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Dossier: 1914-2014 - Hundert Jahre Erster Weltkrieg

angelegt am 20.12.2013 von Georgios Chatzoudis

Pünktlich zum 100. Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs hat in Deutschland eine neue Diskussion über Ursachen und Gründe der Ereignisse von 1914 bis 1918 eingesetzt, wie es sie seit der Fischer-Kontrovers vor nun fast 50 Jahren nicht mehr gegeben hat. Auslöser ist das neue Buch des australischen Historikers Prof. Dr. Christoph Clark von der University of Cambridge "Die Schlafwandler", das zu einer Neuinterpretation vor allem der Kriegsschuldfrage eingeladen hat. Im Verlauf des Jahres 2013 sind darüber hinaus zum Ersten Weltkrieg zahlreiche weitere Bücher erschienen, viele Ausstellungen eröffnet und mehrere Vortragsreihen organisiert worden. In diesem Dossier sammeln wir Beiträge zum Ersten Weltkrieg, verbunden mit dem Anspruch, die unterschiedlichen Formen der aktuellen Auseinandersetzungen abzubilden.

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Georgios Chatzoudis | 01.08.2014 | 1092 Aufrufe | Artikel

1. August. 1914. Sonnabend.

Tagebucheintrag von Harry Graf Kessler

"Früh noch keine Antwort Russlands auf das gestrige Ultimatum. Schwer und schwül drückt die Unsicherheit auf die Stimmung. Musch Richter kam zu mir, wir frühstückten zusammen. Er schreibt an…

1. August. 1914. Sonnabend.

Harry Graf Kessler

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Georgios Chatzoudis | 29.07.2014 | 4244 Aufrufe | Interviews

"Uniformierung und Paramilitarisierung der Jugendkultur"

Interview mit Arndt Weinrich über Weltkriegsgedenken in der Weimarer Republik

Sie haben den Ersten Weltkrieg nicht an der Front erlebt. Dafür waren sie noch zu jung - die Töchter und Söhne der Frontsoldaten. Als ihre Väter zurückkehrten, war noch nicht ausgemacht, wie man…

"Uniformierung und Paramilitarisierung der Jugendkultur"

Dr. Arndt Weinrich, Deutsches Historisches Institut Paris

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Georgios Chatzoudis | 25.07.2014 | 1791 Aufrufe | Vorträge

Europäische Städte im Ersten Weltkrieg

Vortrag von Prof. Dr. Thomas Mergel | Tagung "Köln im Ersten Weltkrieg"

Bis zum Ersten Weltkrieg waren die Städte von Kriegshandlungen kaum betroffen - zu weit waren Fronten und Schlachtfelder entfernt, die Kriegsdauer war verhältnismäßig kurz und die direkten…

Europäische Städte im Ersten Weltkrieg
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Georgios Chatzoudis | 22.07.2014 | 888 Aufrufe

"Ein Panoptikum der Zeit von 1880 bis 1937"

Interview mit Dr. Roland S. Kamzelak zur Hybrid-Edition "Tagebuch Harry Graf Kessler"

Das Tagebuch des Diplomaten, Kunstmäzens und Bohemiens Harry Graf Kessler ist eine lebensnahe Quelle zur Erforschung seiner Zeit - also des Zeitraums von 1880 bis 1937. Der Literaturwissenschaftler…

"Ein Panoptikum der Zeit von 1880 bis 1937"
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Hans-Jürgen van Akkeren | 20.07.2014 | 1427 Aufrufe | 1 | Dokumentarfilme

Feste Kaiser Wilhelm II 1893 - Elsass Mutzig

von Hans-Jürgen van Akkeren

Die Feste Kaiser Wilhelm II bei Mutzig im Elsass war die größte und modernste Festungsanlage ihrer Zeit. Sie wurde zwischen 1893 und dem Ersten Weltkrieg erbaut und liegt etwa 20 km westlich von…

Feste Kaiser Wilhelm II 1893 - Elsass Mutzig
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Dr. Birte Ruhardt | 17.07.2014 | 2635 Aufrufe | Interviews

Archäologie und Erster Weltkrieg

Interview mit Dirk Schmitz über Grabungen am Vorabend des Krieges

Am 16. Mai eröffnete im LVR-RömerMuseum im Archäologischen Park Xanten eine Sonderausstellung zum Thema An den Grenzen des Reiches. Grabungen im Xantener Legionslager am Vorabend des Ersten…

Archäologie und Erster Weltkrieg

Abb. 1 Bodenbeschaffenheit während der Ausgrabungen (© LVR-LandesMuseum Bonn)
Abb. 2 Archäologische Doku (© Stefan Arendt, im Auftrag des LVR-Archäologischen Parks Xanten)
Abb. 3 Zeichnung germanischer Gehöfte (© Schulmuseum Bergisch Gladbach)
Abb. 4 Mosaikglas aus Oberägypten, gefunden im Legionslager (© Jürgen Vogel, LVR-LandesMuseum Bonn)
Abb. 5 Römischer Ofen (© LVR-LandesMuseum Bonn)
Abb. 6 Terra-Sigillata-Kelch des M. Perennius Tigranus, gefunden bei den Ausgrabungen auf
dem Xantener Fürstenberg im frühen 20. Jh. (© Stefan Arendt, im Auftrag des LVR-Archäologischen Parks Xanten)

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Anjali D'Souza | 12.07.2014 | 545 Aufrufe | Ankündigungen

aera - breaking history | Journal zum Ersten Weltkrieg

Tagesaktuelle Nachrichten aus dem Jahr 1914 (www.aera-magazin.de)

aera veröffentlicht Artikel, die auf den Tag genau vor hundert Jahren von den Menschen in Deutschland in ihren Zeitungen gelesen wurden. Täglich erscheinen ausgewählte Artikel auf taz.de, das…

aera - breaking history | Journal zum Ersten Weltkrieg
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Georgios Chatzoudis | 10.07.2014 | 4081 Aufrufe | Interviews

"Der Erste Weltkrieg ist uns näher, als wir dachten"

Interview mit Thomas Schleper über die Ausstellung '1914 - Mitten in Europa'

Zum hundertsten Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs zeigen das LVR-Industriemuseum und das Ruhr Museum vom 30. April bis 26. Oktober 2014 in der Mischanlage der Kokerei Zollverein in…

"Der Erste Weltkrieg ist uns näher, als wir dachten"
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Georgios Chatzoudis | 01.07.2014 | 2953 Aufrufe | Interviews

"Schulddebatte wie nach 1918"

Interview mit Christa Pöppelmann über die Julikrise 1914

Auf dem Buchmarkt zum Ersten Weltkrieg dominieren Werke männlicher Historiker. In ihren Publikationen analysieren sie entweder den gesamten Krieg, wie beispielsweise die Bücher von Christopher…

"Schulddebatte wie nach 1918"
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Georgios Chatzoudis | 12.05.2014 | 3928 Aufrufe | 1 | Diskussionen

August 1914. Literarische Bilder aus Moskau, Köln und Sarajevo

History@Debate | Der Webtalk der Gerda Henkel Stiftung und der Körber-Stiftung

Wie erlebten die Menschen in den europäischen Metropolen den Ausbruch des Ersten Weltkriegs? Welche Geschichte erzählen die Quellen? Und welche Geschichten lassen sich aus den Quellen erzählen? 23…

August 1914. Literarische Bilder aus Moskau, Köln und Sarajevo

Kommentar

von Hans Günter Thorwarth | 24.12.2013 | 14:06 Uhr
Friedliche Weihnachten!

Es scheint wirklich so zu sein, dass Clarks „Schlafwandler“ ein Feuer entzündet hat, hauptsächlich bei der Diskussion um die Frage, wer die „Schuld“ am Ersten Weltkrieg trug. Wer sich aber in den letzten Jahren über die geschichtlichen Zusammenhänge anhand der bereits zahlreich vorhandenen Geschichts-Literatur informiert hatte und gleichzeitig seinen eigenen Verstand einsetzte, ahnte schon, dass es nicht Deutschland allein sein konnte, das die Hauptschuld am Krieg zu verantworten hatte.

Ich freue mich und ich danke der LISA-Redaktion dafür, dass sie sich dem Thema so ausführlich und differenziert angenommen hat. Hochrangige Beiträge und Interviews auf höchstem Niveau informieren sowohl den Wissenschaftler als auch den interessierten Laien. Ich finde das Dossier „1914-2014“ einen wichtigen und rechtzeitigen Beitrag zur Diskussion und Bildung zum Thema, dass nächstes Jahr seinen „100. Jahrestag feiert“.

Doch bei aller theoretisch-wissenschaftlicher Betrachtung möchte ich eine bescheidene, persönliche Anregung geben: Jeder der sich mit dem Ersten Weltkrieg befasst, sollte nicht versäumen, die ehemaligen Schlachtfelder und Friedhöfe im Westen Europas zu besuchen. Ob in Verdun oder an der Somme, ob in der Champagne oder am „Chemin des Dames“, inmitten der endlosen Gräberreihen der Gefallenen tritt die Frage der „Schuld“ in den Hintergrund. Wenn man die Enge der Festungsanlagen von Douaumont und Vaux betritt und sich mit den Schicksalen der Soldaten beschäftigt, scheint die „große Politik“ nicht mehr wichtig zu sein.

1914 wurde die Kathedrale von Reims durch tagelanges, deutsches Artilleriefeuer stark zerstört, ganze Dörfer an der Front in Frankreich sind während des Krieges völlig verschwunden. Allein beim Kampf um den „Hartmannsweilerkopf“ in den Vogesen fielen über 30.000 Soldaten zwischen 1914 bis 1918. Die Bevölkerung im Elsass hatte man nie gefragt, ob sie „deutsch“ oder „französisch“ sein wollten. Mehrmals musste sie ihre Nationalität wechseln. Ihre Heimat wurde zum Spielball und Zankapfel von Politik und Militär.

Letzte Woche besuchten wir die weihnachtlich und festlich geschmückten Städte, „grenzenlos“ beiderseits des Oberrheins. Unterwegs fielen uns öfters Schulklassen auf, die mit ihren Lehrern die jeweiligen Nachbarländer besuchten. Fröhliche, unbeschwerte französische und deutsche Kinder voller Lebensfreude, in Freiburg und in Straßburg. Wenn wir an die kriegerische, europäische Geschichte zurück denken, erscheint es wie ein Wunder!

Der LISA-Redaktion und allen Leserinnen und Lesern eine friedliches Weihnachtsfest und für 2014 viel Glück, Gesundheit und Erfolg!

Hans Günter Thorwarth

Kommentar

von Dr Susanne Willers | 30.01.2014 | 17:04 Uhr
Mit "social bias" wird in der modernen Anthropologie die "ultrasoziale" (Richerson & Boyd 1998) Grundvoreinstellung des modernen Menschen (H. sapiens sapiens) bezeichnet, genauer: dessen extreme soziale Intelligenz und deren Folgeerscheinungen (s. Herrmann et al. 2007).

Nur die sozial intelligentesten Tiere sind zu kognitiven Höchstleistungen fähig wie Empathie, Theory of Mind, Liebe, Mobbing, Eifersucht, Neid, Hass, etc.

Kennzeichnend für den social bias sind unhinterfragte Voraussetzungen in Aussagen wie "unser Volk", "wir Juden", "die Deutschen wollen...", "Rothemden vs. Gelbhemden", "FC-Bayern Fans", etc. etc.

Dieser social bias dürfte spätestens mit der Sesshaftwerdung genetisch verankert worden sein (vgl. Blut-und-Boden-Ideologien, Nationalismus, Chauvinismus, Kriege).

Auch das heutige (2014) mediale Jubelgeschrei (!) anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums (!) des Ausbruchs des 1. Weltkrieges dürfte ein Anzeichen für einen zunehmenden "deutschen" bzw. "gesamteuropäischen" social bias sein.


Literatur

HERRMANN, Esther et al. (2007): Humans Have Evolved Specialized Skills of Social Cognition: The Cultural Intelligence Hypothesis. Science 317 : 1360-6

RICHERSON, PJ, BOYD, R. (1998): The evolution of human ultrasociality. In: Ethnic conflict and indoctrination (edited by I. Eibl-Eibesfeldt & F.K. Salter), pp. 71-95, Oxford.

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