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Georgios Chatzoudis | 02.03.2010 | 3149 Aufrufe | Artikel

„Hindukusch“ von Michael Pfrommer

Autorin: Natascha Bagherpour, Universität Bochum

Zu Weihnachten habe ich den historischen Roman „Hindukusch“ von Michael Pfrommer geschenkt bekommen. Er ist 2007 im Zabern-Verlag erschienen, der damit eine neue Reihe historischer Romane ins Leben gerufen hat. Der Autor ist von Haus aus Archäologe und hat bisher sechs historische Romane verfasst.

Sein Buch “Hindukusch“ handelt von der jungen Deutschen Martha von Helm, die einst als Kind mit Ihren Eltern vor den Schergen des 3. Reiches nach Kabul floh und dort aufwuchs. Als junge Frau wird sie dort von den Nazis eingeholt und muss sich, nachdem Ihre Eltern verschwunden sind, alleine durchschlagen. Ihr Mut und ihr sprachliches sowie ihr kulturelles und archäologisches Wissen in so jungen Jahren lassen den Leser fast neidisch werden. Innerhalb von etwa einem Monat gerät die Heldin anscheinend von Stunde zu Stunde in neue Abenteuer und Gefahren und hat so viel persönliches Leid zu verarbeiten, dass selbst der Leser sich nach Erholung sehnt. Die Spannungslinie ist also straff angelegt, lässt aber keinen Höhepunkt aus. Das Buch verdient eher den Titel Krimi, in dem die Hauptfigur auch den „Ermittler“ spielt, und beinhaltet zudem Sinnlichkeit und Erotik.

In die Geschichte webt der Autor immer wieder historische Hintergründe ein, aber ohne sich in Details zu verlieren. Seine romantischen Beschreibungen der gebirgigen Landschaft des Hindukusch machen Lust darauf, Afghanistan selbst einmal zu besuchen, was in der derzeitigen Lage leider mit Gefahren verbunden wäre.

Für mich als junge Archäologin war das Buch eine schöne Abwechslung. Da ich Michael Pfrommer nur aus der Fachliteratur kannte, war ich zuerst irritiert, einen solchen Roman zu lesen und musste mich während der ersten Seiten daran gewöhnen, nicht das Bild eines zu respektierenden Professors vor Augen zu haben. Als Fan des Orients und historischer Romane tauchte ich aber bald in das Abenteurer ein und las das Buch in kurzer Zeit durch.

Insgesamt zeichnet sich das Buch durch gute Kenntnisse der Geographie und Kultur des Orients aus und ist ein beschwingt zu lesender historischer Abenteuerkrimi.

Zoom

Hindukusch-Gebirge in Afghanistan

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