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Judith Wonke | 29.12.2017 | 421 Aufrufe | Artikel

Rückblick: Neue Erzählungen am Abzug? Serien gestreamt

Ausgangspositionen der Panelisten | Der Geschichtstalk im Super7000 vom 26. Oktober 2017

In der zweiten Folge von Der Geschichtstalk im Super7000 ging es um Serien, beziehungsweise den Gebrauch von Geschichte in Serien. Exemplarisch wurde dies an der Erfolgsserie Game of Thrones besprochen: Welche Geschichtsbilder und Narrative finden sich in der Serie? Wie prägt die Gegenwart unsere Vorstellungen von historischen Epochen? Und inwiefern sind Formate wie Game of Thrones Public History? Im Vorfeld haben die Gäste des Geschichtstalks, die Filmhistorikerin Dr. Nora Hilgert, Geschäftsführerin des Verbandes der Historiker und Historikerinnen Deutschlands (VHD), Prof. Dr. Achim Landwehr, Lehrstuhlinhaber der Frühen Neuzeit an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und der Althistoriker Prof. Dr. Martin Zimmermann von der Ludwig-Maximilians-Universität München, Statements verfasst, in denen sie zur ersten Staffel von Game of Thrones Stellung nehmen. In diesem Beitrag finden sich die Ausgangspositionen der Panelisten in gebündelter Form zum Nachlesen.  

(v.l.n.r.) Dr. Nora Hilgert, Prof. Dr. Achim Landwehr und Prof. Dr. Martin Zimmermann

Nora Hilgert | Über den Zusammenhang von Prokrastination und Game of Thrones

Game of Thrones hat mit Geschichte nichts zu tun. Die Serie ist für das Fernsehen produziertes „Überwältigungskino“, das den gestressten Erdenbürger in eine andere Welt entführt, als die, die er tagtäglich ertragen muss. In dieser anderen Welt laufen Figuren in fantasiereichen Verkleidungen herum, die vor allem die ganz gegenwärtigen Befindlichkeiten der Produzenten aufnehmen und teilen und so die Rezipient_innen beeinflussen.

Ausgangsposition von Nora Hilgert (199.58 KB)

Achim Landwehr | Als ich ein Fantasy-Fan war

Die Frage ist nicht, was GoT mit historischen Gegebenheiten zu tun hat. Selbstverständlich bedient sie sich ausgiebig aus verschiedenen historischen Zusammenhängen, wobei das Mittelalter am ehesten auffällt. Die Frage ist eher, warum die Serie so erfolgreich ist. Meine Antwort wäre: weil sie so wenig mit Geschichte zu tun hat. Sie tut das, was Mythen einfach gut können, auf einfache Prinzipien setzen und dadurch Übersichtlichkeit gewähren.

Ausgangsposition von Achim Landwehr (218.05 KB)

Martin Zimmermann | „Valar morghulis. All men must die.“

Nun habe ich gegen erhebliche innere Widerstände die 1. Staffel Game of Thrones an drei Abenden geschaut und gelernt, dass diese sehr gut gemachte Serie wahre Geschichte zeigt. Ich bin als Historiker begeistert, habe sofort die Folgestaffeln bestellt. Alles wird verhandelt: Macht, Gewalt, Sex, Liebe, Familie usw.

Ausgangsposition von Martin Zimmermann (234.17 KB)

Der Geschichtstalk im Super7000

„Der Geschichtstalk im Super7000“ ist auf zunächst sechs Folgen angelegt, in denen es nicht darum gehen wird, Historikerinnen und Historiker in ihrer Profession als Historikerinnen und Historiker sprechen zu hören. Es geht nicht um das Nacherzählen von historischen Abläufen. Und es geht auch nicht um ein Fachgespräch. Worum es geht, ist ein Gespräch unter Bürgerinnen und Bürgern, die auch Geschichtsexperten sind, über aktuelle Debatten, in denen Geschichte eine wichtige Komponente ist. Kurz: Es geht um Public History, also das Aushandeln von Geschichte in der Gegenwart.

Flyer (261.23 KB)
Plakat (1.02 MB)

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