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Georgios Chatzoudis | 16.03.2020 | 1239 Aufrufe | 1 | Diskussionen |
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Das Ende des Liberalismus?

L.I.S.A.Bücherkeller mit Ulrike Gúerot (Folge 2)

Der Liberalismus ist in der Defensive - das behaupten nicht nur seine Feinde, sondern auch seine Freunde. Und nicht nur das: Selbst seine Freunde sehen das Ende des Liberalismus herannnahen. So beispielsweise die Autoren der Bücher, die Georgios Chatzoudis in der zweiten Ausgabe von L.I.S.A.Bücherkeller mit Prof. Dr. Ulrike Guérot kritisch bespricht: Den Essay Europadämmerung des bulgarischen Politikwissenschaftlers Ivan Krastev von 2017, dann das Buch Das Licht, das erlosch. Eine Abrechnung, das Ivan Krastev gemeinsam mit dem US-amerikanischen Politikwissenschaftler Stephen Holmes 2019 verfasst hat und schließlich noch die Aufsatzsammlung Das Ende der Illusionen. Politik, Ökonomie und Kultur in der Spätmoderne des deutschen Soziologen Andreas Reckwitz auch von 2019. Alle drei Autoren analysieren eine fundamentale Krise des Liberalismus bisheriger Prägung, versuchen aber daraus aus unterschiedlichen Perspektiven eine neue Vision des Liberalismus abzuleiten. Ob die Ansätze überzeugen, darüber diskutieren Ulrike Guérot und Georgios Chatzoudis. 

Auswahl der Videokapitel

00:11 Einführung in Thema und Bücher
02:35 Worum geht es im Buch "Europadämmerung" von Ivan Krastev?
16:06 Worum geht es im Buch "Das Licht, das erlosch" von Ivan Krastev und Stephen Holmes?
43:01 Worum geht es im Buch "Ende der Illusionen" von Andreas Reckwitz?
51:45 Fazit und Zusammenschau

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L.I.S.A.Bücherkeller

Der L.I.S.A.Bücherkeller ist ein neues Experiment, das sich die L.I.S.A.Redaktion gemeinsam mit Prof. Dr. Ulrike Guérot überlegt hat. Die Idee dahinter: aktuelle und gegenwartsrelevante Bücher, die nicht so sehr im Licht der Öffentlichkeit stehen, in einem Gespräch vorstellen und besprechen. Ort des Geschehens ist der ausgeleuchtete Keller des Stiftungshauses in Düsseldorf.

Videoreihe
L.I.S.A.Bücherkeller

Kommentar

von Quentin Quencher | 16.03.2020 | 19:54 Uhr
Mir fehlt bei der Betrachtung der Veränderungen um den gegenwärtigen Liberalismus, der Aspekt der „geschützten Räume“. Der Liberalismus stellte einen solchen zur Verfügung, das Individuum sollte vor dem Zugriff und den Begehrlichkeiten der Staatsmacht geschützt werden. Dies war insofern möglich, als in einer bipolaren Welt der „Westen“, sprich die USA, die Möglichkeit dafür schuf. Dies war sozusagen der äußerste Schutzrahmen, in dem der Liberalismus seine Schutzfunktion des Individuums ausüben konnte.

Nun, in einer multipolaren Welt, entwickeln sich andere geschützte Räume, in allererster Linie durch die Renaissance der Nationalstaaten. Der äußere Schutzrahmen ist nun nicht mehr so sehr ideologisch begründet, als der „Freie Westen“ beispielsweise, sondern mehr identitär in Form von Volkszugehörigkeit, vielleicht noch, bei Vielvölkerstaaten, als Staatszugehörigkeit. Doch selbst hier sehen wir, wie fragil diese Räume sind. Gerade auch in Hinblick auf die EU.

Ein Liberalismus, der sich in den Raum „Freier Westen“ einordnen konnte, hier seine Schutzfunktion für das Individuum entwickelte, ja sich sogar als Verstärkung des Raumes „Freiheit“ verstand, war aber immer auf den Schutz einer Gemeinschaft angewiesen. Dies führt heute nun zwangsläufig zu Konflikten und einem Anpassungsdruck an den Schutzraum der Nation.

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