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Can Tunc | 02.12.2013 | 3136 Aufrufe | 1 | Vorträge |
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Das osmanische Sarajevo: Multikulturalität zwischen Toleranz und Unduldsamkeit

Vortrag von Prof. Dr. Holm Sundhaussen

Über Jahrhunderte hinweg war Sarajevo eine multikulturelle Stadt. Durch das Attentat von 1914 und die Belagerung der Stadt 1992-1994 ist ihre Multikulturalität in der internationalen Erinnerungskultur in ein zweifelhaftes Licht geraten. Wie gestalten sich die Beziehungen zwischen den vier in Sarajevo beheimateten Religionsgemeinschaften in der osmanischen Periode der Stadtgeschichte zwischen 1462 und 1878? Waren sie konftliktfrei? War Sarajevo ein Modell für Toleranz und Offenheit, als das es oft beschworen wird? Oder handelt es sich um eine Mystifikation? Und wenn Sarajevo ein Ort des friedfertigen Zusammenlebens war, wann und warum ist dieses Modell zerbrochen? In seinem Vortrag versucht der Historiker und Südosteuropa-Experte Holm Sundhaussen eine Antwort auf diese Fragen zu finden.

Die Begrüßung mit Prof. Dr. Etienne François

Europa in der Krise

Die Europäische Union erlebt mit der Euro-, Staatsschulden- und Wirtschaftskrise in einigen Mitgliedsländern die größte Herausforderung seit ihrer Gründung. Dabei beziehen sich die Krisensymptome nicht allein auf den Bereich des Wirtschaftlichen. Die Unterstützung der Bürger für das europäische Projekt ist rückläufig, nationale Stereotype feiern eine nicht geahnte Renaissance, die kulturellen Gemeinsamkeiten, die die Grundlage für Vertrauen und Solidarität zwischen den Ländern der EU bilden könnten, scheinen schwächer zu sein als vermutet. Während manche Beobachter das Projekt Europa schon als gescheitert betrachten und eine Stärkung der Nationalstaaten fordern, sehen andere die Zukunft und die Lösung der Krise nicht in einem Weniger, sondern gerade in einem Mehr an Europa. Sie fordern eine weitere Vertiefung der Europäischen Union, eine einheitliche Wirtschafts- und Sozialpolitik und endlich auch eine Demokratisierung Europas.

Welches sind die Ursachen der anhaltenden Krise und welche wirtschaftlichen und politischen Lösungen sind aus wissenschaftlicher Perspektive notwendig? Welche davon sind wahrscheinlich? Und wie ist es um die historischen und kulturellen Voraussetzungen eines gemeinsamen Europas bestellt? Diese und ähnliche Fragen stehen im Mittelpunkt der Vortragsreihe, die sowohl von Mitgliedern der Akademie als auch von Gästen bestritten wird. Mit den Vorträgen leistet die Akademie einen Beitrag zu den aktuellen Debatten über die Zukunft der Europäischen Union und versucht zugleich, diese durch das Einspielen wissenschaftlicher Perspektiven aus verschiedenen Disziplinen zu versachlichen.

Kommentar

von Quentin Quencher | 28.12.2013 | 20:00 Uhr
Erst einmal vielen Dank für diese ganze Vortragsreihe. Sehr interessant. Auch die Ausführungen hier, die u.a. deutlich machen, dass es kaum eine sogenannte Regenbogengesellschaft geben kann, es sei denn durch äußeren Druck wird diese aufrecht erhalten. Ich habe das hier kommentiert:
http://glitzerwasser.blogspot.com/2013/12/der-traum-vom-regenbogen.html

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