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Felix Stadler | 14.04.2017 | 931 Aufrufe | Artikel

Das Dresdner Damaskuszimmer

Ein Stück orientalischer Kunstgeschichte erstrahlt in altem Glanz

Bis vor über 100 Jahren zierte es noch einen Empfangsraum für Gäste in einem noblen Damaszener Wohnhaus, bald soll es im Museum für Völkerkunde für die Öffentlichkeit zugänglich sein: das Dresdner Damaskuszimmer. Vom Gründer des heute in Essen befindlichen Museum Folkwang, Karl Ernst Osthaus, auf einer seiner Orientreisen gekauft, blieb es verpackt und kam als Schenkung 1930 nach Dresden. Der leidenschaftliche Sammler hatte übersehen, dass sein Privatmuseum über keine Räumlichkeiten verfügte, die das 5,40 Meter hohe Zimmer beherbergen konnten. Seine Erben vermachten es der Orientabteilung des Völkerkundemuseums Dresden.

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Restaurierung des Zimmers

Dem Verkauf des aus prächtig verzierten und bemalten Vertäfelungen bestehenden Damaskuszimmers nach Deutschland 1899 und dessen Depotlagerung ist es zu verdanken, dass ihm die üblichen Übermalungen und Renovierungen erspart geblieben sind, denen die als Wohnräume genutzten Zimmer in Damaskus ausgesetzt waren. Somit stellt es eines der wenigen Interieurs dieser Art dar, die in ihrem ursprünglichen Zusammenhang erhalten geblieben sind. Erste Schritte zu seiner Konservierung wurden schon 1997 unternommen, nun wird es im Rahmen einer Förderung durch die Museum and Research Foundation GmbH und durch die Gerda Henkel Stiftung im Förderschwerpunkt „Patrimonies“ seit April 2014 unter Beteiligung syrischer Restauratorinnen restauriert und wiederaufgestellt. 

Erste Impressionen von der Restaurierung dieses seltenen Stückes osmanischer Innenarchitektur bietet das folgende Video. Die Restaurierungswerkstatt "Dresdener Damaskuszimmer" öffnet noch bis Juni jeden Sonntagnachmittag ihre Pforten für das interessierte Publikum.

Bildnachweise

Freundlicherweise zur Verfügung gestellt von: Staatliche Kunstsammlungen Dresden. Fotos: Anke Scharrahs

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