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Georgios Chatzoudis | 25.07.2018 | 284 Aufrufe | Artikel

C. Michael Sperberg-McQueen | Kritik der digitalen Vernunft

Abschlusskeynote der Jahrestagung DHd2018 | Kritik der digitalen Vernunft

Die Organisatoren der Tagung stellen den Teilnehmern die Frage: "Gibt es im Umgang mit digitalen Medien, in der Modellierung, Operationalisierung und Formalisierung der Arbeit mit Computern implizite, stillschweigend akzeptierte Agenden, die einer Reflexion durch einen „Intellectual Criticism“bedürfen?" Wie sähe ein solcher Intellectual Criticism aus? Worauf könnte er basieren? In den drei großen Kritiken der reinen Vernunft, der praktischen Vernunft, und der Urteilskraft hat Kant eine 'kopernikanische Revolution' in der Philosophie mit dem Postulat eingeleitet, unsere Erkenntnis richte sich nicht nach den Dingen, sondern die Dinge richten sich nach unserer Erkenntnis: das heißt nach den apriorischen Formen der Anschauung und nach den vorgegebenen Begriffen des Verstandes (die Kategorien). Gibt es apriorische Formen, die den zu bearbeitenden Stoff der digitalen Vernunft bestimmen, ähnlich wie Zeit und Raum die menschliche Anschauung bestimmen? Gibt es vorgegebene Begriffe, die aller digitalen Vernunftarbeit zugrunde liegen? Wie verhält es sich im digitalen Raum mit der Eigenverantwortung und der Autonomie, die nach Kant das Wesen der Aufklärung und der Freiheit ausmachen?

00:05 Begrüßung Prof. Dr. Christof Schöch (Universität Trier)
01:00 Dankeswort Prof. Dr. Andreas Speer (Universität Köln)
02:07 Rückblick Prof. Dr. Christof Schöch (Universität Trier)
06:15 Ausblick DHd2019 Armin Hoenen (Universität Frankfurt) / Prof. Thorsten Schrade (Akademie Mainz)
11:27 Einführung Keynote Prof. Dr. Andreas Witt (Universität Köln)
18:55 Keynote Prof. Dr. C. Michael Sperberg-McQueen
66:05 Publikumsfragen und Diskussion

Videoreihe "Jahrestagung DHd2018"
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Konferenz

Die Digital Humanities werden häufig als digital transformierte Bearbeitung von Fragestellungen aus den verschiedenen beteiligten Fächern beschrieben. Daneben entsteht der Eindruck, dass die DH in weiten Teilen eine daten-, algorithmen- und werkzeuggetriebene Wissenschaft sei, die von ihren unmittelbaren Möglichkeiten und ihren Praktiken dominiert sei. Wie lässt sich dies aber mit dem kritischen Anspruch der Geisteswissenschaften vereinbaren? Gibt es im Umgang mit digitalen Medien, in der Modellierung, Operationalisierung und Formalisierung der Arbeit mit Computern implizite, stillschweigend akzeptierte Agenden, die einer Reflexion durch einen „Intellectual Criticism“ bedürfen?

Die Tagung soll den Fokus auf die kritische Dimension digitaler Forschung richten und damit Denkanstöße zu Theoriebildung und Epistemologie der digitalen Forschung geben. In diesem Rahmen sollen auch gesellschaftliche, soziale und politische Dimensionen der in allen Bereichen wirksamen Digitalisierungsprozesse unter so heterogenen Begriffen wie Interaktionsformen, Partizipation, Bildung, Digital Literacy sowie Auswirkungen und Rückwirkungen der Digitalität auf Wissenschaft und Gesellschaft diskutiert werden.

Im Rahmen der Tagung sollen daher unter anderem folgende Fragen verfolgt werden:

– Kritik der Digitalisierung – Formate, Standards und Praktiken
– Kritik digitaler Angebote, Projekte und Werkzeuge
– Kritik der digitalen Methoden
– Kritik der digitalen Geisteswissenschaften (traditionelle Fächer und DH)
– Kritik der digitalen Wissenschaftstheorie
– Kritik der digitalen Gesellschaft

Darüber hinaus sind Vorträge zu allgemeinen Themen aus dem Bereich der DH sowie die Diskussion von positiven und negativen, eigenen und fremden Projektergebnissen willkommen.

Die DHd Konferenz 2018 "Kritik der digitalen Vernunft" wurde unter anderen von der Gerda Henkel Stiftung gefördert.

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