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Georgios Chatzoudis | 08.03.2012 | 3518 Aufrufe | Vorträge

Fachinformationen für die Geschichtswissenschaften
Werkstattberichte III

Videodokumentation zur Tagung
".hist2011 - Geschichte im digitalen Wandel"

Am 14. und 15. September 2011 fand in der Humboldt Universität in Berlin die Tagung ".hist2011 - Geschichte im digitalen Wandel" statt. Mehr als 200 Teilnehmer und Besucher diskutierten über neue Entwicklungen und aktuelle Fragen und Herausforderungen, die für die Geschichtswissenschaft durch den digitalen Wandel entstehen. Die Veranstaltung wurde gemeinsam von der Redaktionen von H-Soz-u-Kult und L.I.S.A. organisiert. In einer kleinen Reihen werden wöchentlich die wichtigsten Vorträge, Diskussionen und Werkstattberichte veröffentlicht.

Parallel zur den Vorträgen der dritten Sektion Medialität und Narrativitätt fanden in einem anderen Raum die thematisch anknüfenden Werkstattberichte mit dem Titel Fachinformationen für die Geisteswissenschaften statt.

Zoom
Videoreihe ".hist2011"

Fachbibliographischen Informationsmittel der deutschen Geschichtswissenschaft
Moderation: Gregor Horstkemper

Im europäischen Vergleich verfügt Deutschland über ein sehr gut ausgebautes Angebot an geschichtswissenschaftlichen Fachbibliographien. Um dieses qualitätsvolle Angebot noch besser auf künftige Nutzerbedürfnisse auszurichten, hat am 1. Juli 2011 ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördertes Projekt zur Weiterentwicklung der führenden geschichtswissenschaftlichen Fachbibliographien (Historische Bibliographie /Jahrbuch für historische Forschung, Jahresberichte für deutsche Geschichte, Bibliographie zur Zeitgeschichte) die Arbeit aufgenommen. Ziel des Projekts ist es, diese fachbibliographischen Informationsmittel der deutschen Geschichtswissenschaft zu optimieren und kooperative Arbeitsstrukturen zwischen den beteiligten Bibliographien aufzubauen. Die Zusammenarbeit wird sich sowohl auf technische wie auf konzeptionelle und organisatorische Bereiche erstrecken und die Bayerische Staatsbibliothek als geschichtswissenschaftliche Sondersammelgebietsbibliothek mit einbeziehen. Unter anderem werden ein kooperativ erstellter Datenpool und eine engere Verzahnung der Bibliographien mit der bibliothekarischen Informationsinfrastruktur angestrebt. Zugleich wird es darum gehen, die inhaltlichen Profile der beteiligten Bibliographien zu schärfen, aufeinander abgestimmte Geschäftsgänge zu entwickeln und über einen gemeinsamen Index im Rahmen von Chronicon die Suche in mehreren Bibliographien zugleich zu ermöglichen. Die Vertreter der am Projekt beteiligten Bibliographien erläuterten in einem Podiumsgespräch die grundlegenden Motive und spezifischen Zielsetzungen ihrer Zusammenarbeit. In seinem Kommentar bettete Wilfried Enderle (Göttingen) das laufende DFG-Projekt in einen breiten wissenschaftshistorischen und wissenschaftspolitischen Kontext ein und formulierte über das konkrete Projekt hinausgehende Desiderate, deren Realisierung die geschichtswissenschaftliche Fachinformation insgesamt auf ein neues Niveau bringen könnte (Einbindung auch der Regionalbibliographien in eine künftige deutsche historische Nationalbibliographie, multilinguale Sacherschließung und Bereitstellung von englischsprachigen Abstracts, systematische Erfassung elektronischer Publikationen, Zitationsanalyse und semantische Textanalyse). Anregungen und Nachfragen aus dem Publikum betrafen insbesondere die Einführung eines Identifikators für unselbständig erschienenes Schrifttum und die Bereitstellung von Linked Open Data.

v.l.n.r.: Gregor Horstkemper (Bayerische Staatsbibliothek, München), Dr. Wilfried Enderle (Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek, Göttingen), Dr. Norbert Kunz (Bayerische Staatsbibliothek, München), Dr. Daniel Schlögl (Bibliothek des Instituts für Zeitgeschichte, München), Dr. Stefan Wiederkehr (Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Berlin), Prof. Dr. Helmut Zedelmaier (Ludwig-Maximilians-Universität, München)

"Osteuropa-Dokumente online" (OstDok) – elektronische Volltexte aus einer Hand
Werkstattbericht von Dr. Norbert Kunz

In den Geisteswissenschaften herrschen gegenüber der Nutzung und dem Publizieren elektronischer Veröffentlichungen vielfach noch immer große Vorbehalte, die teils disziplinspezifischer, teils allgemeiner Art sind. Sie reichen etwa von der pauschalen Skepsis gegenüber der Qualität von e-Ressourcen über Probleme bei der Recherche nach den im Internet weit gestreuten Publikationen bis hin zu Fragen der dauerhaften Erhaltung.

An derlei Kritikpunkten setzt das Projekt „OstDok“ („Osteuropa-Dokumente online“, http://www.ostdok.de) bezogen auf den interdisziplinären Bereich der Osteuropastudien an. Ziel sind Auf- und Ausbau des Fachrepositoriums „OstDok“ als zentrale Bereitstellungs- und Publikationsplattform im Internet für einschlägige, im Text durchsuchbare e-Publikationen („Volltexte“). Diese sind durchweg frei zugänglich („open access“). Leser können sie recherchieren und weiterverarbeiten, Bibliothekare und Datenanbieter erschließen und verwalten, Autoren und Institutionen können dagegen eigene Publikationen zur elektronischen Veröffentlichung vorschlagen und in ein Redaktionssystem hochladen.

Die OstDok-Plattform ist am 1. März 2011 in einer Beta-Version mit zahlreichen Service-Funktionen online gegangen. Aktuell sind über 1.500 teils hochaktuelle, wissenschaftsrelevante Werke eingebunden. Ein Relaunch erfolgt Ende Oktober 2011. OstDok ist ein Gemeinschaftsprojekt der Bayerischen Staatsbibliothek München, des Collegium Carolinum München, des Herder-Instituts Marburg sowie des Osteuropa-Instituts Regensburg und wird seit 2009 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.

Dr. Norbert Kunz, seit 2008 Stellvertretender Leiter der Osteuropaabteilung an der Bayerischen Staatsbibliothek Informationswesen.

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