Registrieren
merken
Georgios Chatzoudis | 20.08.2011 | 1828 Aufrufe | Artikel

Neue Reihe: Adolph Friedrich Erdmann von Menzel,
Auszüge aus den Briefen eines Künstlers von 1830-1905

Der Maler und Zeichner Adolph Menzel (1815-1905) gilt als einer der produktivsten und bedeutendsten Künstler des 19. Jahrhunderts. Am Anfang seiner Karriere steht vor allem ein besonderer Auftrag, der den Autodidakten Menzel schnell bekannt machte: Die Illustration einer mehrbändigen Ausgabe über die Geschichte Friedrichs des Großen. Mehr als 400 Zeichnungen fertigte Menzel an und trug so wesentlich zur Historisierung und Popularisierung des Preußenkönigs bei. Außerdem widmete sich der in Breslau geborene Menzel in zahlreichen Bildern und Zeichnungen seiner Wahlheimat Berlin.

In einer neuen Reihe veröffentlichen wir passend zum jeweilgen Datum Briefe Adolph Menzels, die mit Unterstützung der Gerda Henkel Stiftung in vier Bänden im Deutschen Kunstverlag erschienen sind: Adolph Menzel. Briefe, herausgegeben von Claude Keisch und Marie Ursula Riemann-Reyher, Deutscher Kunstverlag Berlin München 2009.

Unser besonderer Dank gilt dem Deutschen Kunstverlag sowie der Stiftung Preußischer Kulturbesitz für die Genehmigung, einzelne Briefe auszugsweise veröffentlichen zu dürfen.

Zoom

Adolph Menzel, 1900

20. August 1829
Brief 1 | Carl Erdmann Menzel an den Sohn Adolph

"Mein herzensguter Adolph!" Der Vater lobt den Fleiß des in Breslau verbliebenen 13jährigen und das Gelingen seiner Arbeiten. Er gibt Ratschläge für die Arbeit am Porträt des 78jährigen Breslauer Fürstbischofs Emanuel von Schimoni Schimonski, das, wie er am 28. Juli angeordnet hat, nach einer schon vorhandenen Zeichnung auf den Stein übertragen werden soll. Eine Lithographie Adolphs für J. A. Kutzens Geschichte des preußischen Staates veranlaßt ihn zu dem Rat, Kreidestriche "ganz zu verarbeiten, damit man davon gar nichts sieht: Strichmanier geht zu Kreidemanier nicht gut. [...] Also guter Herzens Junge sei Du zwar fleißig, vergiß aber auch nicht Deine andern Kopfarbeiten, hauptsächlich vergiß nicht, wo möglich täglich auszugehen, mit Deinem lieben Freund Moritz. Wenn Du zeichnest, da drücke Dich mit der Brust nicht so auf den Tisch, oder gegen den Stein, überhaupt mache Dir nur täglich Bewegung und ängstige Dich nicht bei Deiner Arbeit, sondern nimm Dir Zeit [...]"

Rechtschreibung und Interpunktion der hier veröffentlichten Briefe entspricht den Originalbriefen.

Kommentar erstellen

D355XW