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Georgios Chatzoudis | 29.12.2013 | 2720 Aufrufe | 1 | Interviews

Jamaika - "Die Frage nach Geschenken war einfach"

Wie verbringen Sie Weihnachten und Silvester? Drei Fragen an Birte Timm

Dr. Birte Timm ist Historikerin und forscht derzeit auf Jamaika, genauer am Department of History and Archaeology der University of West Indies in Kingston. Im Rahmen des Marie Curie Stipendiums der Gerda Henkel Stiftung untersucht sie Nationsbildungsprozesse in der englischsprachigen Karibik. Der Titel ihres Projektes lautet: National Heroes and the Process of Nation-Building in the Post-Colonial Anglophone Carribean, 1962-2012.

Dr. Birte Timm

"Adventszeit bei 30 Grad"

L.I.S.A:: Frau Dr. Timm, Sie forschen zurzeit auf Jamaika und haben dort noch die Adventszeit verbracht. Wie ist es, wenn man die Vorweihnachtszeit bei sommerlichen Bedingungen erlebt?

Dr. Timm: Es ist schon ungewohnt die Adventszeit bei 30 Grad zu verleben, der Dezember kam so plötzlich und es fühlte sich noch überhaupt nicht wie das Jahresende an. Nun bin ich im kalten Deutschland, und mit Kerzenschein, Plätzchen und Glühwein kommt so langsam Weinachtsstimmung auf. Zumindest war die Frage nach Geschenken dieses Jahr einfach zu klären: Jamaican Blue Mountain Coffe, Jamaica T-Shirts, Reggae-CDs und kiloweise Jerk Chicken Gewürz...

"Warmen gekochten Schinken, mit diversen Beilagen"

L.I.S.A.: Wie begehen die Jamaikaner die Festtage? Gibt es typische Bräuche oder ist alles ganz ähnlich wie beispielsweise in Deutschland?

Dr. Timm: In Jamaika gibt es eine Mischung aus englischen und amerikanischen Traditionen. Der wichtigste Festtag ist der 25.12., aber auch Boxing Day wird oft für große Feiern mit Freunden und Familie genutzt. Viele Jamaikaner essen Weihnachten Ham, also warmen gekochten Schinken, mit diversen Beilagen wie Ananas, Rice und Bohnen und verschiedene Salate. Viele nutzen diese Zeit und bringen ihr Haus auf Vordermann und streichen es frisch. Eine besondere Tradition ist Sorrel ein Getränk, das aus Blüten gekocht wird und eine leuchtend rote Farbe hat - gerne wird es zu Weihnachten dann mit Jamaikanischem Rum gemischt. Die jungen Leute gehen in dieser Zeit viel aus und es gibt sehr viele Konzerte.

"Mit guten alten Freunden in Hamburg"

L.I.S.A.: Wie werden Sie Silvester verbringen? Was unterscheidet den deutschen oder europäischen vom jamaikanischen bzw. karibischen Jahreswechsel? Und was wünschen Sie sich für 2014?

Dr. Timm: Ich bin in diesem Jahr Silvester in Deutschland und verbringe es mit guten alten Freunden in Hamburg, wo ich auch studiert habe. Gefeiert wird aber in Jamaica auch kräftig, mit Feuerwerk und Musik - letzlich begrüßt man dort das neue Jahr gar nicht anders als hier.

Ich wünsche Ihnen frohe Festtage und einen guten Rutsch in das neue Jahr!

Kommentar

von Mr. Stuart Lee Johnston, Director, Southeast & Caribbean, TOMAR, U.S. of America | 08.01.2016 | 20:46 Uhr
This is to commend Dr. Birte Timm for the absolutely wonderful work that she has started in Jamaica. As an American working in Kingston, I have observed first-hand the results of her project and humanity. Now, both children and adults engage in reading, studying, computer games, and interesting social activities that keep them off the dangerous streets. She is dedicated to her work and studies; especially contagious in her desire to share the history and influence of the greater black diaspora emanating from Jamaica and to the United States and elsewhere. Thanks to her influence, this writer has a deeper appreciation of the people of Jamaica AND Germany! Keep her moving!

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