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Georgios Chatzoudis | 08/23/2019 | 347 Views | 1 | Presentations |
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Jürgen Trabant | Linguistischer Reichtum und die vielen Stimmen der Natur

Internationale Konferenz | Alexander von Humboldt: Die ganze Welt, der ganze Mensch (Berlin, 5.-7. Juni 2019)

Alexander von Humboldt und Sprache ist ein Thema, das zu den Spezialgebieten des Sprachwissenschaftlers Prof. Dr. Jürgen Trabant gehört. Seine Arbeiten zeigen, wie sprachbegabt Alexander von Humboldt war, welche Freude er an Sprache hatte und wie leicht es ihm viel, neue Sprachen zu erlernen, beispielswiese Quechua oder Persisch. Im vorliegenden Vortrag konzentriert sich Jürgen Trabant aber weniger auf das Sprachvermögen Alexander von Humboldts, sondern vielmehr auf ein Kapitel in dessen berühmten Buch Ansichten der Natur, das 1808 erschienen ist und 1849 in der dritten Auflage um ein neues Kapitel ergänzt wurde. Diesem nachgereichten Kapitel mit dem Titel Das nächtliche Thierleben im Urwalde, einem besonders geheimnisvollen Kapitel, geht Jürgen Trabant in seinem Vortrag nach.

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Die Konferenz

Die Konferenz nähert sich dem Werk und Wirken Alexander von Humboldts auf sechs thematischen Wegen: (1) Die Welt anders denken, (2) Weltklima und Anthropozän, (3) Kartographie und Räume des politischen Handelns, (4) Die ganze Welt der Kulturen, (5) Lokale Ressourcen und globale Wege, (6) Wissenschaftspraktiken im digitalen Zeitalter.

Zu den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Konferenz zählen David Blankenstein (Berlin), Marie-Noëlle Bourguet (Paris), José Enrique Covarrubias Velasco (Mexiko-Stadt), Ottmar Ette (Potsdam), Wessam Abdelaziz Farag Alieldin (Mansoura), Raquel Gil Montero (Buenos Aires), Barbara Göbel (Berlin), Alberto Gómez Gutiérrez (Bogota), Tobias Kraft (Berlin), Vera M. Kutzinski (Nashville), Jaime Labastida (Mexiko-Stadt), Michelle Müntefering (Berlin), Ulrich Päßler (Berlin), Cettina Rapisarda (Potsdam), Karin Reich (Hamburg), Bénédicte Savoy (Berlin/Paris), Caroline Schaumann (Atlanta), Hans Joachim Schellnhuber (Potsdam), Paulo Asthor Soethe (Curitiba), Jürgen Trabant (Berlin) und Michael Zeuske (Havanna/Köln).

Eine Veranstaltung des Akademienvorhabens „Alexander von Humboldt auf Reisen – Wissenschaft aus der Bewegung“ der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in Zusammenarbeit mit dem Ibero-Amerikanischen Institut – PK, der Alexander von Humboldt-Stiftung und der Universität Potsdam.

Comment

by Schmölders | 28.08.2019 | 13:16
Erst jetzt kann ich mich über den Vortrag von Herrn Trabant und den Text von A.v. Humboldt freuen: denn als Teil der Geschichte der Physiognomik - mein Spezialgebiet - ist der Ausflug zu den Tierstimmen ungemein bereichernd. Natürlich kannte Humboldt das Werk von Lavater - die Physiognomischen Fragmente erschienen 1775-78 - , und die ungeheure Wirkung dieser Weltsicht. Dass die Idee der inneren Charakterisierung eines Lebewesens durch seine äussere Erscheinung nicht nur visuell, sondern auch akustisch stattfindet, wusste ja schon die antike Physiognomik. Schon immer konnte man an der Stimme Männer und Frauen und Kinder , Alte und Junge, Kranke und Gesunde unterscheiden; und schon immer wußte man, wie genau sich Emotionen durch die und in der Stimme abbilden. Die Tierstimmen in der Nacht bilden also immer auch Tiere ab: nicht nur Emotionen - sie charakterisieren die einzelnen Gattungen. Der Löwe äussert sich anders als die Schlange, egal in welcher Laune er ist. Diese physiognomische Basis der Beobachtung scheint mir das Zwischenglied zum Thema Sprachenvielfalt zu bilden; mir scheint evident, dass beide Themen durchaus zusammenhängen, auch wenn Humboldt das nicht erwähnt. Seine Idee einer "Physiognomik der Gewächse" oder der Gebirge zeigt, welche hermeneutische Kraft er dieser parawissenschaftlichen Disziplin zugebilligt hat. Wie Carl Gustav Carus, der seiner Malerei physiognomische Ansichten zugrundelegte, legt Humboldt m.E. die von Lavater etablierte und von Goethe lange Zeit adorierte Wissenswelt diesem Lauschporträt des Urwaldes zugrunde. Vielen Dank, lieber Herr Trabant! Claudia Schmölders

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