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Can Art History be made global? Disciplinary Challenges of the 21st Century

Dritter Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung Global Art History

Monica Juneja, Professorin für „Global Art History“ an der Universität Heidelberg, griff in ihrem Beitrag einige grundlegenden Fragen im Kontext einer globalen oder global gedachten Kunstgeschichte auf: Welche semantischen Implikationen verbirgt das inflationär gebrauchte Adjektiv ‚global‘ und wie verhält es sich, wenn es auf die Kunstgeschichte bezogen wird? Wie kann das Fach den vielfältigen Herausforderungen begegnen, die den hochkomplexen Globalisierungsprozessen im 21. Jahrhundert geschuldet sind? Und: Welche methodischen Ansätze scheinen für eine fundierte Analyse von globaler Gegenwartskunst geeignet, die sich eurozentristischen Denkmustern zu widersetzen wissen und neue Perspektiven eröffnen?

Videoreihe "Ringvorlesung Global Art History"
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Ringvorlesung "Global Art History"

Die Globalisierung hat Kunst/Kunstwissenschaft/Kunstgeschichte erfasst. Viel wird gesprochen und geschrieben von Global Art, Global Art History und globalem Kunstmarkt – mal affirmativ, mal mit dem Gestus der Proklamation, mitunter in kritischer Distanz. Mag auch die Rede von globaler Kunst/Kunstwissenschaft/Kunstgeschichte ‚state of the art‘ sein, so sind damit weder die erschließende Kraft dieser Begriffskonstrukte noch ihr theoretisches Fundament und am allerwenigsten ihre methodischen Auswirkungen geklärt.

 

Globalisierung kennzeichnet in der Regel weltumspannende ökonomische Prozesse. Dass diese – gewissermaßen als Nebenprodukt – weit darüber hinausgehende inter- und transkulturelle Phänomene zeitigen, lässt sich kaum bezweifeln. Ist aber allein deshalb schon die Kunstwelt global? Oder sollte man besser davon sprechen, dass in diesen Phänomenen, nicht zuletzt in der zeitgenössischen Kunst, das ‚Eigene‘ und das ‚Fremde‘ auf neue Weise zur Disposition stehen?

 

Was bedeutet es für die kunstwissenschaftliche Auseinandersetzung, wenn der Transfer von Gegenwartskunst geographische und kulturelle Grenzen (scheinbar mühelos) überwindet? Und wie stellt sich die Kunstgeschichtsschreibung ihrer eigenen Geschichte und damit ihren eigenen Voraussetzungen: dem eurozentrischen Blick, der die ‚westliche‘ Kunstgeschichte als allgemein verbindliche Alleingeschichte kanonisierte? Kann gar die enthusiastische Hereinnahme außereuropäischer Traditionen Formen annehmen, die der längst überwunden geglaubten Kolonialgeschichte nur wieder neue Kapitel anfügen?

 

Die Ringvorlesung Global Art History will eine Standortbestimmung der Kunstwissenschaft/Kunstgeschichte vornehmen. Aber nicht nur wo sie in diesem Diskursfeld steht, sondern vielmehr wie man steht und wie und wohin man sich bewegt, soll in den Vorträgen international ausgewiesener Fachleute deutlich werden: Es geht um theoretische Fundierungen und methodische Klärungen, um ‚fremde‘ und ‚eigene‘ Kunstgeschichte(n) – auch um die ‚fremde‘ in der ‚eigenen‘ und die ‚eigene‘ in der ‚fremden‘ – und bei einer Podiumsdiskussion darum, was das für Künstler/innen heute heißen kann.

 

Mit Global Art History wird der Schwerpunkt „Kunst im interkulturellen Kontext“ am Fachbereich Kunstwissenschaft der Katholischen Privat-Universität Linz weiter ausgebaut. Die Veranstaltung versteht sich als disziplinenübergreifendes Diskussionsangebot am Universitätsstandort Linz und spricht zugleich eine an inter- und transkulturellen Fragen und aktuellen Entwicklungen der Kunstwissenschaft interessierte Öffentlichkeit an.

 

Konzeption: Monika Leisch-Kiesl, Julia Allerstorfer

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