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Die Entstehung der deutschen Präzisionsuhrmacherei

Humboldts Taschenuhr | Episode 2

Als der Naturforscher Alexander von Humboldt 1799 zur seiner großen Südamerikareise aufbrach, hatte er auch ein Stück Dresden bei sich: eine Präzisionsuhr des sächsischen Uhrmachers Johann Heinrich Seyffert. Die Uhr mit dem Sekundenzeiger sollte vor allem bei der Kartographierung Südamerikas eingesetzt werden. Leider war sie nicht exakt genug - Sekunden konnten bei der Bestimmung der geographischen Längen bereits zu Abweichungen von mehreren hundert Metern führen. Glücklicherweise hatte Alexander von Humboldt eine zweite, präzisere Uhr dabei - eine aus Frankreich. Denn bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts hatte das Uhrhandwerk mehrere Zentren, von denen Dresden eines der bedeutenderen war. Die Historikerin Dr. Sibylle Gluch findet dazu weitere Anhaltspunkte in den Büchern der Dresdner Uhrmacherinnung.

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Das Forschungsprojekt
„Präzision“ war das zentrale Thema der Uhrmacherei des 18. Jahrhunderts. Ein wesentlicher Grund dafür war die Schwierigkeit der geographischen Längenbestimmung auf See. Dieses Problem konnte u. a. durch genau gehende Uhren überwunden werden, die in der Folge eine neuartige, über elitäre Astronomenkreise hinausreichende praktische Bedeutung erhielten. An dem einsetzenden Wettrennen um die präzise Uhr beteiligten sich hauptsächlich französische und englische Uhrmacher. Dementsprechend spielt die deutsche Präzisionsuhrmacherei in der internationalen Forschungsliteratur eine marginale Rolle, während sie in der deutschsprachigen Literatur durch einseitige Fragestellungen mystifiziert und heroisiert wird. Dabei sind die Anfänge der Präzisionsuhrmacherei in Deutschland durch ein komplexes Geflecht von engagierten Individuen, obrigkeitlichen Interessen, institutionellen Möglichkeiten und ökonomischen Notwendigkeiten gekennzeichnet. Dieses vielschichtige Gefüge werde ich anhand der Einführung der Präzisionsuhrmacherei in Sachsen analysieren. Meine Erkenntnisse stehen dabei exemplarisch für die deutsche Präzisionsuhrmacherei, in deren Geschichte Sachsen eine Vorreiterrolle zukommt.

Projektleitung

Dr. Sibylle Gluch

Ort

Dresden

Wissenschaftliche Projektleitung
Dr. Sibylle Gluch

Redaktion
Peter Prestel  

Kamera
Martin Pogac  

Schnitt
Martin Pogac  

Gesamtkonzeption
Gisela Graichen und Peter Prestel

Alle Episoden
Wie alles begann
Episode 1
17.08.2016
Humboldts Taschenuhr
Episode 2
24.08.2016
Die Taschenuhr im Tomographen
Episode 3
31.08.2016
Das Generalinterview mit Dr. Sibylle Gluch
Episode 4
07.09.2016

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