Registrieren
Alle Videos
Björn Schmidt | 23.07.2015 | 794 Aufrufe | Vorträge |
merken

Deutsch als Kunst. Zum Stil von Julius Meier-Graefe

Festvortrag von Florian Illies | Tagung "Julius Meier-Graefe (1867-1935)"

"Seine Bücher sind, wenn wir ehrlich sind, Literatur", urteilt Autor und Kunsthistoriker Florian Illies über Julius Meier-Graefe. Illies betrachtet Meier-Graefes Sprache als ursächlich dafür, dass dessen Veröffentlichungen bei Kunstkritikern auf Ablehnung trafen, während andere Leser sie verehrten. Es sei letztlich Meier-Graefes sehr eigene Sprache, die eine nüchterne wissenschaftlich-analytische Annäherung an sein Schaffen verhindere und – wie Illies selbst gesteht – eigentlich auch das Abhalten eines Festvortrags erschwert. Dass zumindest letzteres dennoch gelingen kann, beweist Illies in diesem Beitrag.

L.I.S.A. AUDIO

L.I.S.A. AUDIO

Das Video als Audiostream

Google Maps

Zur Tagung

Der Kunstkritiker, Kunstvermittler und Kunsthändler Julius Meier-Graefe (1867-1935) wurde durch seine außerordentliche Aktivität auf vielen Gebieten der Kunst zu einer zentralen Gestalt des kulturellen Geschehens von der Jahrhundertwende bis zu Beginn der 1920er Jahre. Wie kein anderer etablierte er durch seine Schriften eine „neue Schule des Sehens“, die die moderne, zeitgenössische Kunst in den Vordergrund stellte, aber auch zu einer Neubewertung von Künstlern der Vergangenheit führte. Der heutige Kanon der Kunstgeschichte geht wesentlich auf seine Neuperspektivierung der Kunstgeschichte zurück.  

Durch seine persönliche Verbundenheit mit Künstlern wie Edvard Munch, Henry van de Velde und Henri de Toulouse-Lautrec, als Mitbegründer der bibliophilen Zeitschrift PAN sowie durch seine aktive Förderung der neuen dekorativen Bewegung, des Jugendstils und des französischen Impressionismus, wurde Meier-Graefe zu einem einzigartigen Mentor und Anreger, zu einer kulturellen Instanz. Meier-Graefe verkörperte exemplarisch die „Generalisten“-Generation um 1900, die im Sinne eines europäischen Kulturtransfers keine nationalen Grenzen kannte. Seine lebenslange Verbundenheit mit der Kunst und Kultur Frankreichs machte ihn zu einem bedeutenden Vermittler der Moderne.  

2015 jährt sich das 80. Todesjahr Meier-Graefes – Anlass, diese Grenzgängerfigur in seiner deutschen Hauptwirkungsstätte, Berlin, zu würdigen und erstmals den aktuellen Forschungsstand zu seinem umfangreichen Werk und der modernen Kunstkritik um 1900 auf einer internationalen Tagung zur Diskussion zu stellen.

PDF-Datei downloaden (2.04 MB)

Kommentar erstellen

8QGSFG