Login

Registrieren
merken
Georgios Chatzoudis | 13.06.2018 | 488 Aufrufe | Artikel

Die Summe geisteswissenschaftlicher Methoden? Fachspezifisches Datenmanagement als Voraussetzung zukunftsorientierten Forschens

Panel "Wissenschaftsorganisation" der Jahrestagung DHd2018 | Kritik der digitalen Vernunft

Das Panel der AG Datenzentren des DHd reiht sich in den fachlich übergreifenden Organisationsprozess zum Datenmanagement ein. Im Mittelpunkt der Diskussion stehen die Veränderung der Datenkultur in der Geisteswissenschaft und damit die Frage, wie Konsolidierung, Vernetzung und fachliche Abrundung von Diensten die Anreize zur wissenschaftlichen Nutzung des Datenmanagements erhöhen können. Dies soll mit zwei Schwerpunktsetzungen erfolgen: 1) Anhand eines Überblicks informiert das Panel über bestehende Angebote von Datenzentren und zeigt dabei auf, welche fachbezogenen Leistungen momentan oder in naher Zukunft von Datenzentren in einem Netzwerk verteilter DH-Strukturen eingebracht werden. 2) Weiterhin fragt das Panel grundlegend nach zentralen Aufgabenstellungen im Bereich von Standards aus den einzelnen Fachgebieten der Geisteswissenschaften: Welche fachlichen Standards müssen Datenzentren über die zuvor gezeigten Ansätze hinaus kooperativ entwickeln, um passfähige Daten für eine möglichst große Breite von Nachnutzungen interdisziplinär abzusichern? Wo liegen Möglichkeiten und wo Grenzen von fachlicher Standardisierung und Normalisierung über die einzelnen Fachdisziplinen der Geisteswissenschaft hinweg?

Es präsentieren, diskutieren und moderieren: Dr. Katrin Moeller, Historisches Datenzentrum Sachsen-Anhalt (Hist-Data), Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg; Marina Lemaire, M.A., Servicezentrum eSciences, Universität Trier; Matej Ďurčo, Austrian Center for Digital Humanities, Österreichische Akademie der Wissenschaften; Dr. Barbara Ebert, Leiterin des Rats für Informationsinfrastrukturen (RfII), Geschäftsstelle Göttingen; Prof. Dr. Lukas Rosenthaler, Data and Service Center for the Humanities DaSCH, Universität Basel (DHLab) und Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften, apl. Prof. Dr. Patrick Sahle, Data Center for the Humanities (DCH), Universität zu Köln; Dr. Ulrike Wuttke, Stellvertretende Vorsitzendeder AG Datenzentren des DHd, Fachbereich Informationswissenschaften, Fachhochschule Potsdam; Dr. Jörg Wettlaufer, Göttingen Centre for DigitalHumanities, Georg-August Universität Göttingen.

00:01 Begrüßung und Einführung Ulrike Wuttke (Potsdam) und Jörg Wettlaufer (Göttingen)

07:37 Vortrag von Katrin Möller (Halle-Wittenberg) | Vorstellung von Diensten und Services in der AG Datenzentren

32:53 Impulsstatement zu Frage1: Welche informatisch-geisteswissenschaftliche Standards brauchen wir im Rahmen von DH? Welche Vor- und Nachteile bringen uns solche Standards? Kann es überhaupt Standards für "die Geisteswissenschaften" geben?

52:23 Impulsstatement zu Frage2: Wie gelingt die Integration von Standards in die Fachwissenschaften bzw. haben wir schon die richtigen Standards für unsere Community?

68:54 Impulsstatement zu Frage3: Wer sollte Standards herausgeben und wie sind diese überhaupt "betreibbar"?

Videoreihe "Jahrestagung DHd2018"
Google Maps

Konferenz

Die Digital Humanities werden häufig als digital transformierte Bearbeitung von Fragestellungen aus den verschiedenen beteiligten Fächern beschrieben. Daneben entsteht der Eindruck, dass die DH in weiten Teilen eine daten-, algorithmen- und werkzeuggetriebene Wissenschaft sei, die von ihren unmittelbaren Möglichkeiten und ihren Praktiken dominiert sei. Wie lässt sich dies aber mit dem kritischen Anspruch der Geisteswissenschaften vereinbaren? Gibt es im Umgang mit digitalen Medien, in der Modellierung, Operationalisierung und Formalisierung der Arbeit mit Computern implizite, stillschweigend akzeptierte Agenden, die einer Reflexion durch einen „Intellectual Criticism“ bedürfen?

Die Tagung soll den Fokus auf die kritische Dimension digitaler Forschung richten und damit Denkanstöße zu Theoriebildung und Epistemologie der digitalen Forschung geben. In diesem Rahmen sollen auch gesellschaftliche, soziale und politische Dimensionen der in allen Bereichen wirksamen Digitalisierungsprozesse unter so heterogenen Begriffen wie Interaktionsformen, Partizipation, Bildung, Digital Literacy sowie Auswirkungen und Rückwirkungen der Digitalität auf Wissenschaft und Gesellschaft diskutiert werden.

Im Rahmen der Tagung sollen daher unter anderem folgende Fragen verfolgt werden:

– Kritik der Digitalisierung – Formate, Standards und Praktiken
– Kritik digitaler Angebote, Projekte und Werkzeuge
– Kritik der digitalen Methoden
– Kritik der digitalen Geisteswissenschaften (traditionelle Fächer und DH)
– Kritik der digitalen Wissenschaftstheorie
– Kritik der digitalen Gesellschaft

Darüber hinaus sind Vorträge zu allgemeinen Themen aus dem Bereich der DH sowie die Diskussion von positiven und negativen, eigenen und fremden Projektergebnissen willkommen.

Die DHd Konferenz 2018 "Kritik der digitalen Vernunft" wurde unter anderen von der Gerda Henkel Stiftung gefördert.

Kommentar erstellen

E6IP2I