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Björn Schmidt | 22.08.2015 | 1591 Aufrufe | Vorträge |
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"Hilft nichts, sie hassen mich." Meier-Graefe und Frankreich: ein schwieriges Verhältnis

Vortrag von Victor Claass | Tagung "Julius Meier-Graefe (1867-1935)"

Julius Meier-Graefe sei in Frankreich nie wirklich akzeptiert worden, konstatiert Victor Claass, Mitglied der internationalen Forschungsgruppe "Bilderfahrzeuge". Besonders nach dem Ersten Weltkrieg sei Meier-Graefe auf französischer Seite Ziel einer Verleumdungskampagne geworden. In seinem Vortrag widmet sich Claass dem Status Meier-Graefes in Frankreich und seiner dort wenig ausgeprägten Rezeption. Während Prof. Alexandre Kostka in einem früheren Vortrag der Tagung auf Meier-Graefes Verhälnis zu Frankreich aus deutscher Perspektive in den Blick genommen hat, liefert Claass das entsprechende Gegenbild. Wie kam es, dass ein Verfecher des französischen Impressionismus in Frankreich derart negativ aufgenommen wurde? 

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Zur Tagung

Der Kunstkritiker, Kunstvermittler und Kunsthändler Julius Meier-Graefe (1867-1935) wurde durch seine außerordentliche Aktivität auf vielen Gebieten der Kunst zu einer zentralen Gestalt des kulturellen Geschehens von der Jahrhundertwende bis zu Beginn der 1920er Jahre. Wie kein anderer etablierte er durch seine Schriften eine „neue Schule des Sehens“, die die moderne, zeitgenössische Kunst in den Vordergrund stellte, aber auch zu einer Neubewertung von Künstlern der Vergangenheit führte. Der heutige Kanon der Kunstgeschichte geht wesentlich auf seine Neuperspektivierung der Kunstgeschichte zurück.  

Durch seine persönliche Verbundenheit mit Künstlern wie Edvard Munch, Henry van de Velde und Henri de Toulouse-Lautrec, als Mitbegründer der bibliophilen Zeitschrift PAN sowie durch seine aktive Förderung der neuen dekorativen Bewegung, des Jugendstils und des französischen Impressionismus, wurde Meier-Graefe zu einem einzigartigen Mentor und Anreger, zu einer kulturellen Instanz. Meier-Graefe verkörperte exemplarisch die „Generalisten“-Generation um 1900, die im Sinne eines europäischen Kulturtransfers keine nationalen Grenzen kannte. Seine lebenslange Verbundenheit mit der Kunst und Kultur Frankreichs machte ihn zu einem bedeutenden Vermittler der Moderne.  

2015 jährt sich das 80. Todesjahr Meier-Graefes – Anlass, diese Grenzgängerfigur in seiner deutschen Hauptwirkungsstätte, Berlin, zu würdigen und erstmals den aktuellen Forschungsstand zu seinem umfangreichen Werk und der modernen Kunstkritik um 1900 auf einer internationalen Tagung zur Diskussion zu stellen.

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