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Georgios Chatzoudis | 29.03.2020 | 894 Aufrufe | 2 | Interviews

28. März 2020 | Coronakrise: Ein Leben im "social distancing"-Modus?

LogBuch "Corona, geisteswissenschaftlich betrachtet". Eine Gesprächsrunde mit Jürgen Zimmerer und Georgios Chatzoudis

Jede große Krise hat auch ihre speziellen Begriffe, die nicht nur unverwechselbar mit der jeweiligen Krise verbunden werden und nicht nur das meinen, was sie buchstäblich wiedergeben, sondern die ein Eigenleben entwickeln und performativen Charakter annehmen. Man könnte von Epochenbegriffen sprechen. Einige Beispiele: Mit 9/11 verbindet man Begrifflichkeiten wie beispielsweise "Achse des Bösen" oder "uneingeschränkte Solidarität", mit der Finanzkrise von 2007 "too big to fail" oder "systemrelevant" und mit der Flüchtlingskrise "refugees welcome" oder "Wir schaffen das!". In der gegenwärtigen Coronakrise ist ein Begriff neu aufgekommen, von dem man noch nicht genau weiß, was er eigentlich genau meint und welche Bedeutung ihm noch zukommen wird: "social distancing". Jürgen Zimmerer und Georgios Chatzoudis haben diesen Begriff mit ihren Chat-Gästen Mahret Ifeoma Kupka und Paul Nolte diskutiert. 

"Eigentlich müsste es 'physical distancing' heißen, oder?"

Chatzoudis: Heute steht das sogenannte "social distancing" auf dem Programm. Zunächst möchte ich gerne auf den Begriff des "social distancing" eingehen, ein Anglizismus mehr, der im Zuge der Coronakrise Eingang in nicht-englische Sprachen gefunden hat. Ein Begriff von nahezu performativem Charakter, der beginnt ein wirkmächtiges Eigenleben zu führen und dabei ziemlich irreführend sein kann. Denn, so meine These zu Beginn, und die ich hier in den Raum stelle: "Social distancing" meint mehr als nur räumlicher Abstand, oder?

Nolte: Ich fand erstmal paradox, dass es sich eben doch darauf bezieht, wo wir doch ganz selbstverständlich von "sozialen Medien" sprechen.

Kupka: Eigentlich müsste es auch "physical distancing" heißen, oder?

Nolte: Ja, genau, denn soziale Kontakte intensivieren sich ja im Moment häufig.

Zimmerer: Eine Frage ist ja, ob wir nicht schon seit Jahren in einem Prozess des "social distancing" sind, der Auflösung alter Solidaritäten etc.

Kupka: Vielleicht nicht so sehr Auflösung als eher Veränderung?

Nolte: Vielleicht, aber es kommen neue Solidaritäten dazu, oder alte werden reaktiviert. Das Drei-Generationen-Verhältnis war historisch kaum jemals so eng wie heute. Das ist ja das Problem mit den Opas und Omas im Zeichen von Corona.

Zimmerer: Es stimmt doch auch nur bedingt. Wer mit seiner Familie zuhause sitzt, hat einen intensivierten physischen Kontakt. Das fällt in der Debatte etwas hinten runter, finde ich.

Kupka: Absolut!

"Ist 'social distancing' nicht schon längst gesellschaftliche Realität?"

Nolte: Also ja, "physical", und zwar vermessen, als 1,5 Meter, als 2 Meter. Ich hab früher im Geschichtsunterricht gelernt, dass die Bürger im Kaiserreich dem Offizier auswichen, vom Bürgersteig auf die Straße traten. Seltsam, dass man dasselbe heute aus ganz anderen Gründen tut. Und dann frage ich mich, was davon bleibt: Habitualisieren wir das jetzt ein Stück weit, dieses Sich-Weit-Ausweichen?

Chatzoudis: Gute Frage!

Zimmerer: In Deutsch-Südwestafrika mussten die Afrikaner*innen das tun, wenn Deutsche kamen.

Nolte: Ja, sicher ähnlich im amerikanischen Süden. Immerhin, jetzt ist es quasi-egalitär, das ist der historische Fortschritt. :)

Zimmerer: Das Virus ist der große Gleichmacher, zumindest bis es Impfstoffe gibt.

Chatzoudis: Ich möchte mal kurz eine gestrige Beobachtung beim Spaziergang erzählen. An einer Hauswand im Prenzlauer Berg Kölns (Stadtteil Köln-Sülz - nach dem Prenzlauer Berg der angeblich kinderreichste Deutschlands) standen sich zwei Männer gegenüber und tranken Bier. Abstand drei Meter voneinander. Ist das die Lösung? Man trifft sich, aber mit Sicherheitsabstand?

Kupka: Treffen mit Sicherheitsabstand? Nun. Es wird sich ja nur teils teils daran gehalten. Ein Beispiel: Sind die Spielplätze geschlossen, treffen sich die Eltern mit den Kids eben im Hof - von der Straße nicht einsehbar. Außerdem: Das (nicht) Ausweichen war ja auch vor Corona schon ein Thema. Das spitzt sich nun zu.

Chatzoudis: Ok, dann nehme ich den Ball auf und spitze weiter zu: Ist "social distancing" in einem ganz anderen Sinn nicht schon längst gesellschaftliche Realität? Leben wir nicht alle in Milieus, die sich nicht zuletzt durch Abgrenzung zu anderen auszeichnen?

Nolte: Ja, aber da gab oder gibt es dann ja die Nähe in den Milieus. Das, finde ich, ist etwas anderes. Und dann immer wieder die Mischung und physische Nähe in Situationen der Öffentlichkeit, in der U-Bahn - wenn man mal von denen absieht, die gar nicht erst mit der U-Bahn fahren.

Kupka: Stimme dem zu.

Zimmerer: Soziale Vereinzelung, ja, Vereinsamung ist ein Signum neoliberaler Zeiten. Erleben wir nicht eher die Spitze der Vereinzelung. Jede gegen jeden, und nun auch im Kampf ums Klopapier...

Nolte: Neoliberale Vereinsamung? Glaube ich nicht. Diejenigen, die vom Neoliberalismus profitiert haben, die haben das sehr gut miteinander in Einklang gebracht: Ich, ich, ich - und soziale Kontakte en masse!

Zimmerer: Aber nur die Gewinner.

Nolte: Ja, vor allem die akademischen Mittelschichten. Also, wir!

"Die politische Gesellschaft braucht Face-to-Face-Kontakte"

Kupka: Soziale Kontakte sind auf der ganzen Welt verteilt, andere Formen der Kommunikation und des Sich-Nahe-Seins gelebte Realität. Interessant finde ich auch, wie unterschiedlich das Konzept greift. Mein direkter Alltag hat sich zum Beispiel kaum verändert.

Chatzoudis: Liegt das an der Digitalität des Alltags, Frau Kupka? Anders gefragt: Verstärkt der digitale Alltag eine soziale Praxis wie "social distancing" – Stichwort: "Soziale Netzwerke" etc.?

Kupka: Ich denke schon.

Chatzoudis: Anders gefragt: Sind wir nicht längst darin geübt, "social distancing" im Sinne von "physical distancing" zu praktizieren?

Kupka: Sicher nicht alle, aber viele, die ohnehin schon größtenteils online leben.

Zimmerer: Kann man online leben?

Kupka: Auf Dauer sicher nicht. Ich reise schließlich sehr viel, das kann ich nun nicht mehr. Freundschaften und Beziehungen brauchen auch das Physische. Ich denke, dass es auch eine Typ-Frage ist. Es kreisen viele Memes im Netz, die Intro- gegen Extrovertierte darstellen.

Nolte: Nein, man kann definitiv nicht online leben. Und mein Alltag hat sich sehr verändert! Ich sehe mein Team nicht mehr, meine Kolleg/innen. Ich sehe meine Freunde nicht mehr. Ich kann meinen Bruder, meinen Neffen nicht sehen, obwohl die in Berlin wohnen, 15 Kilometer entfernt. Das ist schlimm.

Chatzoudis: Ja, das ist ein Punkt.

Nolte: Ich möchte die Aufmerksamkeit auf das öffentliche Leben lenken, auf die politische Gesellschaft. Die braucht Face-to-Face-Kontakte - und zwar nicht nur im "Facetimen", sondern als Kommunikation unter Anwesenden. Ob in der Demonstration oder in ritualisierten Handlungen, wie beim Abendmahl in der Kirche.

Zimmerer: Aber gerade mit meinem Team kann ich über Skype etc. Kontakt halten. Da sind wir wieder bei den technikaffinen Gewinnern. Denn es gibt Menschen in unserer Gesellschaft, denen nicht einmal das zur Verfügung steht. Auf die müssen wir aufpassen.

Kupka: Das zeigte sich ja auch beim e-Learning. Das viele Schüler*innen gar nicht teilnehmen können, weil sie kein Internet zu Hause haben. 

Nolte: Ja, das "Homeschooling" vergrößert die soziale Ungleichheit, wenn es noch länger andauert.

Zimmerer: Und zwar noch viel stärker, als wir es eh schon haben.

Nolte: Übrigens gab es heute in Berlin die ersten spontanen Demos, die sich über die Verbote hinwegsetzten, sehr interessant.

Zimmerer: Demos auch gegen die Anordnungen?

Nolte: Ja, zum Teil auch, habe ich vorhin nur flüchtig gesehen. Aber für vergessene Themen: Die Geflüchteten auf Lesbos, usw. Aber ich bleibe noch mal bei der politischen Öffentlichkeit: Das ist keine Frage von individueller Disposition. Das brauchen wir.

Kupka: Aber ist das Digitale per se nicht auch eine Öffentlichkeit?

Zimmerer:  Habe heute übrigens eine interessante Beobachtung über Deutschland und Großbritannien gelesen. Technisch-medizinisch ist in Deutschland alles tipptopp, aber das Soziale kommt zu kurz. In Großbritannien gibt es tausende Freiwillige, die sich um Ältere kümmern - bei deutlich schlechter aufgestellter medizinischer Versorgung.

"Ein Stück Abstand zu Fremden ist ja auch oft gut"

Chatzoudis: Ich komme noch mal auf das Beispiel mit der Demo zurück und spitze zu: Ist es nicht beinahe erschreckend, wie leicht uns das "social distancing" fällt? Oder sind wir alle nur verantwortungsvolle Bürgerinnen und Bürger, die verstanden haben, was gerade die Stunde geschlagen hat?

Kupka: Ich glaube Letzteres und viele halten sich ja auch gar nicht so genau daran. :)

Nolte: Ich bin mir nicht sicher, ob es uns leicht fällt. Mein Gefühl und meine Sorge ist eher, dass sich da enorme Spannungen aufbauen.

Chatzoudis: Wie meinen Sie das?

Nolte: Ein Stück Abstand zu Fremden ist ja auch oft gut. Auch da können die Deutschen lernen. Zum Beispiel in der U-Bahn: Manspreading gibt es in London nicht. Also "social distancing" als Respekt vor der Integrität des Anderen! Wenn das bleibt, dem Anderen nicht ungewollt auf die Pelle zu rücken, wäre das gut!

Kupka: Kein Manspreading in London? Aber das meinte ich vorher ja: das Ausweichen auf Gehwegen zum Beispiel sollte ja nicht erst seit Corona höfliche Selbstverständlichkeit sein. 

"Ein Dammbruch, mit der Möglichkeit der Wiederholung"

Zimmerer: Welche Folgen wird das "social distancing" denn für die Politik haben, für das Verständnis des Politischen und der Gemeinschaft? Das frage ich mich.

Nolte: So, wie es praktiziert wird, zerstört es demokratische Öffentlichkeit. Denn ein Parlament unter Nicht-Anwesenden ist für mich nur schwer vorstellbar.

Zimmerer: Ja, außerdem unterbindet es unsere Möglichkeit, sich dagegen zu organisieren.

Nolte: Oder eben eine Demo, bei der man sich nicht unterhakt. Das sind ja performative Zeichen, die wir tief eingeübt haben.

Zimmerer: Eine Demo von maximal zwei Menschen...

Chatzoudis: Das ist ein Punkt. Ist dann das Konzept des "social distancing" nicht höchst undemokratisch, wenn Menschen nicht mehr zusammenrücken sollen, sondern auf Abstand zueinander gehen müssen?

Kupka: Mir fällt es ehrlich gesagt sehr schwer, darauf eine pauschale Antwort zu geben.

Nolte: Und ich denke, dass man fairerweise sagen muss, dass niemand im Moment "social distancing" idealisiert, sondern es gilt als Notmaßnahme.

Zimmerer: Aber es ist ein Dammbruch, mit der Möglichkeit der Wiederholung.

Chatzoudis: Ja, eben, und der Begriff "social distancing" ist bislang überwiegend positiv konnotiert. Dabei meint er aber originär mehr, als nur auf räumlichen Abstand zu gehen.

Nolte: Ja, es gibt die Gefahr, dass davon etwas bleibt, zum Beispiel wegen der bleibenden Angst. Ich sehe eine "Zwei-Meter-Gesellschaft" vor mir, in der jeder in einer unsichtbaren Bubble dieser Größe durch den öffentlichen Raum schwebt.

Chatzoudis: Genau.

Zimmerer: Klingt ja auf Englisch auch besser als im Deutschen: "Soziale Distanzierung" ist schon nahe an "sozialer Kälte".

Chatzoudis: In Großbritannien wird der Begriff "social distancing" allerdings auch schon kritisiert.

Zimmerer: Wo?

Chatzoudis: In zwei Artikeln, die ich in der Wikipedia zum Begriff "social distancing" gefunden habe: Victor Tangermann: It's Officially Time to Stop Using The Phrase 'Social Distancing', auf: sciencealert vom 24. März 2020, Quelle: Futurism sowie bei Laura Hensley: Social distancing is out, physical distancing is in — here’s how to do it, auf: globalnews.ca vom 23. März 2020.

Nolte: Mit Blick auf die gegenwärtige Praxis des "social Distancing" ist später aber vielleicht auch das Gegenteil der Fall. Das ist ja ebenfalls ein historisches Muster: Nach der Krise - voll ins Gegenteil. Dann wissen wir das Kuscheln erst richtig zu schätzen.

Zimmerer: Ab in die Clubs, als staatsbürgerliche Pflicht!

"Da sind wir bei dann bei Viren, Distanzierung, Ausgrenzung bis Rassismus"

Chatzoudis: Die Frage ist doch auch: Was könnte der nächste Fall sein, bei dem "social distancing" gefordert oder gar verordnet wird?

Zimmerer: Die Grippe.

Nolte: Ja, und für mich ist vor allem die Frage, ob epidemiologische Ängste sich festsetzen? Dann haben wir das nächstes Jahr wieder, und in drei Jahren, vielleicht auch bei einer normalen Grippewelle.

Chatzoudis: Kein Szenario außerhalb des Gesundheitskontextes?

Nolte: An was denken Sie?!

Chatzoudis: Beispielsweise an den Alltag in Schulen. Wen man so zu meiden hat, auch oft aufgrund sozialer Schranken: "Halte Dich bloß fern von dem..."

Zimmerer: Da sind wir bei dann bei Viren, Distanzierung, Ausgrenzung bis Rassismus. Oder ein Verbot von Ansammlungen und Zusammenrottungen etc. kann auch in anderen Kontexten gelegen kommen.

Nolte: Ja, aber als krisenhafte Verordnung von oben?

Chatzoudis: Das wahrscheinlich nicht. Aber als eingeübte Alltagspraxis vielleicht?

Zimmerer: Oder als Residuen der Coronabekämpfung.

Nolte: Genau, aber beim Rassismus haben wir doch eine positive Entwicklung gesehen: Der Platz im Bus neben dem Menschen anderer Hautfarbe bleibt nicht mehr so leicht leer wie vor zehn oder zwanzig Jahren noch.

Kupka: Das mit dem Sitzplatz würde ich jetzt so nicht unterschreiben. Habe aber auch keine Statistik parat.

Zimmerer: Gestern wurde einer Schwarzen Familie das Einkaufen in einem Drogeriemarkt verboten.

Nolte: Ich geb zu, anekdotische Evidenz bei mir.

Zimmerer: Als asiatisch wahrgenommene Menschen fühlen sich jetzt schon Angriffen ausgesetzt und erfahren Ablehnung.

Nolte: Davon will ich gar nicht ablenken, aber das Seltsame der jetzigen Situation ist doch, dass wir uns auch von Unseresgleichen fernhalten.

Kupka: Also, ich würde bei alldem auch mal gerne einwerfen, dass es noch die Position derer gibt, die "social distancing" im öffentlichen Raum sehr begrüßen. Der öffentliche Raum ist ja nicht nur ein Kuschelplatz, sondern hat für viele, abgesehen von Viren, etwas Bedrohliches.

Chatzoudis: Interessanter Punkt. Den könnten wir das nächste Mal vielleicht noch einmal aufgreifen, denn die halbe Stunde für heute ist rum. Vielen Dank und bis Montag wieder!

Zum Projekt

Entstanden ist das Projekt "LogBuch Corona, geisteswissenschaftlich betrachtet" auf Twitter. Prof. Dr. Jürgen Zimmer von der Universität Hamburg hatte die Frage gestellt, warum sich aus den Geisteswissenschaften kaum Stimmen zur Coronakrise und ihren Folgen Gehör verschaffen. Es müsste ein Forum geben, in dem sich eine geisteswissenschaftliche Debatte entzünden kann. Georgios Chatzoudis hat das interaktive Wissenschaftsportal L.I.S.A. als mögliche Plattform angeboten, auf dem der Chat nun regelmäßig veröffentlicht wird. Geisteswissenschaftlerinnen und Geisteswissenschaftler sind eingeladen sich am Chat zu beteiligen. Zum Auftakt haben uns der Historiker Prof. Dr. Paul Nolte sowie die Kunsthistorikerin Dr. Mahret Ifeoma Kupka für einige Ausgaben zugesagt. Jürgen Zimmerer und Georgios Chatzoudis agieren dabei als mitdebattierende Moderatoren.

Kommentar

von Jens-Holger Jensen | 29.03.2020 | 15:13 Uhr
Meinen herzlichen Dank an Dame und die Herren für die interessante Diskussion.
Zum Thema soziale und/oder physische Distanz möchte ich auf zwei Beiträge aufmerksam machen, die an diesem Wochenende in der F.A.Z (Niklas Maak) und im BR-Fernsehen (BR-Stammtisch, Prof. Klaus Bogenberger) zu lesen bzw. zu hören sind.
Niklas Maak geht in einem ganzseitigen Artikel auf die aktuelle Situation in der "Stadt des Ausnahmezustands" ein und berichtet von einem kürzlich erschienenen Buch der spanischen Architekturtheoretikerin Prof. Beatriz Colomina. Er nennt das Werk "X-Ray Architecture" ein "Schlüsselwerk zur aktuellen Krise und ihren möglichen Folgen für die Stadtplanung".

Der Verkehrswissenschaftler Bogenberger überraschte heute seine Stammtisch-Schwestern und Brüder mit dem Vorschlag: auf Fußwegen einen Richtungsbezug einzuführen. https://www.br.de/br-fernsehen/sendungen/sonntags-stammtisch/index.html (ab 34:45).

Ich bin auf die weiteren Gesprächsprotokolle sehr gespannt und wünsche weiterhin anregende Gespräche in weiterhin angenehmer Atmosphäre.


Kommentar

von Georgios Chatzoudis | 29.03.2020 | 18:47 Uhr
Sehr geehrter Herr Jensen,

haben Sie vielen Dank für Ihr Interesse an unserem LogBuch und Ihren aufmunternden Zuspruch. Danke auch für die zwei interessanten Verweise - es ist schon spannend, in welche Richtungen im Zusammenhang mit "social distancing" derzeit gedacht wird. Das mit der Architektur ist ein bemerkenswerter Gedanke. Mehr individueller Raumanspruch in Zeiten, in denen Wohn- und Lebensräume eher schrumpfen? Stichworte Mieten und Migration. Ein anderer Gedanke kam mir noch: Erinnern Sie sich noch an "Armlänge Abstand" im Zusammenhang mit der Kölner Silvesternacht? Ein Vorläufer der nun eingeübten Praxis "social distancing"? Möglicherweise passt dazu die Bemerkung von Mahret Kupka, die ja zum Ende des Protokolls zurecht zu bedenken gibt, dass Öffentlichkeit und Nähe inzwischen auch als etwas Bedrohliches wahrgenommen werden.

Ich würde mich freuen, weiter mit Ihnen als kommentierenden Leser rechnen zu dürfen.

Viele Grüße
Georgios Chatzoudis

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