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Thomas Podranski | 01.12.2014 | 1079 Aufrufe | Vorträge |
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Der Geschichtsbruch des Jahres 1914

Vortrag von Prof. Dr. Lucian Hölscher

Prof. Dr. Lucian Hölscher, emeritierter Professor für Neuere Geschichte und Theorie der Geschichte an der Ruhr-Universität Bochum, beschäftigt sich in seinem Vortrag mit dem Ersten Weltkrieg als Geschichtsbruch. Er geht dabei in zwei Schritten vor: Zum einen möchte er - ausgehend von der aus seiner Sicht überholten Scheindebatte um die "Kriegsschuldfrage" - ein radikales Konzept von Geschichtsbruch vorstellen. Der These folgend, dass das, was der Erste Weltkrieg gewesen ist und was er für uns heute ist, nur noch zum Teil begreifbar sei, deutet er ihn als biographischen Bruch, als konzeptionell-ästhetischen Bruch und letztlich auch als hermeneutischen Bruch. Im zweiten Teil befasst sich Professor Hölscher mit einer Interpretation als "Hermeneutik des Nicht-Verstehens". Die Geschichtswissenschaft könne, entgegen ihrem eigenen Anspruch, nicht jedes geschichtliche Ereignis erklärbar und verständlich machen. Warum das so sei und welcher Erkenntniswert aus einem solchen Eingeständnis abgeleitet werden könne, skizziert er am Ende des Vortrages.

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Ringvorlesung »1914/15 - Weltkrieg, Massentod, Völkermord - "Gewaltdynamiken" im Blick der Forschung«

Im Rahmen der Ringvorlesung werden ausgewiesene Experten systematisch Einzelaspekte der Gewaltgeschichte des Ersten Weltkrieges diskutieren. Dabei werden die einzelnen Vorträge insbesondere die neue Qualität von Gewaltpraktiken und Gewalterfahrungen im Ersten Weltkrieg in den Blick nehmen sowie die Veränderung von Räumen und Regionen thematisieren. Zudem sollen insbesondere jene „anderen Fronten“, die im Rahmen der aktuell sehr dichten Diskussionen über den Ersten Weltkrieg weniger Berücksichtigung finden, in das Zentrum gerückt werden: Der Krieg in den Kolonien, in der Mittelmeerregion und im Nahen Osten. Integriert werden zudem metatheoretische und forschungsgeschichtliche Betrachtungen zum Ersten Weltkrieg. Nicht zuletzt wird eine kritische Reflektion der Schwerpunkte der aktuellen wissenschaftlichen, öffentlichen und medialen Thematisierung des Kriegsausbruchs im Jahr 1914 sowie der neuen Diskussionen um „Kriegsschuld“ und „Verantwortung“ erfolgen.

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