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Das Massengrab der Maya

EPISODE 6 | Ein Schlüsselstück

Am Día de Muertos wird in Mexiko der Tag der Toten gefeiert, mit bunt bemalten Schädeln und Skeletten. Doch nicht nur für gegenwärtige Kulturen hat der Tod einen besonderen Stellenwert, denn schon die Maya pflegten eine besondere Beziehung zum Tod und Sterben. Dies wird am Massengrab von Uxul deutlich, in dem die Überreste von 25 Männern und zwei Frauen gefunden wurden. Anhand der Schädel und Unterkiefer lassen sich spannende Aussagen über das Leben der Verstorbenen machen, weiß der Archäologe Dr. Nicolaus Seefeld

Das Projekt
Obwohl es in der Mayakunst der Klassik (250-900 n. Chr.) zahlreiche explizite Darstellungen von ritueller Gewalt, (z.B. Erniedrigung von Gefangenen und Opferungen) gibt, konnten physische Belege für diese Praktiken bisher kaum im archäologischen Befund dokumentiert werden. Viele Untersuchungen belegen, dass die klassischen Maya rituelle Gewalt zumeist im Kontext kriegerischer Konflikte anwendeten. Im Rahmen des vorgestellten Forschungsprojektes untersucht Dr. Nicolaus Seefeld den Kontext sowie die politische und religiöse Funktion von ritueller Gewalt in der klassischen Mayagesellschaft. Zentraler Bezugspunkt für diese übergeordnete Fragestellung ist das Massengrab von Uxul, das ich 2013 und 2014 entdeckt, archäologisch dokumentiert und physisch-anthropologisch analysiert habe. Dieses Grab befindet sich in einer künstlichen Höhle und enthält die Überreste von 27 Individuen. Die Untersuchung des Knochenmaterials zeigte, dass nahezu alle Individuen enthauptet und zerstückelt worden waren. Zudem besaßen die meisten Langknochen charakteristische Schnittspuren, die andeuteten, dass das Fleisch vor der Niederlegung der Körperteile abgeschabt worden war.

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