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Georgios Chatzoudis | 24.02.2012 | 3039 Aufrufe | 1 | Interviews

"Die Nazis musste man nach 1945 nicht jagen"

Interview mit Beate Klarsfeld

Beate Klarsfeld wurde vor allem durch eine Tat bekannt: 1968 ohrfeigte sie öffentlich den damaligen Bundeskanzler Kurt-Georg Kiesinger wegen seiner früheren NSDAP-Mitgliedschaft. Danach machte sie insbesondere Schlagzeilen im Zusammenhang mit Aktionen gegen NS-Verbrecher wie Klaus Barbie, Alois Brunner, Kurt Lischka, Herbert M. Hagen und Ernst Heinrichsohn. Seither galt sie in den Medien als Nazijägerin - ein Titel, den sie für nicht ganz korrekt hält.

Warum das so ist und wie sie heute zurück auf ihr Engagement blickt, haben wir Beate Klarsfeld in ihrem Büro in Paris gefragt.

Zoom

Beate Klarsfeld in ihrem Büro in Paris

"Die meisten Alt-Nazis lebten friedlich in Deutschland"

"Für mich war es unmöglich, dass Kiesinger Bundeskanzler wurde"

Kurt-Georg Kiesinger, 1967 auf dem CDU-Parteitag in Oberhausen

"Erschießen oder Deportieren war für Klaus Barbie das gleiche"

"Ich sagte: 'Herr Brandt, da muss 'was geschehen!'"

Beate Klarsfeld

"Man konnte etwas tun, um sich moralisch und historisch zu engagieren"

Zoom

Büro von Beate und Serge Klarsfeld - die Abkürzung F.F.D.J.F. steht für die Opferorganisation "Fils et Filles des Déportés Juifs de France", FFDJF (Söhne und Töchter der jüdischen Deportierten Frankreichs).

"Die Presse war uns gegenüber ziemlich loyal"

"Die Ohrfeige bleibt als Skandal an mir haften"

"In Deutschland wird viel getan, um an die Vergangenheit zu erinnern"

Das Interview mit Beate Klarsfeld in einer Datei

Wir haben zuletzt immer wieder die Anregung erhalten, neben der Unterteilung in einzelne Abschnitte, das Audio-Interview auch in einer Datei anzubieten. Der Bitte kommen wir hiermit und in Zukunft gerne nach.

Kommentar

von volljurist | 06.01.2017 | 14:13 Uhr
die klarsfeld..ein bewundernswertes paar, welches sich ordentlich meriten verdient hat!

mich (jahrgang 64, volljurist) graust es, wenn man ex post die unsägliche rechtsprechung der (west)deutschen justiz sieht, erst recht im vergleich zur "wende" nach dem demjanuk urteil des lg münchen...wer da trotz schwerster ns belastung alles weich fiel nach dem zusammenbruch des 3. reichs, unfassbar.

frau klarsfeld geht jedoch fehl, wenn sie hier im interview äussert, der prozeß "bringe nichts".

ohne ihn gäbe es nach aufgabe der unseligen rechtsprechung nichts mehr nach 70 jahren zu kitten.

also wenigstens etwas.

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