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Can Tunc | 07.07.2014 | 2518 Aufrufe | Vorträge |
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„Europa in globaler Perspektive“ mit Ute Frevert und Andreas Eckert

Akademievorlesung des Jahresthemas 2013|14 „Zukunftsort: EUROPA“

Das Europa des 18. und 19. Jahrhunderts steht gemeinhin für einen Kontinent der Herausbildung der Nationen und der industriellen Moderne. Doch welche Teile der Geschichte verbirgt dieser Blick auf Europa als einen rasanten Erneuerer und Revolutionär ökonomischer sowie gesellschaftlicher Verhältnisse? Die Historiker Ute Frevert und Andreas Eckert nehmen die Kehrseiten einer durch die industrielle Revolution und technischen Fortschritt gekennzeichneten Epoche unter die Lupe. In ihren Vorträgen beleuchten sie die repressiven Fundamente des nationalistisch und imperialistisch geprägten Europas dieser Zeit.

Akademiemitglied Ute Frevert untersucht in ihrem Vortrag den ambivalenten Zusammenhang zwischen kriegerischen Auseinandersetzungen und der Nationenbildung in Europa. So betont sie: „Kriege wirken als Geburtshelfer und Durchlauferhitzer nationaler Bewegungen und Programme. Aber Kriege geraten ihrerseits unter nationalistischen Einfluss und werden je länger, desto mehr als Volkskriege mit entgrenzter Zerstörungsgewalt geführt.“

Krieg und Frieden: Das Europa der Nationalstaaten, Prof. Dr. Ute Frevert, Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

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LABOR DER GEWALT? EUROPÄISCHE IMPERIEN UND KOLONIALE KRIEGE
Vortrag von Prof. Dr. Andreas Eckert

Andreas Eckert, Professor für afrikanische Geschichte, erinnert an eine andere Seite europäischer Gewalt: dem Kolonialismus. Sein Vortrag widmet sich den Komplexitäten kolonialer Herrschaftsgeschichte und fragt nach den Gründen bzw. ideologischen Legitimationsargumenten dieser Gewaltbereitschaft. Schließlich verweist er auf eine Verbindung zwischen kolonialer Gewalterfahrung und der Kriegsführung europäischer Staaten.

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Die Diskussion

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Begrüßung und Eröffnung mit Prof. Dr. Jürgen Renn

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Akademievorlesung "Europa in globaler Perspektive"

Wofür steht Europa? In den vorherrschenden Bildern und Imaginationen von Europa gelten normative Ansprüche auf Rationalität, Aufklärung, Liberalismus, Moderne, bürgerliche Gleichheit und universelle Menschenrechte als Entdeckungen bzw. Leistungen der europäischen Geschichte. Diese sogenannten europäischen Errungenschaften beanspruchen zudem eine weltweite Geltung. Doch ist die Selbstverständlichkeit dieser Annahmen historisch betrachtet haltbar? Welche alternativen Lesarten der europäischen Geschichte entstehen, wenn Europa in globaler Perspektive wahrgenommen wird?

Die Akademievorlesung "Europa in globaler Perspektive", die im Rahmen des Jahresthemas 2013|14 stattfindet, zeichnet die sich im Zeitraum von der frühen Neuzeit bis zur Gegenwart radikal verändernde Rolle Europas in der Welt nach. In Form von Doppelvorträgen werden transformative Epochen europäischer Geschichte aus gegensätzlichen Blickwinkeln neu betrachtet. Mit ihren binnen- und außereuropäischen Sichtweisen präsentieren Akademiemitglieder und Gäste alternative Lesarten, die eine universalistische Geschichtsschreibung in Frage stellen – zugunsten einer Vielfalt der Perspektiven.

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