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Birgit Marzinka | 28.06.2015 | 538 Aufrufe | Veranstaltungen

#erinnern_kontrovers - Aufbrüche in den Erzählungen zu Holocaust, Nationalsozialismus und Zweitem Weltkrieg

09.07.2015 – 10.07.2015 | Berlin

Am 9. und 10. Juli 2015 richtet die „Agentur für Bildung – Geschichte, Politik und Medien e.V.“, in Kooperation mit der Freien Universität Berlin, Arbeitsbereich Didaktik der Geschichte die Tagung #erinnern_kontrovers in Berlin aus. Die Tagung ist ausgebucht. Es besteht aber die Möglichkeit, den ersten Tagungstag per Livestream online auf dem Tagungsblog http://erinnern.hypotheses.org/ zu verfolgen.

Die Formate und Formen der Erinnerung an Nationalsozialismus, Holocaust und Zweiten Weltkrieg haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Dieser Wandel des Erinnerns an den Nationalsozialismus ist bedingt durch das Ableben der Zeitzeug_innen-Generation, den Übergang vom kommunikativen zum kulturellen Gedächtnis und der damit verbundenen Historisierung. Zudem hat sich die bundesdeutsche Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten u.a. durch Einwanderung stark verändert. Die zunehmende Vielfalt der Gesellschaft wirkt(e) sich auf Geschichtsbilder, Geschichts- und Erinnerungskulturen aus. Digitale Medien mit ihren sozialen Netzwerken und Webangeboten erlauben es außerdem, persönliche Geschichtsbilder einer (breiten) Öffentlichkeit zu präsentieren. Diese Vielfalt stellt neue Aufgaben.

Wie wird zeitgemäßes Erinnern 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges gestaltet? Bieten Generationenwechsel und eine Gesellschaft, die sich zunehmend als eine vielfältige begreift, neue Möglichkeiten die Erinnerung an Nationalsozialismus, Zweiten Weltkrieg und Holocaust zu aktualisieren? Liegen in dieser Vielfalt Chancen für eine breitere Verankerung der Erinnerung oder Gefahren der Geschichtsrelativierung? Enden wir in einem „Chaos der Diversität“ mit Inhalten, die vom historischen Zusammenhang losgelöst sind? Wer gestaltet die Erinnerung? Sind es vor allem staatliche, halbstaatliche oder bürgerschaftliche Akteure? Ist es die Geschichtswissenschaft? Was ist die Rolle der Nachfahren von Überlebenden?

Im Rahmen der Tagung sollen vor diesem Hintergrund Chancen und Herausforderungen für Erinnerungskulturen diskutiert werden.

Wichtig ist uns als Ausrichter_innen dabei der partizipative Charakter der Diskussion. Wir wollen die Teilnehmer_innen durch verschiedene Formate und Methoden in einen Prozess einbeziehen, an dessen Ende eine gemeinsame Thesenbildung zu aktuellen Fragen an die Erinnerungskulturen steht.

Weitere Informationen unter http://erinnern.hypotheses.org/

Datum: 9./10. Juli 2015

Tagungsort: Kalkscheune, Johannisstr. 2, 10117 Berlin

Die Tagung wird gefördert von der Stiftung “Erinnerung, Verantwortung und Zukunft” (EVZ) sowie dem Deutsch-Russischen Museum Berlin-Karlshorst.

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