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Georgios Chatzoudis | 13.06.2015 | 1712 Aufrufe | Vorträge

Julius Meier-Graefe (1867-1935) – Grenzgänger der Künste

Begrüßung und Einführung mit Prof. Dr. Beate Söntgen und Prof. Dr. Peter-Klaus Schuster

Vom 12. bis 14. März fand im Max Liebermann Haus in Berlin die internationale Tagung Julius Meier-Graefe (1867-1935) – Grenzgänger der Künste statt. Die Kunsthistorikerin Prof. Dr. Beate Söntgen von der Leuphana Universität Lüneburg verweist in ihrer Begrüßung  auf die gesellschaftliche und individuelle Bedeutung der Kunstkritik und fragt, welche kulturhistorischen Rückschlüsse diese Kritik erlaubt. In welchem Verhältnis standen bei Meier-Graefe die Kunstkritik und ihr Gegenstand, die Kunst?

Videoreihe "Tagung Meier-Graefe"
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Einführung mit Prof. Dr. Peter-Klaus Schuster

Prof. Dr. Peter-Klaus Schuster, Kunsthistoriker und Vorstand der gastgebenden Stiftung Brandenburger Tor, führt in seinem Vortrag kurz in das Thema ein und stellt dabei Julius Meier-Graefe als Grenzgänger der Künste vor. Wie Peter-Klaus Schuster meint, hatte Julius Meier-Graefe vor allem ein Problem: er hatte Erfolg.

Zur Tagung

Der Kunstkritiker, Kunstvermittler und Kunsthändler Julius Meier-Graefe (1867-1935) wurde durch seine außerordentliche Aktivität auf vielen Gebieten der Kunst zu einer zentralen Gestalt des kulturellen Geschehens von der Jahrhundertwende bis zu Beginn der 1920er Jahre. Wie kein anderer etablierte er durch seine Schriften eine „neue Schule des Sehens“, die die moderne, zeitgenössische Kunst in den Vordergrund stellte, aber auch zu einer Neubewertung von Künstlern der Vergangenheit führte. Der heutige Kanon der Kunstgeschichte geht wesentlich auf seine Neuperspektivierung der Kunstgeschichte zurück.  

Durch seine persönliche Verbundenheit mit Künstlern wie Edvard Munch, Henry van de Velde und Henri de Toulouse-Lautrec, als Mitbegründer der bibliophilen Zeitschrift PAN sowie durch seine aktive Förderung der neuen dekorativen Bewegung, des Jugendstils und des französischen Impressionismus, wurde Meier-Graefe zu einem einzigartigen Mentor und Anreger, zu einer kulturellen Instanz. Meier-Graefe verkörperte exemplarisch die „Generalisten“-Generation um 1900, die im Sinne eines europäischen Kulturtransfers keine nationalen Grenzen kannte. Seine lebenslange Verbundenheit mit der Kunst und Kultur Frankreichs machte ihn zu einem bedeutenden Vermittler der Moderne.  

2015 jährt sich das 80. Todesjahr Meier-Graefes – Anlass, diese Grenzgängerfigur in seiner deutschen Hauptwirkungsstätte, Berlin, zu würdigen und erstmals den aktuellen Forschungsstand zu seinem umfangreichen Werk und der modernen Kunstkritik um 1900 auf einer internationalen Tagung zur Diskussion zu stellen.

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