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Dossier: 1914-2014 - Hundert Jahre Erster Weltkrieg

angelegt am 20.12.2013 von Georgios Chatzoudis

Pünktlich zum 100. Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs hat in Deutschland eine neue Diskussion über Ursachen und Gründe der Ereignisse von 1914 bis 1918 eingesetzt, wie es sie seit der Fischer-Kontrovers vor nun fast 50 Jahren nicht mehr gegeben hat. Auslöser ist das neue Buch des australischen Historikers Prof. Dr. Christoph Clark von der University of Cambridge "Die Schlafwandler", das zu einer Neuinterpretation vor allem der Kriegsschuldfrage eingeladen hat. Im Verlauf des Jahres 2013 sind darüber hinaus zum Ersten Weltkrieg zahlreiche weitere Bücher erschienen, viele Ausstellungen eröffnet und mehrere Vortragsreihen organisiert worden. In diesem Dossier sammeln wir Beiträge zum Ersten Weltkrieg, verbunden mit dem Anspruch, die unterschiedlichen Formen der aktuellen Auseinandersetzungen abzubilden.

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Georgios Chatzoudis | 21.12.2014 | 1968 Aufrufe | Diskussionen

Der Beginn des 1. Weltkriegs - Eine Jahrhundertdebatte?

Podiumsdiskussion auf dem Historikertag 2014 in Göttingen

Der Beginn des Ersten Weltkrieges hat sich 2014 zum hundertsten Mal gejährt. Das Gedenkjahr sorgte bereits im Vorfeld für eine Fülle von Publikationen, unter denen Gerd Krumeichs „Juli 1914. Eine…

Der Beginn des 1. Weltkriegs - Eine Jahrhundertdebatte?
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Georgios Chatzoudis | 19.12.2014 | 705 Aufrufe | Artikel

19. Dez 1914. Sonnabend. Tomaszów

Tagebucheintrag Harry Graf Kessler

Vorgeschickt mit Dzembowski, um ein neues Quartier für das Generalkommando in nordöstlicher Richtung, in der Gegend von Cierniewice zu suchen. Um 10 abgeritten. Auf der Strasse von Tomaszow nach…

19. Dez 1914. Sonnabend. Tomaszów

Kaiserliches Heer, Manöver des Gardekorps bei Döberitz, Aufstellung der Garde-Ulanen, bereits in feldgrauen Uniformen, etwa 1912

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Georgios Chatzoudis | 17.12.2014 | 715 Aufrufe | Artikel

17. Dez. 1914 Donnerstag. Kruszów

Tagebucheintrag Harry Graf Kessler

Früh aus Pabianice abgerückt. Das Generalcommando wurde nach dem Gut Kruszow verlegt, wo bisher blos der Gefechtsstand war. Ich fuhr im Auto mit Franz, unserem österreichischen Generalstäbler. In…

17. Dez. 1914 Donnerstag. Kruszów

30.5 cm Mörser bei Brzezanyin, 1915 (Korps-Kommando Hoffmann)

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Thomas Podranski | 15.12.2014 | 791 Aufrufe | Vorträge

1914 – Mitten in Europa. Die Rhein-Ruhr-Region und der Erste Weltkrieg

Vortrag von Prof. Dr. Theodor Grütter

Prof. Dr. Heinrich Theodor Grütter, Leiter des Ruhr Museums in Essen und Lehrbeauftragter der Universität Duisburg Essen, skizziert in seinem Vortrag unter Berücksichtigung zahlreicher…

1914 – Mitten in Europa. Die Rhein-Ruhr-Region und der Erste Weltkrieg
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Georgios Chatzoudis | 11.12.2014 | 616 Aufrufe | Artikel

11 Dez 1914. Freitag. Pabianice.

Tagebucheintrag Harry Graf Kessler

Ich bin heute Ordonnanz Offizier vom Dienst; muss also hier bleiben. Der Hauptmann Schäfer vom Generalstab sagt, die Entscheidung müsse hier innerhalb von zwei bis drei Tagen fallen. Der springende…

11 Dez 1914. Freitag. Pabianice.

Russian soldiers crossing river near Ivangorod fortress.

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Georgios Chatzoudis | 10.12.2014 | 659 Aufrufe | Artikel

10 Dez. 1914 Donnerstag. Pabianice.

Tagebucheintrag Harry Graf Kessler

Früh um 8 versammelt sich Alles beim Kaffee im Generalkommando: der General, Mutius, die Generalstäbler u Ordonnanzoffiziere; die Aufträge werden verteilt. Ich begleitete den General heute aufs…

10 Dez. 1914 Donnerstag. Pabianice.

Grabensystem im Ersten Weltkrieg, Westfront. Originalbeschreibung: "Englische Darstellung des unterirdischen Krieges an der Westfront".

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Georgios Chatzoudis | 07.12.2014 | 598 Aufrufe | Artikel

7. Dez. 1914 Montag Blészno

Tagebucheintrag Harry Graf Kessler

Heute früh um 4 den Befehl erhalten, mich sofort beim 24ten Corps zu melden, dem ich als Ordonnanzoffizier zugeteilt bin. Um sechs nach Czenstochau gefahren, um mich zu erkundigen, wo mein neues…

7. Dez. 1914 Montag Blészno

Russian wounded going to the rear. Motor ambulances are a rare luxury in Russia and the wounded are frequently two and three days in peasant's carts before they reach the railhead or base hospitals.

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Georgios Chatzoudis | 06.12.2014 | 641 Aufrufe | Artikel

6 Dez. 1914 Sonntag. Blészno.

Tagebucheintrag Harry Graf Kessler

Nach Czenstochau, um die Gräfin Einsiedel zu besuchen, die uns Liebesgaben geschickt hat. Dort den General Below und seinen Stab getroffen, die ebenfalls auf dem Durchmarsch nach Norden sind. Below…

6 Dez. 1914 Sonntag. Blészno.
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Georgios Chatzoudis | 02.12.2014 | 449 Aufrufe | Interviews

"Gavrilo Princip sah sich als Freiheitskämpfer"

Interview mit Gregor Mayer über den Attentäter von Sarajevo

Am 2. Dezember 1914 nahm die fünfte Armee Österreich-Ungarns die serbische Hauptstadt Belgrad ein. Die Nachricht erreichte auch Gavrilo Princip und Nedeljko Čabrinović, die Attentäter vom 28. Juni…

"Gavrilo Princip sah sich als Freiheitskämpfer"
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Thomas Podranski | 01.12.2014 | 1078 Aufrufe | Vorträge

Der Geschichtsbruch des Jahres 1914

Vortrag von Prof. Dr. Lucian Hölscher

Prof. Dr. Lucian Hölscher, emeritierter Professor für Neuere Geschichte und Theorie der Geschichte an der Ruhr-Universität Bochum, beschäftigt sich in seinem Vortrag mit dem Ersten Weltkrieg als…

Der Geschichtsbruch des Jahres 1914

Kommentar

von Hans Günter Thorwarth | 24.12.2013 | 14:06 Uhr
Friedliche Weihnachten!

Es scheint wirklich so zu sein, dass Clarks „Schlafwandler“ ein Feuer entzündet hat, hauptsächlich bei der Diskussion um die Frage, wer die „Schuld“ am Ersten Weltkrieg trug. Wer sich aber in den letzten Jahren über die geschichtlichen Zusammenhänge anhand der bereits zahlreich vorhandenen Geschichts-Literatur informiert hatte und gleichzeitig seinen eigenen Verstand einsetzte, ahnte schon, dass es nicht Deutschland allein sein konnte, das die Hauptschuld am Krieg zu verantworten hatte.

Ich freue mich und ich danke der LISA-Redaktion dafür, dass sie sich dem Thema so ausführlich und differenziert angenommen hat. Hochrangige Beiträge und Interviews auf höchstem Niveau informieren sowohl den Wissenschaftler als auch den interessierten Laien. Ich finde das Dossier „1914-2014“ einen wichtigen und rechtzeitigen Beitrag zur Diskussion und Bildung zum Thema, dass nächstes Jahr seinen „100. Jahrestag feiert“.

Doch bei aller theoretisch-wissenschaftlicher Betrachtung möchte ich eine bescheidene, persönliche Anregung geben: Jeder der sich mit dem Ersten Weltkrieg befasst, sollte nicht versäumen, die ehemaligen Schlachtfelder und Friedhöfe im Westen Europas zu besuchen. Ob in Verdun oder an der Somme, ob in der Champagne oder am „Chemin des Dames“, inmitten der endlosen Gräberreihen der Gefallenen tritt die Frage der „Schuld“ in den Hintergrund. Wenn man die Enge der Festungsanlagen von Douaumont und Vaux betritt und sich mit den Schicksalen der Soldaten beschäftigt, scheint die „große Politik“ nicht mehr wichtig zu sein.

1914 wurde die Kathedrale von Reims durch tagelanges, deutsches Artilleriefeuer stark zerstört, ganze Dörfer an der Front in Frankreich sind während des Krieges völlig verschwunden. Allein beim Kampf um den „Hartmannsweilerkopf“ in den Vogesen fielen über 30.000 Soldaten zwischen 1914 bis 1918. Die Bevölkerung im Elsass hatte man nie gefragt, ob sie „deutsch“ oder „französisch“ sein wollten. Mehrmals musste sie ihre Nationalität wechseln. Ihre Heimat wurde zum Spielball und Zankapfel von Politik und Militär.

Letzte Woche besuchten wir die weihnachtlich und festlich geschmückten Städte, „grenzenlos“ beiderseits des Oberrheins. Unterwegs fielen uns öfters Schulklassen auf, die mit ihren Lehrern die jeweiligen Nachbarländer besuchten. Fröhliche, unbeschwerte französische und deutsche Kinder voller Lebensfreude, in Freiburg und in Straßburg. Wenn wir an die kriegerische, europäische Geschichte zurück denken, erscheint es wie ein Wunder!

Der LISA-Redaktion und allen Leserinnen und Lesern eine friedliches Weihnachtsfest und für 2014 viel Glück, Gesundheit und Erfolg!

Hans Günter Thorwarth

Kommentar

von Dr Susanne Willers | 30.01.2014 | 17:04 Uhr
Mit "social bias" wird in der modernen Anthropologie die "ultrasoziale" (Richerson & Boyd 1998) Grundvoreinstellung des modernen Menschen (H. sapiens sapiens) bezeichnet, genauer: dessen extreme soziale Intelligenz und deren Folgeerscheinungen (s. Herrmann et al. 2007).

Nur die sozial intelligentesten Tiere sind zu kognitiven Höchstleistungen fähig wie Empathie, Theory of Mind, Liebe, Mobbing, Eifersucht, Neid, Hass, etc.

Kennzeichnend für den social bias sind unhinterfragte Voraussetzungen in Aussagen wie "unser Volk", "wir Juden", "die Deutschen wollen...", "Rothemden vs. Gelbhemden", "FC-Bayern Fans", etc. etc.

Dieser social bias dürfte spätestens mit der Sesshaftwerdung genetisch verankert worden sein (vgl. Blut-und-Boden-Ideologien, Nationalismus, Chauvinismus, Kriege).

Auch das heutige (2014) mediale Jubelgeschrei (!) anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums (!) des Ausbruchs des 1. Weltkrieges dürfte ein Anzeichen für einen zunehmenden "deutschen" bzw. "gesamteuropäischen" social bias sein.


Literatur

HERRMANN, Esther et al. (2007): Humans Have Evolved Specialized Skills of Social Cognition: The Cultural Intelligence Hypothesis. Science 317 : 1360-6

RICHERSON, PJ, BOYD, R. (1998): The evolution of human ultrasociality. In: Ethnic conflict and indoctrination (edited by I. Eibl-Eibesfeldt & F.K. Salter), pp. 71-95, Oxford.

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