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Prof. Dr. Helmut Brall-Tuchel | 23.06.2016 | 853 Aufrufe | 5 | Ankündigungen

"Hochzeiten in transkultureller Perspektive". Der neue Band der IIK-Abendakademie

Band 4 | Festschrift zum 25-jährigen Bestehen des Instituts für Internationale Kommunikation

Hochzeiten sind Rituale, die Übergänge im Leben von Personen und ihren Gruppen regeln. Der Jubiläumsband zum 25-jährigen Bestehen des Instituts für Internationale Kommunikation e.V. in Düsseldorf und Berlin untersucht Formen und Funktionen dieses wichtigen sozialen Rituals in Geschichte und Gegenwart. Fächerübergreifend werden Theorie, historische Entwicklungen, inner- und transkulturelle Bedeutung von Hochzeit und Eheschließung unter kulturwissenschaftlicher Perspektive betrachtet.

Helmut Brall-Tuchel (Hrsg.): Hochzeiten in transkultureller Perspektive
Festschrift zum 25-jährigen Bestehen des Instituts für Internationale Kommunikation e.V., Vortragsreihe der IIK-Abendakademie - Band 4 - herausgegeben von Heiner Barz und Matthias Jung, Düsseldorf (2016), ISBN 978-3-95758-022-1

Inhalt
Andrea von Hülsen-Esch: Grußwort (Seite 7)
Heiner Barz: Vorwort (Seite 11)
Helmut Brall-Tuchel: Jubiläen, Geburtstage und Hochzeiten in transkultureller
Perspektive (Seite 15)
Burckhard Dücker: Rituale: Formen und Funktionen (Seite 25)
Elke Hartmann: Ehe und Eheanbahnung im klassischen Athen und in Rom zur Zeit der späten Republik (Seite 47)
Helmut Brall-Tuchel: Schwierige Hochzeiten in der deutschen Literatur (Seite 73)
Nikolina Burneva: Hochzeiten in Bulgarien (Seite 95)
Ahmet Toprak: Liebe auf den zweiten Blick? Eheoptionen konservativer
türkeistämmiger Männer (Seite 119)
Elisabeth Scherer: Was heißt ‚japanisch‘ heiraten? Gegenwärtige Shinto-Hochzeiten zwischen ‚Tradition‘ und Individualisierung (Seite 141)
Jennifer Kreckel: Heiratsmigration als (letzte) Chance? Zur Bedeutung der Kategorie Geschlecht in der transkulturellen Heiratsmigration (Seite 171)
Autorinnen und Autoren (Seite 195)

Die Beiträge im Überblick
Die Mehrzahl der Beiträge in diesem Band beschäftigt sich mit dem Thema Eheschließung und mit der Hochzeit im engeren Sinne – dem heutigen Wortgebrauch entsprechend. An den Ritualen und Übergangsriten, die stets bei solchen Anlässen zur Aufführung kommen, lassen sich offenbar spezifische Interessen und Gegensätze in den kulturellen Praktiken und Überzeugungssystemen von Gesellschaften besonders gut beobachten. Hier zeichnen sich auch neuere Entwicklungen und die Ablösungen von Traditionen in markanter Weise ab.

Aus diesem Grund wird der Band eröffnet mit einem Beitrag des Heidelberger Ritualforschers Burckhard DÜCKER, der die „Formen und Funktionen“ von Ritualen analysiert und den wissenschaftlichen Diskurs darüber auf den Prüfstand stellt.

Der Beitrag der Darmstädter Althistorikerin Elke HARTMANN untersucht aus Sicht der Geschlechterforschung die antiken Regeln und Verfahren der Eheschließung. Dabei ist von einer kritischen Reflexion des wissenschaftlichen Interesses an der Geschichte von Ehe und Familie auszugehen, dass im Zusammenhang mit der Formierung des bürgerlichen Lebensstils oder mit speziellen Krisenerfahrungen zu sehen ist.

Der Düsseldorfer Altgermanist Helmut BRALL-TUCHEL wirft einen Blick auf die Heiratsdiskurse in der Literatur des Mittelalters. Er stellt eine Reihe von Modellen vor, mit denen die höfisch-aristokratische Gesellschaft über Chancen und Risiken von Übergängen und Allianzen kommunizierte.

Im Beitrag von Nikolina BURNEVA nähern wir uns zunächst mit einem gewaltigen Schritt vom Oligozän dem 18. Jahrhundert und dann in historischen Abschnitten auch der Gegenwart. Die bulgarische Germanistin und Kulturwissenschaftlerin stellt facettenreich die Regelungen der Übergangssituation Hochzeit im Vielvölkerstaat Bulgarien ins Zentrum der Betrachtung.

Rückbesinnung auf traditionelle Rollen und Rituale scheinen hingegen „auf den ersten Blick“ ein stabilisierender Faktor im Leben „konservativer türkischstämmiger“ junger Männer zu sein. Der Dortmunder Erziehungswissenschaftler Ahmed TOPRAK untersucht die „Eheoptionen“ von Migrantenfamilien und setzt sich mit den Erwartungen, Funktionen und mit den Resultaten dieser Konzepte auseinander.

Der Aufsatz der Düsseldorfer Japanologin Elisabeth SCHERER widmet sich dem gleichen Spannungsfeld auf einem anderen Schauplatz. Denn der Konflikt „zwischen ‚Tradition‘ und Individualisierung“ durchzieht auch die japanische Gegenwartsgesellschaft und zeigt seine Auswirkung bis tief hinein in die Populärkultur.

Unter den Stichworten „Geld“ und „Konsum“ drängt sich in unserem Themenzusammenhang namentlich das Phänomen der Heiratsmigration und damit das Motiv der „verkauften“ und „gekauften“ Braut in den Vordergrund. Die Trierer Spezialistin für Heiratsmigration Jennifer KRECKEL zeigt eindringlich, dass auf diesem Gebiet ein Diskurs über Geschlechterbeziehung und Ethnizität ausgetragen wird, der die Männer mit dem Vorwurf konfrontiert, Frauen als Ware zu betrachten, und die Frauen in diesem Geschäft durchweg zu Opfern erklärt.

Hier kommen die Referenten des Fachkolloquiums „Jubiläen, Geburtstage und Hochzeiten in transkultureller Perspektive“ zu Wort, welches den Anstoß zur Publikation von Band 4 der IIK-Abendakademie gegeben hatte. Das Fachkolloquium fand am 28.11.2014 im Haus der Universität in Düsseldorf statt.

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Kommentar

von Christian auf der Lake | 29.06.2016 | 09:52 Uhr
Da wir uns gemeinsam dem Begriff "Heimat" aus interdisziplinärer Perspektive genähert haben, weckt der Band, der nun aus transkultureller Perspektive auf das Thema "Hochzeit" blickt, mein Interesse. Das klingt sehr vielversprechend! Kann ich den Band online bestellen?

Kommentar

von Prof. Dr. Helmut Brall-Tuchel | 29.06.2016 | 15:30 Uhr
Informationen von Verlagsseite unter:
info@dupress.de
online-Bestellung unter folgenden Adressen:

http://www.schweitzer-online.de/iconparc/webmed/vs=shop/StoreFront/search/main.ipm?

search=connect_expert&init=0&button_generic=result&search_name_for_logging=quick&is_fallback=y&connect_expert_isbn=9783957580221

Kommentar

von Anke Peters M.A. | 06.07.2016 | 14:07 Uhr
Über http://iik.eu/s/Hochzeiten kann man den Band ebenfalls direkt online bestellen.

Kommentar

von MA, Jana Paßmann | 31.10.2016 | 10:48 Uhr
Auszüge aus der Rezension des Bandes "Alltag im Rheinland" (2016), S. 86 f.:

"Die Beiträge des Buches vermitteln am Beispiel Hochzeit fachübergreifend Erkenntnisse, wie Feste in unterschiedlichen kulturellen Kontexten begangen und mit welchen Bedeutungen sie in Geschichte und Gegenwart belegt werden. Deutlich wird die Spannbreite an Formen, Funktionen und Deutungszuweisungen, die dem Phänomen Hochzeit innewohnt. Deutlich wird aber auch, dass sich eben diese Formen, Funktionen und Bedeutungen in einer interkulturellen Gesellschaft zuweilen überlagern, nebeneinander bestehen, kollidieren oder amalgamisieren.
[...]
Es ist das Verdienst des Instituts für Internationale Kommunikation, das Potenzial des Querschnittthemas "Hochzeit" erkannt zu haben, welches nicht nur an den Erfahrungshorizont vieler Menschen andockt, sondern sich in hervorragender Weise dazu eignet, kulturelle Vielfalt und kulturelle Transforamationsprozesse sowohl binnen- als auch transkulturell erklärungsstark vor Augen zu führen."

Kommentar

von Miriam Boutty | 05.07.2017 | 14:25 Uhr
Eine neue Rezension ist erschienen:

Proglas Jahrgang 26, Heft 1, (2017), S. 165-166.

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