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Oliver Zauzig | 26.04.2012 | 1033 Aufrufe | Artikel

Forschungsdatenbank zu Materiellen Modellen in Universitätssammlungen online

In den Jahren 2004 bis 2009 wurde am am Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik der Humboldt-Universität zu Berlin eine von der DFG geförderte Datenbank zu Sammlungen und Museen an deutschen Hochschulen ins Leben gerufen. Im Anschluss an dieses Projekt konnte nun mit dreidimensionalen materiellen Modellen, die aus Kontexten universitärer Forschung und Lehre stammen, eine erste Objektgruppe erschlossen werden. Die präsentierten Bestände stellen einen wertvollen Quellenfundus für eine an Materialitäten interessierte Wissenschaftsgeschichte dar.

 

Materielle Modelle trugen in unterschiedlichen historischen und disziplinären Kontexten zur Generierung und zum Transfer von Wissen bei. So konnten Experimentalmodelle integrale Bestandteile von Forschungsprozessen werden, während didaktische Modelle zur Veranschaulichung jener Gegenstände dienten, denen die Anstrengungen des Wissenserwerbs galten. Als Ausstellungsobjekte tragen die Modelle nach wie vor zur Vermittlung akademischer Praxis gegenüber einem breiteren Publikum bei.

 

Trotz ihrer epistemologischen und kulturhistorischen Relevanz wurden materielle Modelle seitens der wissenschaftshistorischen Forschung bisher nur unzureichend berücksichtigt. Dies lag nicht zuletzt an ihrer mangelnden Sichtbarkeit und schweren Zugänglichkeit für Forschende. Die Datenbank ermöglicht allen Interessierten die Objektrecherche entlang spezifischer Kriterien wie Disziplinen, Herstellern oder verwendeten Materialien. Die einzeln oder in Reihen erfassten Modelle sind mit ihren jeweiligen Sammlungen sowie mit Personen- und Literatureinträgen verknüpft. So entsteht ein Geflecht von Bezügen, dass Einblicke in Wissenschaftspraktiken und -beziehungen ermöglicht. Die Datensätze enthalten Informationen, die weit über eine herkömmliche Bestandserschließung hinausgehen. Damit hält das Projekt Grundlagenmaterial für weitere Forschungsarbeiten bereit.

 

Universitätssammlungen können ihre Bestände eigenständig und kostenlos in der benutzerfreundlichen Datenbank eintragen. Kustodinnen und Kustoden sind herzlich eingeladen, sich diesbezüglich mit dem Projektteam in Verbindung zu setzen.

 

www.universitaetssammlungen.de/modelle

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