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Erdbeben in Ostia?

EPISODE 1 | Der Puls der Erde

Ostia Antica war einst der Hafen des alten Roms und zählte zu den bedeutendsten Umschlagplätzen in der Welt des Mittelmeers. Heute ist das rund zwanzig Kilometer vom römischen Stadtzentrum entfernte Ostia eine Kleinstadt mit rund 10.000 Einwohnern. Wie kam es zu diesem Niedergang Ostias? Ist eine der Ursachen möglicherweise auf ein einst großes Erdbeben zurückzuführen? Mehrere Quellen weisen darauf hin, dass die römische Welt mit regelmäßigen Beben vertraut war. Aber ergriffen die Baumeister der Antike auch entsprechende Gegenmaßnahmen? Dr. Laura Pecchioli, Architektin mit einem Forschungsschwerpunkt in antiker Bautechnik und Erdbebenforschung, untersucht in einem von der Gerda Henkel Stiftung geförderten Projekt, wie die Römer Gebäude und andere Bauten gegen Erdbeben abzusichern versuchten - eine Frage, deren wissenschaftliche Aufarbeitung bislang ausstand.

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Das Projekt
Im Forschungsprojekt werden historische (antike bis gegenwärtige) Instandsetzungen an mehrgeschossigen antiken Ziegelbauten am Forum der römischen Hafenstadt Ostia untersucht. Die Gebäude, oft auf problematischem Baugrund errichtet, wurden wiederholt durch Hochwasser und Erdbeben beschädigt und anschließend repariert. Insbesondere die dabei vorgenommenen Präventivmaßnahmen sind bislang kaum erforscht und dokumentiert. Die Ausgrabungen und Restaurierungen vom Anfang des 20. Jh. erfolgten z.T. ohne stringente Methoden, ihre wissenschaftliche Aufarbeitung fehlt bis heute. Im Projekt werden alle verfügbaren historischen Dokumentationen, darunter Fotosammlungen und Grabungstagebücher, einer kritischen Strukturanalyse unterzogen. Daraus abgeleitete archäologisch-kulturhistorische Interpretationen ermöglichen Erkenntnisse über den bisher unbekannten präventiven, konstruktiven Erdbebenschutz. Ferner ergeben sich neue Erkenntnisse über antike Reparaturen im konstruktiven Zusammenhang und deren relativchronologische Einordnung, sowohl im Sinne einer historischen Bauanalyse als auch als Grundlage für künftige Maßnahmen zur Konservierung der historischen Altstadt als weltgrößte Flächenausgrabung.

Projektleitung:

Dr. Laura Pecchioli

Ort:

Ostia, Italien

Kommentar

von Gunst | 27.03.2018 | 08:34 Uhr
Der Hafen von Ostia bietet ein gutes Beispiel für die Verbinunfung von Bauen und Mythologie im Römischen Reich Passend zu seinem Zweck als Handelsknotenpunkt, wurde er auf den Sonnenaufgang am 15. Mai, dem Fest Merkuralia ausgerichtet. Dies ist aber nur ein Aspekt der gewählten Ausrichtung, denn bei römischen Bauwerken wurden durch die gewählte Ausrichtung häufig mehrere Gottheiten einbezogen.

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