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Ingolf Seidel | 30.04.2015 | 1102 Aufrufe | Ankündigungen

LaG-Magazin: Kunst und Geschichte. Künstlerische Auseinandersetzungen mit Nationalsozialismus und Holocaust

Das titelgebende Thema „Kunst und Geschichte“ bezieht sich, bis auf Ausnahmen, auf den Nationalsozialismus und die bildende Kunst. Dementsprechend steht die Auseinandersetzung mit Zeichnungen und Bildern, die von Opfern und Verfolgten, häufig in den Lagern unter unmenschlichen Umständen, angefertigt wurden, im Fokus dieser Ausgabe. Neben Zwangsarbeiten im Rahmen von Auftragskunst durch die SS, entstanden in den nationalsozialistischen Lagern, aber auch in Verstecken unter den widrigsten Umständen Bilder, die als Überlebensmittel zur Selbstbehauptung der Häftlinge beitrugen und die zudem das Lagergeschehen dokumentierten. Das Spektrum künstlerischer Auseinandersetzungsformen mit Geschichte ist nicht auf den Nationalsozialismus und auf Arbeiten von ehemaligen Häftlingen beschränkt. So gehören moderne Formen wie die Graphic Novel in das Themenfeld, weshalb zwei Vorstellungen dieser Kunstgattung in der Ausgabe zu finden sind.

Eine Klammer zu unserem Magazin „Den Holocaust erzählen“ bildet der Text von Dirk Rupnow, der das Thema Literatur aufgreift und darauf hinweist, dass Fakten und Fiktion in der Erinnerungskultur eng miteinander verknüpft sind, sodass die Grenzziehungen nicht klar vollzogen werden können.

Eine Krise der Kunstgeschichte, im Sinne der Interpretation der Bilder über den Holocaust, macht Jürgen Kaumkötter aus. Sie zeige sich darin, dass die Bilder auf Illustrationen der Geschichte reduziert werden und die Interpretationshoheit bei den großen Museen wie beispielsweise Yad Vashem, dem Deutschen Historischen Museum oder den Holocaust Museen in den USA läge.

Mit Auftragskunst in den nationalsozialistischen Lagern, die Häftlinge für die SS ausführen mussten, setzt sich Kathrin Schäfer auseinander. Sie geht auf die besondere Stellung der betroffenen Häftlinge im Lager ebenso ein, wie auf die Funktion, die diese Kunstproduktion für SS-Männer haben konnte.

Mit Zeichnungen und Bildern, die Häftlinge in Konzentrations- und Vernichtungslagern aus Gründen der Selbstbehauptung oder aus dokumentarischen Motiven angefertigt haben, befasst sich der Essay von Jörn Wendland.

Am Beispiel des Denkmals der ermordeten Juden Europas geht Sebastian Weinert auf den Zusammenhang von Kunst und Inklusion, bzw. Barrierefreiheit ein und fordert ein  Bewusstsein hierfür bei Künstler/innen ein, die in die Gestaltung von Erinnerungsorten einbezogen sind.

Die beeindruckende Graphic Novel „Irmina“, in der Fragen um Mittäterschaft und Integrität eine zentrale Rolle spielen, stellt unsere Kollegin Constanze Jaiser vor.

Die nächste Ausgabe erscheint am 27. Mai unter dem Titel „Flucht und Migration im Vorfeld und während des Zweiten Weltkrieges“.

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LaG-Magazin April 2015

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