpolitisches Programm gehabt, mit der die grundsätzliche Distanz der bürgerlichen Sportverbände zur NSDAP belegt werden soll, nicht überzeugend. Dieser Gedanke eröffnet neue Perspektiven auf die Transformationsprozesse des bürgerlichen Sports im Nationalsozialismus.

Neuerdings werden in gesellschaftlichen Debatten um den Sport die Integrationspotentiale des Sports betont. Das spiegelt auch die Sporthistoriografie, in der die Inklusion jüdischer Sportlerinnen und Sportler – hier steht in der Forschung meist der Fußball im Vordergrund – in den Vereinen und Verbänden im Kaiserreich und in der Weimarer Republik hervorgehoben wird. Für die Zeit nach 1933 liegt der Fokus neben den jüdischen Vereinen und Verbänden, die vom NS-Regime für die jüdischen Sportlerinnen und Sportler vorgesehen waren[14], auf der Exklusion der jüdischen Mitglieder bürgerlicher Vereine und Verbände und ihrem weiteren Lebensweg. Dieser verdienstvollen Arbeit fehlt ein wichtiges Seitenstück: Die Erforschung des schon im Kaiserreich und Weimarer Republik in diesen Organisationen wirkenden latenten Antisemitismus, dessen Existenz allein schon die Eigenweltthese prinzipiell in Frage stellt.[15] Eine aktuelle Studie zum sächsischen Sport belegt, dass noch heute gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in der Welt der Sportvereine ein verbreitetes Phänomen ist.[16]

Insgesamt ist eine theoretische Durchdringung des NS-Sports jenseits aller Eigenwelt-, Missbrauchs- und Instrumentalisierungsthesen wünschenswert. Es gilt immer noch, ihn in seinen sozialen, kulturellen und politischen Kontexten zu analysieren und als Element des Gesellschaftsmodells und der kulturellen Konzepte des NS-Regimes zu begreifen. Impulse darf sich die sportgeschichtliche Forschung zur NS-Zeit von Ansätzen erhoffen, die zurzeit in der Geschichtswissenschaft diskutiert werden. Wenn die neuere historische Forschung etwa davon ausgeht, dass die Herrschaft der Nationalsozialisten in zentraler Weise auf der Implementierung des Ordnungsmodells der „Volksgemeinschaft“ basierte, wäre aus sportgeschichtlicher Perspektive genauer zu fragen, inwiefern dieses Modell über das gemeinsame Sporttreiben der Deutschen im Interesse von „Rassenpflege“, Leistungskraft und Kampftüchtigkeit veranschaulicht wurde.[17] Von da aus ließe sich aus praxeologischer Warte nach der Habitusformung durch den Sport fragen, danach, wie bestimmte Bestandteile des nationalsozialistischen Menschenbildes über die Sportausübung in den Körper und seine Verhaltensweisen eingeprägt wurden. Weiter könnte die Wende zur Erfahrungsgeschichte dafür sorgen, dass auch der Sport nicht länger nur als „Sportbetrieb“ behandelt wird, der bestimmten Konzepten folgt, von Sportpolitikern bzw. Funktionären geregelt und in Institutionen sowie Organisationen praktiziert wird, sondern als erlebte Wirklichkeit für konkrete Individuen. Auch die Raumgeschichte, in der Räume nicht nur im materiellen, sondern auch im Sinne der Gültigkeit bestimmter Verhaltensregeln und kultureller Codes interpretiert werden, lässt sich unschwer auf die „Sporträume“ des NS-Regimes anwenden.[18] Bei weitem noch nicht ausgeschöpft sind die Möglichkeiten der Diskursanalyse – spielt doch die diskursive Verknüpfung des Sports mit unterschiedlichen Realitätsbereichen in der Geschichte der öffentlichen Kommunikation eine wichtige Rolle.[19]

Eine Neue Sportgeschichte, die theoretisch-methodisch fundiert wäre und sich generell an Vorgehensweisen, Fragen und Erkenntnisstand der Geschichtswissenschaft orientierte, könnte z.B. leicht an die Neue Politikgeschichte anknüpfen, die betont, dass politisches Handeln auch eine kulturelle Dimension hat, dass es ohne Sinnstiftung, symbolische Kommunikation und performative Rituale nicht auskommt. So verkörpert und transportiert auch das Handlungsfeld Sport, das vermeintlich außerhalb der politischen Sphäre angesiedelt ist, implizite Politikmodelle.

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[1] Vgl. Lorenz Peiffer, Sport im Nationalsozialismus: Zum aktuellen Stand der sporthistorischen Forschung: Eine kommentierte Bibliografie, Göttingen3 2015.

[2] Peter Reichel, Der schöne Schein des Dritten Reiches. Faszination und Gewalt des Faschismus, Frankfurt/M. 1993; Reinhard Rürup (Hg.), 1936. Die Olympischen Spiele und der Nationalsozialismus, Berlin 1996.

[3] Vgl. den Beitrag von Nele Fahnenbruck auf L.I.S.A., https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/analogien_zur_idee_einer_rassereinen_volksgemeinschaft?nav_id=5623.

[4] Neben dem hier vorgestellten Sammelband vgl. Frank Becker/Ralf Schäfer (Hg.), Die Spiele gehen weiter. Profile und Perspektiven der Sportgeschichte, Frankfurt/New York 2014.

[5] Nils Havemann, Fußball unterm Hakenkreuz. Der DFB zwischen Sport, Politik und Kommerz, Frankfurt/M. 2005.

[6] Zitate nach Carl Diem, Der deutsche Sport in der Zeit des Nationalsozialismus, bearbeitet von Lorenz Peiffer, hg. v. Carl-Diem-Institut, Köln 1980, S. 1, 43 und 18.

[7] Carl Diem, Ewiges Olympia. Quellen zum Olympischen Gedanken, Minden 1948, S. 277 und ders., Theodor Lewald zum Gedächtnis, in: Spätlese am Rhein. Gedanken und Reden über den Sport aus den Jahren 1947-1957, Frankfurt 1957, S. 95.

[8] Eröffnungsrede bei  der IOC-Sitzung des IOC vom 23. 5. 1959 in München, in: Die Leibeserziehung 6 (1959), S. 173f.

[9] Christiane Eisenberg, „English Sports“ und deutsche Bürger. Eine Gesellschaftsgeschichte 1800-1939, Paderborn u. a. 1999, S. 441.

[10] Thomas Alkemeyer, Körper, Kult und Politik. Von der ‚Muskelreligion‘ Pierre de Coubertins zur Inszenierung von Macht in den Olympischen Spielen von 1936, Frankfurt a. M./New York 1996, S. 301.

[11] Matthias Marschik, Sportdiktatur. Bewegungskulturen im nationalsozialistischen Österreich, Wien 2008.

[12] Ansgar Molzberger/Stephan Wassong/Gabi Langen (Hg.), Siegen für den Führer. Der Kölner Sport in der NS-Zeit, Köln 2015.

[13] Punkt 21 des Parteiprogramms der späteren NSDAP (damals noch DAP – Deutsche Arbeiterpartei) vom 24. 2. 1920; nach Ernst Deuerlein, Der Aufstieg der NSDAP in Augenzeugenberichten, München 1968, S. 108-112, Zitate S. 110.

[14] Henry Wahlig, Sport im Abseits. Die Geschichte der jüdischen Sportbewegung im nationalsozialistischen Deutschland, Bonn 2015.

[15] Ralf Schäfer, Antisemitismus im Sport vor 1933, in: Verdrängt, verfolgt, vergessen. Berliner Juden im Sport vor und nach 1933. Ein Projekt des Fördervereins Blindes Vertrauen e.V. in Kooperation mit der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Berlin 2016, S. 16–72.

[16] Hannes Delto/Petra Tzschoppe, Wir und die anderen: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit im Sport in Sachsen; http://www.ssoar.info/ssoar/handle/document/42577.

[17] Zur Rolle des Sports bei der Konstruktion der „Volksgemeinschaft“ Frank Becker, Sports, in: Shelley Baranowski/Armin Nolzen/Claus-Christian W. Szejnmann (Hg.), A Companion to Nazi Germany, London 2017 [im Druck].

[18] So bereits geschehen – bezogen auf das Kaiserreich und die Weimarer Republik – in der Studie von Noyan Dinçkal, Sportlandschaften. Sport, Raum und (Massen-)Kultur in Deutschland, 1880–1930, Göttingen 2013.

[19] In diskursanalytischer Perspektive wurden sind nur die Sportgeschichte des Kaiserreichs und der Weimarer Republik behandelt. Siehe Frank Becker, Amerikanismus in Weimar. Sportsymbole und politische Kultur 1918-1933, Wiesbaden 1993; ders., Diskursanalyse des Sports, in: Jürgen Court (Hg.), Sport im Brennpunkt – philosophische Analysen, Sankt Augustin 1996, S. 103-126; Ralf Schäfer, Militarismus, Nationalismus, Antisemitismus. Carl Diem und die Politisierung des bürgerlichen Sports im Kaiserreich, Berlin 2011; zuletzt Jörn Eiben, Das Subjekt des Fußballs. Eine Geschichte bewegter Körper im Kaiserreich, Bielefeld 2016.

Dr. Ralf Schäfer hat die Fragen der L.I.S.A.Redaktion schriftlich beantwortet.

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