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Georgios Chatzoudis | 10.04.2012 | 3063 Aufrufe | Vorträge |
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Grenzverschiebungen zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit
Werkstattberichte IV

Videodokumentation zur Tagung
".hist2011 - Geschichte im digitalen Wandel"

Am 14. und 15. September 2011 fand in der Humboldt Universität in Berlin die Tagung ".hist2011 - Geschichte im digitalen Wandel" statt. Mehr als 200 Teilnehmer und Besucher diskutierten über neue Entwicklungen und aktuelle Fragen und Herausforderungen, die für die Geschichtswissenschaft durch den digitalen Wandel entstehen. Die Veranstaltung wurde gemeinsam von der Redaktionen von H-Soz-u-Kult und L.I.S.A. organisiert. In einer kleinen Reihen werden wöchentlich die wichtigsten Vorträge, Diskussionen und Werkstattberichte veröffentlicht.

Parallel zur den Vorträgen der vierten Sektion Grenzverschiebungen zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit fanden in einem anderen Raum die thematisch anknüpfenden Werkstattberichte statt - geleitet von Thomas Meyer.

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Werkstattberichte zur Sektion IV
Einführung von Thomas Meyer

Thomas Meyer, M.A., Redaktion H-Soz-u-Kult, Humboldt-Universität zu Berlin

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Deutsche Digitale Bibliothek - Entwicklungsstand und Perspektiven für die Wissenschaft
Werkstattbericht von Jörn Sieglerschmidt

Die Deutsche Digitale Bibliothek ist eine von vielen weltweit laufenden Bemühungen, den online-Zugang für digitalisierte Information aus Kultur und Wissenschaft zu verbessern. Daher versteht sie sich auch nicht ausschließlich als Datensammler, sondern als Angebot, das erst durch seine vielfältige Vernetzung Nutzen bringen wird ‒ und selbst genutzt wird. Die Deutsche Digitale Bibliothek will nicht nur die Archive, Bibliotheken und Museen berücksichtigen, sondern auch Bild- und Filmarchive sowie Institutionen der Denkmalpflege. Inwieweit die Rundfunk- und Fernsehanstalten sowie die Verlage mitarbeiten werden, ist noch Verhandlungssache. Der Schwerpunkt der Angebote soll auf Digitalisaten in hoher Qualität liegen, das heißt bei Büchern möglichst OCR-erschlossene Volltexte. Auch die hohe Qualität der Metadaten zu den Digitalisaten ist wichtig, denn die Verknüpfung der digitalen Objekten mit weiteren Internetressourcen (semantic web) lässt sich nur so sinnvoll realisieren. Die grundsätzliche Ausrichtung der Deutschen Digitalen Bibliothek ist es, die angebotenen Digitalisate umsonst zugänglich zu machen. Doch wird für die Zukunft, z.B. wenn Verlagsangebote einbezogen werden, der Nachweis auch kommerzieller Angebote nicht ausgeschlossen. Die nicht kommerzielle Nutzung wird bedeutsam sein für den Aufbau der Deutschen Digitalen Bibliothek als Arbeitsplatz für Einzelne und Gruppen, als Möglichkeit, das Angebot mit anderen zu vernetzen und dort in anderen Umgebungen weiterzuentwickeln. Die Deutsche Digitale Bibliothek soll für Schüler/innen, Studierende, an Schulen und Hochschulen Lehrende, Journalist/innen und kulturell bzw. wissenschaftlich Interessierte ein Ort der Kooperation und der sozialen Vernetzung werden. Die Deutsche Digitale Bibliothek will im sogenannten Extranet den Daten liefernden Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen nicht nur die Möglichkeit eröffnen, ihre Daten hochzuladen und zu pflegen, sondern auch weitere Informationen anzubieten. Dazu zählen vor allem Fragen des Urheber-, Verwertungs- und Leistungsschutzrechtes sowie der Lizensierung von geistigem Eigentum. Die Deutsche Digitale Bibliothek wird und muss sich hier eng an die vergleichsweise strengen Vorgaben des deutschen Rechts halten. Trotz solcher möglichen Einschränkungen wird sie der zentrale Nachweisort für Digitalisate aus deutschen Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen sein und somit ältere Plattformen vergleichbarer Art ablösen.

PD Dr. Jörn Sieglerschmidt

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DARIAH-DE – Digital Research Infrastructure for the Arts and Humanities
Werkstattbericht von Stefan Schmunk

Der Vortrag widmete sich der Vorstellung des Projektes DARIAH-DE (Digital Research infrastructure for the Arts and Humanities). DARIAH-DE ist der deutsche Beitrag zum ESFRI-Projekt DARIAH-EU, das den Aufbau von Forschungsinfrastrukturen in den Geistes- und Kulturwissenschaften zum Ziel hat. Die DARIAH Forschungsinfrastruktur kann als ein Instrument angesehen werden, das es erlaubt, unter Einsatz innovativer digitaler Methoden neue Erkenntnisgewinne in den geisteswissenschaftlichen Disziplinen zu erzielen. Zur Förderung und Mitgestaltung dieser innovativen Umwandlungsprozesse ist der Aufbau von Forschungsinfrastrukturen und die Entwicklung von Virtuellen Forschungsumgebungen, die neue, digitale Forschungsmethoden unterstützen, neue Interpretationen bestehenden Wissens sowie die Formulierung von neuen Forschungsfragen und deren Beantwortung ermöglichen, das zentrale Ziel des Vorhabens. In diesem Projektverbund arbeiten Wissenschaftler/innen aus mehreren europäischen Staaten und unterschiedlichen geistes- und kulturwissenschaftlichen Disziplinen zusammen. DARIAH wurde anhand folgender Leitsätze konzipiert:

  • Die größtmögliche Teilnahme und Teilhabe von Forscher/innen und ihren Forschungsprozessen aus den geisteswissenschaftlichen Disziplinen in enger Kooperation mit Informatikern und IT-Spezialisten.
  • Bereitstellung neuer Werkzeuge und Technologien, die von den Fachdisziplinen gefordert werden und die die Integration bereits vorhandener Ressourcen und Infrastrukturen berücksichtigen.
  • Zugriff auf und Nachnutzung von wissenschaftlichen Forschungsdaten und -diensten sowie eine frei zugängliche, technische Forschungsinfrastruktur.

Einen besonderen Stellenwert in DARIAH haben die Aspekte Weiterbildung und Lehre von Methoden und Werkzeugen der Digital Humanities. Gemeinsam mit DH-Spezialisten und geisteswissenschaftlichen Forschern, die DH-Methoden und Werkzeuge einsetzen, sollen Weiterbildungsangebote für Studierende, Doktoranden, Post-Docs und etablierte Wissenschaftler/innen entwickelt werden.

Dr. des. Stefan Schmunk, Institut für Europäische Geschichte (IEG), Mainz

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Europeana Collections 1914-1918
Werkstattbericht von Jens Prellwitz

Der Vortrag widmet sich zwei Digitalisierungsprojekten zum Ersten Weltkrieg, die den Zeitraum auf unterschiedliche Weise beleuchten:

Das internationale Digitalisierungsprojekt „Europeana Collections 1914-1918“, koordiniert durch die Staatsbibliothek zu Berlin, hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2014 rund 400.000 herausragende Quellen aus der Zeit online verfügbar zu machen. Das Projekt wird von der Europäischen Union gefördert und führt die Bestände verschiedener Bibliotheken aus acht europäischen Ländern virtuell zusammen; darunter neben der Staatsbibliothek zu Berlin die Nationalbibliotheken Italiens, Frankreichs, Belgiens, Großbritanniens, Dänemarks, Österreichs und Serbiens. Die Bibliotheken besitzen eine Fülle an Materialien verschiedenster Art und Provenienz. Zum Teil sind diese Quellen jedoch nur eingeschränkt nutzbar, zum Teil sind sie noch nicht als solche identifiziert oder erschlossen. Eine breite Auswahl der Materialien soll im Rahmen des Projektes über das digitale Kulturportal Europeana frei zugänglich gemacht werden. Das Spektrum der ausgewählten gemeinfreien Objekte ermöglicht es, sich mehr der Lebenswirklichkeit der Zeit zwischen 1914 und 1918 an der Front wie in der Heimat zu nähern. Digitalisiert werden Kinder- und Schulbücher, Kriegskochbücher, Erbauungsschriften, persönliche Briefe und Kriegspostkarten, Tagebücher und Fotos ebenso wie Flugblätter und Pamphlete, Karten und Musikalien, Schützengrabenzeitungen, Unterhaltungsliteratur für Gefangene, überlebenspraktische Anleitungen für Frontsoldaten und exemplarisch auch einige gegenständliche Museumsbestände wie Abzeichen, Münzen und Militäruniformen.

Inhaltlich eng mit Europeana Collections 1914-1918 verknüpft ist das Projekt „Erster Weltkrieg in Alltagsdokumenten (Europeana 1914-1918)“. Hier kann jeder historisch Interessierte die gescannten oder digital fotografierten privaten Erinnerungsstücke seiner Familie zum Krieg über eine spezielle Webseite in Europeana hochladen. Ziel dieser Webseite ist es, vor allem jenes Material für die Nachwelt zu erhalten, welches nicht oder nur selten durch staatliche Institutionen aufbewahrt wird: Tagebücher, Feldpostkarten, Briefe, private Fotografien, Urkunden, Artefake jeder Art (Orden, militärische Gegenstände etc.).

Beide Projekte fungieren als große Material- und Quellensammlungen für die Geschichtswissenschaft, die damit in die Lage versetzt werden soll, den Ersten Weltkrieg in neuen Nuancierungen zu deuten.

Dr. Jens Prellwitz, Fachreferent für Politikwissenschaft, Militärwesen und Geschichte der Weltkriege an der Staatsbibliothek zu Berlin

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