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Erdbeben in Ostia?

EPISODE 4 | Dem Untergang auf der Spur

Laura Pecchioli will in Ostia einige Stellen noch einmal genau untersuchen. Denn Risse oder sogenannte Verwindungseffekte deuten auf verschieden Kräfte hin, die auf die Gebäude wirkten. Sollten die Merkmale an mehreren Orten zu finden sein, könnten diese Hinweise auf seismische Aktivitäten sein. Eine Besonderheit stellt die Bauforscherin außerdem in der Terme dei Sette Sapienti fest: ein Stützstein mit Befestigungsvorrichtungen für Metallklammern. Dieser war vermutlich eine Präventionsmaßnahme. Die Hinweise sind zahlreich - doch inwiefern werden die Forschungen Pecchiolis auch durch seismologische Untersuchungen bestätigt? Und ist der Niedergang Ostias tatsächlich nur auf ein mögliches Erdbeben zurück zu führen? Welchen Einfluss hatten Krankheiten oder gar der Bedeutungsverlust Roms für die einstige Hafenstadt?

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Das Projekt
Im Forschungsprojekt werden historische (antike bis gegenwärtige) Instandsetzungen an mehrgeschossigen antiken Ziegelbauten am Forum der römischen Hafenstadt Ostia untersucht. Die Gebäude, oft auf problematischem Baugrund errichtet, wurden wiederholt durch Hochwasser und Erdbeben beschädigt und anschließend repariert. Insbesondere die dabei vorgenommenen Präventivmaßnahmen sind bislang kaum erforscht und dokumentiert. Die Ausgrabungen und Restaurierungen vom Anfang des 20. Jh. erfolgten z.T. ohne stringente Methoden, ihre wissenschaftliche Aufarbeitung fehlt bis heute. Im Projekt werden alle verfügbaren historischen Dokumentationen, darunter Fotosammlungen und Grabungstagebücher, einer kritischen Strukturanalyse unterzogen. Daraus abgeleitete archäologisch-kulturhistorische Interpretationen ermöglichen Erkenntnisse über den bisher unbekannten präventiven, konstruktiven Erdbebenschutz. Ferner ergeben sich neue Erkenntnisse über antike Reparaturen im konstruktiven Zusammenhang und deren relativchronologische Einordnung, sowohl im Sinne einer historischen Bauanalyse als auch als Grundlage für künftige Maßnahmen zur Konservierung der historischen Altstadt als weltgrößte Flächenausgrabung.

Projektleitung:

Dr. Laura Pecchioli

Ort:

Ostia, Italien

Kommentar

von Gunst | 27.03.2018 | 08:34 Uhr
Der Hafen von Ostia bietet ein gutes Beispiel für die Verbinunfung von Bauen und Mythologie im Römischen Reich Passend zu seinem Zweck als Handelsknotenpunkt, wurde er auf den Sonnenaufgang am 15. Mai, dem Fest Merkuralia ausgerichtet. Dies ist aber nur ein Aspekt der gewählten Ausrichtung, denn bei römischen Bauwerken wurden durch die gewählte Ausrichtung häufig mehrere Gottheiten einbezogen.

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