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Götz Wörner | 26.05.2013 | 3872 Aufrufe | 3 | Ankündigungen

Leben und Sterben der Brüder Bernhard und Ludwig Becker

Zeitzeugen gesucht!

Es wird nicht einfach sein aufgrund der fortgeschrittenen Zeit Menschen zu finden, die sich an Bernhard und Ludwig Becker erinnern können, jedoch die Bitte an alle Leser, sich zu melden,  wenn Sie im Zusammenhang der im folgenden Text genannten Personen, Orte und Fakten etwas wissen oder jemanden kennen der etwas wissen könnte :

Bitte wenden Sie sich dann an folgende e-mail - Adresse :

bernhardundludwig.becker@googlemail.com

Bernhard Becker und Ludwig Becker waren Zwillingsbrüder. Bernhard nahm sich mit 21 Jahren im Jahr 1937 nach Folterungen und Demütigungen in GESTAPO-Haft im Frankfurter Gerichtsgefängnis das Leben. Ludwig folgte ihm im Jahre 1971 ebenfalls durch Freitod.

Die Zwillinge Bernhard und Ludwig Becker wurden am 7. Dezember 1914 in Frankfurt am Main geboren. Die Mutter, Elisabeth Becker , katholisch, von Beruf Krankenpflegerin mit Wohnsitz in Conin/Argentinien, war eigens zur Entbindung zu ihren Eltern nach Frankfurt gekommen und kehrte bald danach ohne die Kinder nach Südamerika zurück. Die Kinder wurden von ihren Großeltern aufgenommen. Großvater Ludwig Becker war Gürtler und wohnte mit seiner Frau Elisabeth Becker von 1913 bis etwa 1923 in der Weberstraße 75, von 1927 bis 1933 in der Schwarzburgstraße 50 (beide Frankfurt am Main - Nordend). Die neun Jahre alten Zwillinge wohnten später in der Querstraße 5, unbekannt bei welcher Familie. Bernhard und Ludwig waren zunächst Schüler der katholischen Domschule und anschließend der ebenfalls katholischen Spohrschule im Frankfurter Nordend.

Nach dem Volksschulabschluß 1929 absolvierten beide die Ausbildung als Dekorationsmaler mit abschließender Gesellenprüfung 1932. Im Jahr 1937 waren beide eingeschriebene Studenten an der Frankfurter Städelschule (beide in der Klasse der Fachlehrerin Marianne Uhlenhuth / Stoffdruck)

Beide waren Mitglied der katholischen Gemeinde St. Bernhard /Koselstraße Nordend). Bernhard Becker leitete die dortige katholische  Jugendarbeit und seine Gruppe befand sich im Widerspruch zur immer mehr um sich greifenden Nazi-Ideologie. Am 27. November 1937 wurden Bernhard Becker zusammen mit 8 seiner jungen Kameraden, darunter die Brüder Heinz und Wolfgang Herb, Willi Vad, Paul Rötger, Fritz Mink und Horst Stankowski von den "Sachbearbeitern für katholische Kirchenangelegenheiten" der Geheimen Staatspolizei Rudolf Thorn und Oswald Müller verhaftet und ins Gerichtsgefängnis verbracht. Besonders häßlich haben sich hierbei die beiden Frankfurter GeStaPo-Beamten Rudolf Thorn und Heinrich Baab hervorgetan.. Als einziger wurde Bernhard dort behalten und nach einer Verhandlung zwar freigesprochen, jedoch umgehend von der GeStaPo wieder eingesperrt. Er wurde misshandelt und gedemütigt. Am 14. Dezember hat sich Bernhard Becker in seiner Zelle umgebracht, denn er glaubte, damit seine Kameraden retten zu können. Zur Bestattung durch Pfarrer Eckert (St.Bernarhard) gaben ihm damals auf dem Frankfurter Hauptfriedhof fast 1000 Menschen sein letztes Geleit.

Ludwig Becker arbeitete danach in schwieriger Zeit als freier Künstler. Nach dem Krieg erhielt er ein Lehramt an Krefelder Fachschule für künstlerische Web- und Druckgestaltung, kehrte allerdings daraufhin nach Frankfurt zurück und gestaltete Kirchenfenster in Frankfurt und Umgebung und zahlreiche Skraffitos an Kirchen, öffentlichen und profanen Gebäuden. Ludwig Becker war Mitbegründer des Frankfurter Bund Bildender Künstler (BBK) und der Verwertungsgesellschaft BILD-Kunst Bonn. Ludwig Becker kam über den Tod seines Zwillingsbruders nicht hinweg, verfiel mehr und mehr in Depressionen und nahm sich am 28. Dezember 1971 das Leben. Immer um den sich jährenden Zeitpunkt des Todes seines Bruders war der Satz zu hören: Mein Bruder zieht mich zu sich.

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Kommentar

von Georg Kaiser | 29.05.2014 | 12:59 Uhr
Sehr geehrte Damen und Herren,

mehr durch Zufall bin ich auf die Seite der lisa-gerda-henkel-stiftung gekommen und habe den Eintrag dort gelesen.

Ich bin zwar kein Zeitzeuge und habe auch Ludwig Becker nicht gekannt. Ich bin aber im Besitz eines Bildes von Ludwig Becker: „Verkündigungsengel“. Dieses Bild habe ich vor vielen Jahres von meinem Patenonkel, Herrn Pfarrer Helmut Kaiser, überlassen bekommen. Ich vermute, dass er es geschenkt bekommen hat in der Zeit, in der er zumindest kurzzeitig in Krefeld tätig war. Aufgrund der Größe des Bildes habe ich jedoch keine Verwendung und kann es bei mir nicht aufhängen.

Falls Sie Interesse an diesem Bild haben oder jemanden kennen, der an diesem Bild Interesse haben könnte, setzen Sie sich doch bitte mit mir in Verbindung!

Mit freundlichen Grüßen

Georg Kaiser

Georg Kaiser
An St. Marien 12
47906 Kempen

Tel.: 02152/ 510015
Mobil: 0173/3731349

E-Mail: georg.kaiser@online.de

Kommentar

von Georgios Chatzoudis | 30.05.2014 | 10:31 Uhr
Sehr geehrter Herr Kaiser,

haben Sie vielen Dank für Ihren Eintrag und Ihr Angebot. Wir werden Herrn Wörner noch einmal gesondert auf Ihren Kommentar hinweise.

Mit freundlichen Grüßen
Ihre L.I.S.A.Redaktion

Kommentar

von Johannes Heil | 26.12.2017 | 13:34 Uhr
Zufällig bin ich auf der Sucher nach Referenzen zu Ludwig Becker über diese Seite gekommen.

In der Sankt-Vitus-Kirche in Kronberg-Oberhöchstadt
http://www.mariahimmelfahrtimtaunus.de/kirchorte/st-vitus-oberhoechstadt.html
hängt ein großformatiger triachromer Kreuzweg (14 Tafeln), den Ludiwg Becker um 1962 für den Erweiterungsbau geschaffen hat. Bekannt sind die Barockfiguren Mainzer Schulen, während Beckers Zyklus nie erwähnt wird.
Falls interessiert, kann ich gerne Photos schicken.
Beste Grüße, Johannes Heil

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