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Prof. Dr. Mihran Dabag | 26.02.2018 | 812 Aufrufe | 1 1 Kommentar | Artikel

Die gesellschaftliche Bifurkation in der Flüchtigen Moderne

Vortrag von Matthias Junge im Rahmen der Ringvorlesung "Flüssige Moderne. Weiter-Denken mit Zygmunt Bauman"

In der ersten thematischen Vorlesung der Ringvorlesungsreihe referiert Professor Matthias Junge, Lehrstuhlinhaber für Soziologische Theorien und Theoriegeschichte am Institut für Soziologie und Demographie der Universität Rostock, über die Bedeutung der These der Bifurkation für die Arbeiten von Zygmunt Bauman. Bauman versucht in seinen Arbeiten zu belegen, dass das Andere der Ordnung ein Bestandteil der Gesamtordnung sei, weil Bifurkation, Zweiteilung, aber auch Entgegensetzung, das Ordnungsprinzip der Flüchtigen Moderne seien. In seinem Vortrag definiert Matthias Junge das Baumansche Verständnis von gesellschaftlicher Bifurkation, nennt Beispiele und die Konsequenzen von Bifurkation und fokussiert Vor- und Nachteile der Idee. Denn einerseits ist die Annahme einer Bifurkation ein gutes, weil einfach handhabbares Beobachtungsschema, andererseits läuft man aber damit Gefahr, die „Zwischentöne“ der gesellschaftlichen Realität zu übersehen.

Videoreihe "Ringvorlesung "Flüssige Moderne. Weiter-Denken mit Zygmunt Bauman""

Ringvorlesung "Flüssige Moderne. Weiter-Denken mit Zygmunt Bauman" (Ruhr-Universität Bochum)

Im Januar 2017 ist der Soziologe Zygmunt Bauman im Alter von 91 Jahre verstorben. Die Schlüsselbegriffe, die aus seinem Werk bekannt sind, haben das Denken des 20. und 21. Jahrhundert sowie die Frage nach globaler Ethik entscheidend bestimmt: „Moderne und Ambivalenz“, „Dialektik der Ordnung“, „Flüssige Moderne“, „Die Angst vor den Anderen“. 
Im Rahmen der Ringvorlesung des Instituts für Diaspora- Genozidforschung der Ruhr-Universität Bochum werden sozialphilosophische, kultursoziologische, politische und geschichtswissenschaftliche Aspekte des Werkes von Zygmunt Bauman aufgenommen, nicht zuletzt um in den Schnittflächen, die Bauman selbst zwischen Literatur, Soziologie und Geschichte vorgezeichnet hat, Fragen an unsere Gegenwart zu stellen. Erörtert werden Identitätsgestaltungen von Einzelnen und Gesellschaft in der „postnationalen“ oder „postglobalen“ Gegenwart, der Zusammenhang von Globalisierung und Gewalt, neue Ordnungen von Medien und Konsum, Fluchterfahrungen, aktuelle Formationen politischer Differenz oder „Postmoderne Ethik“.

Kommentar

von Anja Kleinke | 26.02.2018 | 16:16 Uhr
Vielen Dank für diesen Beitrag. Den Vortrag kann man nur weiterempfehlen. Er macht das Denken von Ambivalenz als Teil einer Gesamtordnung sehr deutlich. Es ist ein Vergnügen dem Referenten zuzuhören. Sehr klar gesprochen und mit Anleihen an die Gegenwart. Kommen noch mehr Vorträge dieser Art?

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