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Georgios Chatzoudis | 06.09.2019 | 455 Aufrufe | Vorträge |
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Angela Schwarz | So viel Geschichte war nie? Videospielreihen mit historischen Settings

Kölner Vorträge im Sommersemester 2019 | Die Historie und das Digitale

Wenn Video- oder Computerspiele in eine bestimmte Epoche eingebunden sind oder sich vor einer besonderen historischen Kulisse abspielen - beispielsweise in der Zeit der Kreuzzüge oder der des Zweiten Weltkriegs -, stellt sich immer wieder die Frage, wie es denn um die historische Richtigkeit bestellt ist. Ist das historische Setting korrekt oder letztlich überwiegend frei erfunden? Diese Frage ist für die Historikerin und Videospielexpertin Prof. Dr. Angela Schwarz gar nicht so zentral. Natürlich entsprechen Videospiele nicht exakt geschichtswissenschaftlichen Anforderungen. Wollen sie auch nicht. Angela Schwarz konzentriert sich vielmehr auf einen anderen Aspekt: Ihr geht es weniger darum, ob Geschichte in Videospielen richtig oder falsch dargestellt wird, sondern vielmehr wie sie zum Einsatz kommt. Welche Narrative werden auf historischer Grundlage weitergesponnen, wie verhalten sich diese erfundenen Erzählungen zu den bestehenden und welche sind am Ende wirkmächtig?

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Kölner Vorträge im Sommersemester 2019:
Die Historie und das Digitale. Geschichtswissenschaft im 21. Jahrhundert

Die Geschichtswissenschaft hat in den vergangenen Jahrzehnten viele “turns” erlebt. Sie haben zu einer grundlegenden Neuperspektivierung des Verständnisses von “Geschichte” geführt. Neben der Erweiterung von Quellentypen, Fragestellungen und Gegenständen ist die Reflexion auf die eigenen Quellen und den Konstruktions- wie Repräsentationscharakter von Geschichte als Wissenschaft deutlich gestärkt worden.

Wie reiht sich hier der “digital turn” ein, der sowohl in Forschungszugängen und Publikationsformen wie in wissenschaftlicher Lehre und Kommunikation oder der öffentlichen Repräsentation von Geschichte bereits Realität ist? Was bedeutet der Einzug digitaler Forschungstools in die Geschichtswissenschaft für deren Selbstverständnis und Arbeitsmethoden? Haben sie, wie manche es befürchten, andere erhoffen, ein Potenzial, um nicht nur disziplinäre Grenzen zu perforieren, sondern auch neue Forschungsfragen zu erschließen? Birgt dies die Gefahr einer Spaltung in jene, die sich die zunehmend komplexen neuen Quellenformate, Auswertungsformen und Repräsentationstechniken aneignen, und jenen, die sich den traditionellen Fragestellungen, Methoden und Interpretationsformen verbunden sehen?

Während einige die digitale Herausforderung durch einen erweiterten Methodenkanon einhegen wollen, sehen andere in ihr den entscheidenden Schritt zu einer längst überfälligen Abkehr von etablierten historischen Arbeitsmethoden. So muss diskutiert werden, ob das „Digitale“ in seinen vielen Facetten eine besondere Dimension und Transformation darstellt und wie grundlegend darüber nachzudenken ist, was Geschichte im Zeitalter des digitalen Wandels eigentlich und was eigentlich Geschichte ist.

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