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Georgios Chatzoudis | 27.10.2017 | 729 Aufrufe | Vorträge

Schuld und Schulden: Hypotheken der deutschen Besatzungsherrschaft in Griechenland und Europa

Vortrag von Karl Heinz Roth im NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln

Die Reparationsfrage ist ein besonders umstrittenes Kapitel der europäischen Nachkriegsgeschichte. Während die großen Siegermächte in den ersten Nachkriegsjahren umfangreich entschädigt wurden, gingen die kleineren Länder Europas und zahlreiche Opfergruppen weitgehend leer aus. Zu ihnen gehörte auch Griechenland, das bis auf den heutigen Tag Entschädigungen für die Massakeropfer und die Ausplünderungen seiner Volkswirtschaft einfordert.

Dr. Karl Heinz Roth untersucht Kontexte, strategische Optionen und Taktiken des Vorgehens der deutschen Machtelite, die in der Ausklammerung der Reparationsfrage aus dem De Facto-Friedensvertrag von 1990 ("Zwei-plus-Vier-Vertrag") kulminierte. Die Reparationsfrage bildet die materielle Grundlage unserer gesamten Erinnerungskulur. Sie sollte deshalb, so Roth, im Rahmen eines Zusatzabkommens zum "Zwei-plus-Vier-Vertrag" abschließend geregelt werden. 

00:11 Begrüßung und Einführung Dr. Werner Jung
02:36 Vortrag Dr. Karl Heinz Roth

Videoreihe "NS-Dok Köln"
Google Maps

Diskussion mit dem Publikum

Im Anschluss an den Vortrag entwickelte sich eine interessante Diskussion mit Dr. Karl Heinz Roth, der auf die vielen Fragen aus dem Publikum eingeht. Moderiert wird die Diskussion von Dr. Werner Jung, Leiter des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln.

00:56 Wie sieht die Rezeption Ihrer Studien in Griechenland aus?
02:23 Haben die anderen Besatzungsmächte - Italien und Bulgarien - an Griechenland Reparationen geleistet?
05:45 Wie können die Reparationsforderungen unterstützt werden?
11:41 Warum hat Italien Reparationen geleistet? Was waren die Gründe?
16:58 Ist die jüdische Gemeinde von Thessaloniki entschädigt worden und welche Bedeutung hatte der griechische Bürgerkrieg für die Reparationsauseinandersetzungen?
23:33 Wie agrarisch bzw. industriell war Griechendland tatsächlich am Vorabend des Zweiten Weltkriegs?
27:10 Wie kann mehr Bewegung in die Reparationsdebatte kommen? Sind kommunale Initiativen, beispielsweise im Rahmen von Städtepartnerschaften, denkbar?
33:51 Wer verbirgt sich hinter der Ministerialbürokratie des Bundesfinanzministeriums, die die Reparationsforderungen abwehrte?
40:13 Warum bremst die Ministerialbürokratie die Reparationsansprüche? Ist die Verquickung der Reparationsfrage mit der aktuellen Schuldenkrise Griechenlands hilfreich? Wie steht es um polnischen Entschädigungsforderungen?
48:47 Was meinen Sie mit der These von der "Schuldprojektion" der Deutschen gegenüber Griechenland?
51:15 Wie steht es um Entschädigungsforderungen gegen die Deutsche Bahn?
58:13 Hat Griechenland in den 1950er Jahr auf Reparationserlass verzichtet? Warum hat die Regierung Tsipras die Reparationsfrage nicht ins Parlament gebracht?
64:15 Sind aktuelle Reparationsforderungen in Polen realistisch und wie beurteilen Sie die Berichterstattung darüber in deutschen Medien?

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