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Dr. Alfred Becker

Göttingen
Ort: Bremen
Universität: Göttingen
Mitglied seit 06.01.2011
E-Mail: dr.albe@arcor.de
Telefon: 0421 627053

Links

www.franks-casket.de

Kurzvita

Jahrgang 1938;
1960 - 67 Studium Anglistik, Germanistik, Theologie (Göttingen)
1968 - 70 Dissertation "Franks Casket" (Runenkästchen von Auzon)
1969 - 70 Wiss. Assistent Univ. Regensburg
1971 Ass. Prof. Midwestern University, Wichita Falls/Tex. USA
1972-98 Studienrat und Studiendirektor Bremen & Niedersachsen


Wissenschaftliches Profil

Forschungsthemen

Frühmittelalter, Runologie, Ikonographie

Aktuelles Projekt

Franks Casket (Runenkästchen von Auzon), Runen- und Bildmagie,runische Komputistik
Umsetzung der Forschungsergebnisse in Romanform auf der Basis von Bede, Ecclesiastical History of the English People
(Historic Faction)

Fachbereich

Anglistik, Skandinavistik

Publikationen

# Alfred Becker: Franks Casket. Zu den Bildern und Inschriften des Runenkästchens von Auzon (Regensburg 1973)
# Alfred Becker, Franks Casket Revisited," Asterisk, A Quarterly Journal of Historical English Studies, 12/2 (2003), 83-128.
# Alfred Becker, The Virgin and the Vamp," Asterisk, A Quarterly Journal of Historical English Studies, 12/4 (2003), 201-209.
# Alfred Becker, A Magic Spell "powered by" a Lunisolar Calendar," Asterisk, A Quarterly Journal of Historical English Studies, 15 (2006), 55 -73.
Beitrag "Ein Schicksalszauber und der Lunisolarkalender" in A. E. Zautner, Der gebundene Mondkalender der Germanen (2013) S. 176 - 187



Als ich mich vor mehr als 40 Jahren erstmals im Rahmen meiner Dissertation mit dem angelsächsischen „Runenkästchen von Auzon“ (nach dem Fundort), auch "Franks Casket", (nach dem Stifter an das Britische Museum) befasste, galt diese Schnitzarbeit aus dem frühen 7. Jahrhundert wegen einer vordergründig christlichen Darstellung (Magier) – neben sechs anderen Motiven aus Geschichte (Titus), Sage (Wieland, Ægil) und Mythologie (Romulus und Remus) – gemeinhin als Reliquiar.
Die alliterierenden Runen f und g der Inschrift auf der Vorderseite ergeben feohgift, also die Gaben, mit denen der Herrscher in der Halle seine Krieger ehrt, wozu sich die beiden Darstellungen, das Bild des Goldschmiedes und das der Geschenke bringenden Magier, fügen. Damit erwies sich der Gegenstand als Gabenkästchen, dessen Bilderfolge – wie wir später entdeckten – in Verbindung mit Runen- und Zahlenmagie das Schicksal seines königlichen Besitzers von der Geburt über Partnerschaft, Feldzug, Sieg und Tod im Kampf bis zum Einzug nach Walhall lenken sollte. Obwohl damit schon damals eine magische Verwendung von Rune, Zahl und Bildformel nachgewiesen war, was auf eine synkretistische Ideenwelt schließen ließ, hat sich die Forschung bis dato nicht von der christlichen Deutung des Objekts verabschieden wollen.
Aber erst der Einsatz des Rechners deckte die computistische Leistung des Runenmeisters auf: Mit der Anzahl der Runen schuf er einen 10-jährigen Sonnenkalender, und mit deren Zahlenwert einen Mondkalender mit gleicher Dauer, wobei 10 als erste Zahl der nächsten Periode gesehen wurde. Ein bislang rätselhaftes, in Latein gehaltenes und in Minuskeln geschriebenes Textstück mitten im altenglischen Runentext erwies sich als Metonischer Zyklus, der Sonnen- und Mondkalender synchronisiert.
Die Ergebnisse sind - Deutsch und Englisch - veröffentlicht unter www.franks-casket.de
Eine Druckversion dieser Seite ist, zwecks Zitierbarkeit, in Arbeit. Ein historischer Roman – eine Familiensaga – soll folgen.