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Georgios Chatzoudis | 12/13/2016 | 1181 Views | 1 | Interviews

"Kein nationales Gedenken an Pearl Harbor"

Interview mit Takuma Melber über Pearl Harbor aus japanischer Perspektive

Vor 75 Jahren, am 7. Dezember 1941, griffen Torpedobomber des Kaiserlichen Japans die Pazifikflotte der Vereinigten Staaten in Pearl Harbor an und fügten ihr beträchtliche Schäden zu. Der japanische Sieg veränderte nicht nur die militärisch-strategische Lage im pazifischen Raum, sondern hatte vor allem den Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg zur Folge. Die Erinnerung an den Angriff von Pearl Harbor wird bis heute überwiegend von westlichen Narrativen dominiert, in der insbesondere die Sicht der Vereinigten Staaten wiedergegeben wird und worunter sich nicht zuletzt auch zahlreiche sogenannte Verschwörungstheorien ranken. Der Historiker Takuma Melber bringt mit seiner aktuellen Studie zu Vorgeschichte, Verlauf und Folgen des Überfalls auf Pearl Harbor die japanische Perspektive mit ein. Wir haben ihn dazu befragt.

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"Für meine Forschung ziehe ich japanische Primär- und Sekundärquellen heran"

L.I.S.A.: Herr Melber, Sie haben sich als Militärhistoriker vor allem mit Japan während des Zweiten Weltkriegs beschäftigt. Zuletzt ist Ihr Buch über den Angriff des kaiserlichen Japans auf den US-amerikanischen Pazifikstützpunkt Pearl Harbor erschienen. Wie kam es zu dieser Themenwahl?

Melber: Der C.H. Beck Verlag hatte mich angefragt, ob ich Interesse hätte ein Buch über Pearl Harbor zu schreiben. Ich muss zugeben, dass diese Anfrage für mich sehr überraschend kam. Schließlich war ich zum Zeitpunkt der Anfrage noch dabei, meine Dissertationsschrift zur japanischen Besatzung Malayas und Singapurs fertig zu schreiben. Wie sich im Gespräch mit dem Lektor des Verlags herausstellte, nahm der Verlag den in diesem Jahr anstehenden 75. Jahrestag des japanischen Angriffs auf den US-Flottenstützpunkt Pearl Harbor zum Anlass, um ein neues Buch über Pearl Harbor auf den Markt zu bringen. Zielsetzung war es, deutlich stärker als in den bisherigen, westlichen Pearl Harbor-Publikationen geschehen, auch die japanische Perspektive auf dieses ganz zentrale Ereignis in die Darstellung miteinzubeziehen. Dem Verlag schien ich hierfür der geeignete Autor zu sein, da ich für meine Forschungsarbeiten zum Themenkreis „Japan im Zweiten Weltkrieg“ insbesondere japanische Primär- und Sekundärquellen heranziehe. Vielleicht hat es auch eine gewisse Rolle gespielt, dass ich ein gebürtiger Deutsch-Japaner bin und damit sowohl den deutschen, aber eben auch den japanischen Blick auf den Zweiten Weltkrieg kenne. Auf jeden Fall empfinde ich es nicht nur als eine sehr schöne Geschichte, sondern geradezu als eine große Ehre, als noch relativ junger Historiker von so einem renommierten Verlag wie C.H. BECK das Vertrauen für die Umsetzung eines solchen Buchprojekts erhalten zu haben.  

Das Angebot des Verlages habe ich natürlich sehr gerne angenommen und da „Pearl Harbor“ eines der großen und ganz zentralen Themen ist, um Japans Geschichte im Zweiten Weltkrieg, aber eben auch generell den Krieg als Weltkrieg und globalen Konflikt zu verstehen, war es für mich ganz besonders reizvoll, mich dieser Thematik anzunehmen.  

"Pearl Harbor-Mythen oder auch Verschwörungstheorien erteile ich eine klare Absage"

L.I.S.A.: Ist über den Angriff auf Pearl Harbor nicht schon alles gesagt? Wie unterscheidet sich Ihre Untersuchung von bestehenden?  

Melber: Wenn wir uns die in den letzten Jahren in westlichen Sprachen und vor allem von US-amerikanischen Historikern erschienenen Bücher und Aufsätze zu Pearl Harbor anschauen, entsteht in der Tat der Eindruck, dass zu Pearl Harbor schon alles gesagt und vor allem auch bekannt wäre. Pearl Harbor wurde dabei in der Vergangenheit aus beinahe ausschließlich US-amerikanischer Perspektive dargestellt, was ein Stück weit in der Natur der Sache liegt: Es waren eben die USA, die vom Japanischen Kaiserreich am 7. Dezember 1941 angegriffen wurden – ein Überraschungsangriff, der die gesamte US-amerikanische Nation in Aufruhr versetzt, schockiert und damit ganz entscheidend geprägt hat. Hinzu kommt aber vor allem die noch immer nur unzureichend überwundene Sprachbarriere: Kaum ein amerikanischer Historiker, der sich für dieses Thema interessiert, kann auch Japanisch lesen. Vice versa sind der Großteil der Publikationen japanischer Pearl Harbor-Experten, genauso wie auch beispielsweise die Memoiren wichtiger japanischer Akteure der Kriegszeit, fast nur auf Japanisch erschienen. Hier fehlt es also noch immer an einem ausreichenden Austausch der Fachliteratur zwischen Ost und West. Ich habe nun in meiner Monographie stärker auf japanische Quellen zurückgegriffen und erzähle die Vorgeschichte zu Pearl Harbor, sprich das Geschehen auf dem diplomatischen Parkett zwischen den Regierungen in Washington und Tōkyō, ganz bewusst verstärkt aus japanischer Perspektive. Ferner gebe ich auch den innerjapanischen Einblick, wie es zur Kriegseröffnung des Japanischen Kaiserreichs kommen konnte. Zudem erteile ich Pearl Harbor-Mythen (etwa der einer von japanischer Seite verpassten dritten Angriffswelle), die sich noch immer hartnäckig in der US-amerikanischen Literatur halten, oder auch Verschwörungstheorien, eine klare Absage. An dieser Stelle möchte ich jetzt aber nicht zu viel verraten, schließlich sollen die Leser dieses Interviews ja auch noch gespannt mit Lust und Laune mein Buch lesen.

"Ich sehe hier nicht mich, sondern vielmehr die Verschwörungstheoretiker in der Bringschuld"

L.I.S.A.: Um den Angriff auf Pearl Harbor ranken sich zahlreiche sogenannte Verschwörungstheorien. Eine der hartnäckigsten besagt, dass die Vereinigten Staaten unter Präsident Roosevelt Pearl Harbor zugelassen hätten, um den eigenen Kriegseintritt zu legitimieren. Was antworten Sie auf diese und andere Theorien? Kann historische Forschung solche Anschauungen endgültig widerlegen?

Melber: In meinem Buch mache ich deutlich, dass ich von den sogenannten Verschwörungstheorien überhaupt nichts halte. Die geläufigsten Theorien beruhen entweder auf Spekulationen oder stützen sich auf Quellen, deren Aussagekraft und Bedeutung sich teilweise recht leicht entkräften lassen. Beispielsweise fand eine von Robert B. Stinnett ins Feld geführte These sowohl in den USA, als auch in Japan sehr viel Beachtung. Stinnett kam mit der Behauptung daher, dass – ganz verkürzt dargestellt – die US-amerikanische Seite, sprich die US-Geheimdienste und Präsident Roosevelt, im Vorfeld von der sich Hawaii nähernden japanischen Trägerflotte und damit von einem bevorstehenden Angriff auf Pearl Harbor wussten. Allerdings hat Stinnett in seiner Recherche- und Quellenarbeit sehr unsauber gearbeitet, wie ich in meiner Monografie auch schreibe. Um das Thema Verschwörungstheorien abzukürzen: Ich sehe hier nicht mich, sondern vielmehr die Verschwörungstheoretiker in der Bringschuld, deren Thesen mich mangels stichfester Beweise und belastbarer Quellen schlicht nicht überzeugen.

"Grundsätzlich begrüße ich Filme, die Geschichte zum Aufhänger nehmen"

L.I.S.A.: Die Kriegsereignisse um Pearl Harbor eignen sich nicht nur für sogenannte Verschwörungstheorien, sondern auch als Vorlage für filmische Umsetzungen – zuletzt in dem mit großem Aufwand produzierten und mehrfach prämierten Kinofilm „Pearl Harbor“ von 2001. Wie erleben Sie als Historiker, der sich wissenschaftlich mit dem Thema beschäftigt hat, solche Realisierungen eines historischen Stoffes? Wie viele Chancen haben Sie als Wissenschaftler, um mit dem in einem Hollywood-Film transportierten Narrativ mitzuhalten?

Melber: Grundsätzlich begrüße ich es ausdrücklich, wenn sich die Filmbranche historischen Themen wie Pearl Harbor annimmt. Die Frage ist dabei natürlich immer, wie eine solche Geschichte dann umgesetzt wird. Die zwei hierzulande wohl bekanntesten Pearl Harbor-Filme sind zum einen der Klassiker „Tora Tora Tora“ (1970), zum anderen der zum 60. Jahrestag produzierte, von Ihnen angesprochene Blockbuster „Pearl Harbor“ (2001) mit Ben Affleck in der Hauptrolle. Das große Verdienst von „Tora Tora Tora“ sehe ich darin, dass es sich hier um eine amerikanisch-japanische Koproduktion handelte, im Übrigen 25 Jahre nach Kriegsende die erste zu Pearl Harbor. Hier wurde der Versuch unternommen, sowohl der amerikanischen als auch der japanischen Perspektive auf dieses Ereignis ausreichend Gewicht einzuräumen. Was die Darstellung der japanischen Seite anbelangt, stützten sich die Filmemacher aber bedauerlicherweise sehr stark auf die Überlieferung von Fuchida Mitsuo, der die erste japanische Angriffswelle kommandierte. Durch Fuchida floss so der „Mythos einer verpassten dritten Angriffswelle“ in den Film und dadurch schließlich auch in das Pearl Harbor-Gedächtnis der USA ein. Leider wurde in den Dekaden danach keine weitere binationale Koproduktion in der Größenordnung von „Tora Tora Tora“ mit japanischer und amerikanischer Filmstarbesetzung realisiert.

Hier komme ich auch zum ganz wesentlichen Problem des Films „Pearl Harbor“ von 2001: Dieser ist schlicht zu eindimensional, erzählt die Geschichte aus rein US-amerikanischer Sicht, ist dazu auch noch historisch ungenau und voller Fehler. Etwa in der Darstellung der japanischen Flugzeugträger, aber auch selbst amerikanischer Flugzeugmodelle spielte historische Genauigkeit hier allenfalls eine untergeordnete Rolle. Allerdings war der Film recht günstig platziert, denn er lief in den US-amerikanischen Kinos genau um die Zeit von 9/11, als die USA zum zweiten Mal, jetzt durch Terroristen von Al-Qaida, auf eigenem Territorium vollkommen überraschend angegriffen worden waren. Durch 9/11 war Pearl Harbor von heute auf morgen in den USA plötzlich tagesaktuell geworden und konnte mittels dem weniger auf Info-, sondern auf Entertainment abzielenden Hollywoodfilm gerade auch jungen Amerikanern wieder nähergebracht werden. Gerade dank derartiger aufwändig und hochpreisig produzierter, stark beworbener Filme kommt der ein oder andere mehr oder minder erstmals mit historischer Materie in Berührung. Und ganz gewiss wollte nach dem Besuch des Kinofilms so mancher noch mehr über das Ereignis Pearl Harbor erfahren, griff schließlich zur Fachliteratur und begann sich auf diese Weise mit der Geschichte auseinanderzusetzen.

Generell gilt, dass das Medium Kinofilm ein Publikum in einem Ausmaß, sprich ein Millionenpublikum, erreicht, an das selbst die wenigen Bestsellerautoren der Historikerzunft wie etwa Richard Overy, Ian Kershaw oder hierzulande Heinrich August Winkler nicht annähernd heranreichen. So gesehen können wir Historiker natürlich mit Hollywood und den in Hollywoodfilmen transportierten Narrativen nicht ansatzweise mithalten. Und da sich am Ende des Tages ein Film auch gut verkaufen und Gelder in die Kasse einspielen muss, rückt dann eben eine Liebesgeschichte in den Vordergrund und drängt die historische Realität in den Hintergrund.

Aber dennoch begrüße ich grundsätzlich Filme, die ein zentrales Ereignis der Geschichte zum Aufhänger nehmen oder gar darauf fokussieren. Allerdings würde ich mir einen genaueren Umgang mit der Historie natürlich sehr wünschen. Da hier auf Seiten der Filmbranche noch Nachholbedarf besteht, bleibt daher nur zu hoffen, dass viele Kinogänger im Anschluss an einen solchen Film Lust auf Geschichte bekommen und zur wissenschaftlich fundierten Literatur greifen. Natürlich bin ich mir darüber bewusst, dass für Nicht-Fachleute der Einstieg in die Fachliteratur sehr mühsam sein kann. Damit der Sprung für den Leser aber nicht allzu groß ist, habe ich für den Prolog ganz bewusst einen szenischen Einstieg gewählt und generell versucht, mein Buch leichtverständlich zu schreiben. Gerade an das Format eines erzählerischen, szenischen Einstiegs wagen sich in Deutschland ganz im Gegensatz zum angloamerikanischen Sprachraum noch immer zu wenige Wissenschaftler heran. Sich Gedanken über den Schreibstil zu machen und an der eigenen Schreibe zu arbeiten, halte ich daher für den richtigen Ansatz, um das eigene Werk attraktiv zu gestalten und so mit dem Medium des Kinofilms zumindest einigermaßen Schritt halten zu können.

"Für das Japanische Kaiserreich war Pearl Harbor ein wahrer militärischer Coup"

L.I.S.A.: In Ihrem Buch erzählen Sie die Geschichte des Angriffs auf Pearl Harbor vor allem aus der japanischen Perspektive. Inwieweit unterscheidet sich das japanische Narrativ vom westlichen? Wie denken die Menschen in Japan heute über Pearl Harbor? Welchen Stellenwert nimmt es in deren kollektiven Gedächtnis ein?

Melber: Der wesentliche Unterschied zwischen dem Pearl Harbor-Narrativ in den Vereinigten Staaten von Amerika und in Japan ist zunächst der, dass wir es auf US-amerikanischer Seite mit der Opferperspektive, auf japanischer Seite mit derjenigen des militärischen Siegers – und ich schreibe an dieser Stelle ganz bewusst militärischer Sieger und nicht etwa „Täter“, denn als solche sehen sich die Japaner bei Pearl Harbor nicht – zu tun haben. Für das Japanische Kaiserreich war der geglückte Überraschungsangriff auf den Stützpunkt der US-Pazifikflotte Pearl Harbor ein wahrer militärischer Coup. Erstmals hatte Japan in der Schlacht von Tsushima (27./28. Mai 1905) im Russisch-Japanischen Krieg eine westliche Großmacht besiegt, eindrücklich die eigene maritime militärische Stärke demonstriert und den Beweis erbracht, dass in der Zukunft mit Japan als aufstrebender Großmacht Asiens zu rechnen sei. Auch der über 36 Jahre später erfolgte Angriff auf Pearl Harbor wird auf japanischer Seite als eine rein militäroperativ betrachtete Erfolgsstory verkauft.

Interessant ist aber zu sehen, welchen Stellenwert Pearl Harbor in Japans kollektivem Gedächtnis einnimmt. Hierzu gibt es japanische Forschungsarbeiten, die in unseren Breitengraden Erstaunen hervorrufen: Es mag weniger überraschen, dass die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki die ganz zentralen Ereignisse in der japanischen Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg im Allgemeinen darstellen. Japan kann sich dadurch zu einem Opfer des Krieges stilisieren. Auch, dass im japanischen Narrativ das Element von Japan als dem militäroperativen Sieger bei Pearl Harbor stets mitschwingt, mag kaum verwundern. Mehr mag es aber überraschen, dass das Ereignis Pearl Harbor, das im Übrigen nicht immer im japanischen Schulunterricht behandelt wird, ganz wesentlich in Zusammenhang mit dem Resultat des Zweiten Weltkriegs aus japanischer Sicht, sprich der „schändlichen Kriegsniederlage“ und den Atombombenabwürfen, gebracht wird. Pearl Harbor gilt als das Ereignis, mit dem die Geschichte von Japans großem Leiden und von Japan als einzigem Atombombenopfer des Zweiten Weltkriegs seinen Anfang nahm. Dabei wird bei der Thematisierung von Pearl Harbor aber die eigene Verantwortung für den Krieg weitestgehend ausgeblendet. In nur unzureichendem Maße wird erörtert, dass die Wurzeln des Pazifikkriegs durch die Expansionsbestrebungen des Japanischen Kaiserreichs in Ostasien angelegt waren und Japan seit 1937 einen zum Großteil sehr brutalen Krieg auf dem chinesischen Festland führte. Pearl Harbor ist also in ein Opfernarrativ eingebettet, das in Japan im Zusammenhang mit dem Thema „Zweiter Weltkrieg“ generell vorherrscht. Im Zusammenhang mit Pearl Harbor überrascht das amerikanische Opfernarrativ freilich niemanden hierzulande, das japanische wirkt aber angesichts der in Deutschland gelungenen Vergangenheitsbewältigung umso befremdlicher.

Ferner gilt: Während im Rahmen des japanischen Opfernarrativs Hiroshima oder auch die am Kriegsende gehaltene, berühmte Radioansprache des Kaisers, de facto eine Kapitulationsrede, Fixpunkte im kollektiven Gedächtnis Japans einnehmen, spielt Pearl Harbor alles in allem nur eine untergeordnete Rolle. Im Gegensatz zu Hiroshima oder dem Kriegsende gibt es in Japan kein nationales Gedenken an Pearl Harbor. Lediglich Veteranenverbände und sich am politisch rechten Rand bewegende Kreise versuchen, das Gedenken an den 7. bzw. 8. Dezember (japanische Zeit) aufrecht zu erhalten. Während die USA alljährlich ihren Opfern von Pearl Harbor gedenkt, plant das japanische Generalskonsulat auf der Insel Hawaii allerdings in diesem Jahr erstmals auch eine offizielle Gedenkfeier zu veranstalten, an der Repräsentanten beider Länder teilnehmen sollen, um den Pearl Harbor-Opfern beider Länder zu gedenken. Mit Interesse werde ich beobachten, ob bei diesem Anlass die japanischen Regierungsvertreter in ihren Ansprachen Pearl Harbor im Wesentlichen wieder in das allgemeine Opfernarrativ einbinden oder aber vielmehr Japans eigene Verantwortung für den Krieg unmissverständlich offen aufs Tableau bringen werden – wofür es 75 Jahre nach dem Überraschungsangriff an der Zeit wäre. Letzteres wäre sehr wünschenswert, um auch mit Blick auf die bevorstehende Übernahme der US-Präsidentschaft durch Donald Trump die seit Jahren bestehende amerikanisch-japanische Freundschaft weiter zu festigen und eine Grundlage für stabile Verhältnisse im pazifisch-asiatischen Raum zu schaffen.    

Takuma Melber hat die Fragen der L.I.S.A.Redaktion Ende November schriftlich beantwortet.

Comment

by Karl Daimer | 14.12.2016 | 10:28
"Verschwörungstheoretiker" ist ein rabulistisches Totschlagargument. Seine Verwendung ist auch nicht sehr wissenschaftlich, wenn man mich fragt.

"Was antworten Sie auf diese und andere Theorien? Kann historische Forschung solche Anschauungen endgültig widerlegen?"
Eine entlarvende Fragestellung. Seriöse Wissenschaft forscht in alle Richtungen. Wer hingegen im Vorhinein schon etwas "widerlegen" möchte, betreibt keine Wissenschaft.

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