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Jacobus Bracker | 10/25/2015 | 1391 Views | Announcements

Bilder: Zeitzeichen und Zeitphänomene

Eine trans- und interdisziplinäre Tagung an der Universität Hamburg

Die Fähigkeit, zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu differenzieren, wird als maßgeblich für die Herausbildung eines (Selbst-)bewusstseins verstanden. Zeit ist ein wesentliches Ordnungskriterium, das im Fluss der kontingenten Ereignisse und Erfahrungen Kohärenzen und Bedeutungen stiftet. Die mit der zeitlichen Ordnung entstehenden Narrative sind wiederum von zentraler Bedeutung für die Entwicklung von Identitäten. Dem steht eine vielfältige und oft gegenläufige theoretische Konzeptualisierung der Zeit in Philosophie, Physik, Biologie, Soziologie oder den Kulturwissenschaften gegenüber. Offensichtlich bleibt nur, dass Menschen eine Art Erfahrung von Zeit machen können.

An diesen Prozessen sind seit jeher auch Bilder beteiligt. Unbewegte wie bewegte Bilder repräsentieren Zeit und Dauer und sind auf vielschichtige Weise in die Organisation von Zeitlichkeit oder Zeitlosigkeit verstrickt. So können sie zeitliche Verläufe oder einzelne Momente darstellen, aber auch – etwa aufgrund der gewählten Bildthemen, Darstellungsweisen oder an sie herangetragener Vorlieben und Abneigungen – Zeichen ihrer Entstehungs- oder Rezeptionszeit sein. Gleichzeitig eröffnen Bilder mit ihren jeweiligen Darstellungsstrategien unterschiedliche Erfahrungsdimensionen von Dauer wie etwa ereignishafte oder präsentische Momente und solche der Dehnung oder Faltung von Zeit
  
Programm

Donnerstag, 12. November 2015  

13.00 Anmeldung  

13.30 Begrüßung und Einführung (Jacobus Bracker, Tim Jegodzinski)  

14.15 Bilderfahrung – Zeiterfahrung (Stefanie Johns, Hamburg)  

15.10 Zeichen der Zeit in den "Bildern" Philostrats des Älteren (Cordula Bachmann, Erfurt)  

15.50 καιϱός und χϱόνος. Antike Zeitkonzepte in personifizierter Darstellung (Ulfert Oldewurtel, Hamburg)  

16.45 Auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Das Problem der kontinuierenden Darstellungsweise in der römischen Flächenkunst (Burkhard Emme, Berlin)  

17.25 Along the way: Fragmentierung und Rekonstruktion der Zeiterfahrung in den Arbeiten Richard Longs (Sophie Rüth, Tübingen)  

18.20 Das Erdächtnis – Bildspeicher der Zukunft (Oliwia Murawska, Münster)   
  
Freitag, 13. November 2015  

09.30     Anmeldung  

10.00 Die nostalgische Moderne Eugène Atgets – eine anachronistische Dokumentation (Fabian Röderer, Hamburg)  

10.40 Zeit im ephemeren Werk von Andy Goldsworthy: die Rolle der fotografischen Dokumentation (Yana Belskaya, Tübingen)  

11.35 Nebel, Wolken, Geister – Instabile Zeit-Bilder in der Fotografie (Nicolas Oxen, Weimar)  

12.15 Intermediale Strategien zur Darstellung von Zeit bei Hiroshi Sugimoto (Idis Hartmann, Hamburg)  

14.15 Duration in Vain. How time complicates meaning in the videos of Keren Cytter (Jeremy Kreusch, Chicago)  

14.55 Knoten in der Timeline. Zur zeitlichen Struktur bildnerischer Praktiken (Ole Wollberg, Hamburg)  

15.50 Quantitative Zudringlichkeit oder qualitative Selbstvergessenheit? Über missionarische Versuche, Zeitkonzepte transkulturell zu übersetzen (Philipp Seitz, Leipzig)  

16.30 Atmen in und vor Bildern – Rhythmus und Zeit in der abstrakten Moderne (Linn Burchert, Jena)  

17.25 Der Historiker und der Astronom: Die Mechanik der Zeit nach George Kubler (Mateusz Kapustka, Zürich)    
  
Samstag, 14. November 2015  

09.45     Anmeldung  

10.00 Die Statua Danielis: Zeit als politische Eschatologie im Heiligen Römischen Reich (Barbara Uppenkamp, Hamburg)  

10.40 Spätmittelalterliche Memoria und die Zeitlichkeit der Kunst. Das Hausbuch der Mendel’schen Zwölfbrüderstiftung, Mieke Bals Kulturanalyse und Hans-Georg Gadamers Hermeneutik (Dominic E. Delarue, Leuven/Heidelberg)  

11.35 Temporalis Aeternitas: early modern Prints, Time and Memory (Anita V. Sganzerla, London)  

12.15 Heterochrone Räume. Zeitkonstruktionen durch Raum und Bild am Beispiel der Kaiserthermen Roms (Lukas Rathjen, Freiburg)  

14.15 Ästhetische Strategien der Besetzung von Stadtraum. Kinematographische Verarbeitung metropolitaner Zeiterfahrung am Beispiel des Underground-Kinos (Berit Hummel, Berlin)  

14.55 Right to Time. Synthurbanism and Politics of Time in Yugoslav Self-Management (Marija Marić, Zürich)  

15.50 Phänosemiotische Zeitlichkeit. Zur temporalen Synchronisation mit interaktiven Mediensystemen (Lars C. Grabbe, Münster)  

16.30 Körper – Bild – Zeit. Medizinische Bildgebung aus bildwissenschaftlicher Perspektive (Sarah Sandfort, Bochum)  

17.25 (Zeit zum Spielen: Der Einfluss spielmechanischer Faktoren auf die rezeptive Zeitdynamik (Brian Jonas Tibus, Münster)  

18.05 Abschlussdiskussion  
  
Ort: Warburg-Haus Hamburg, Heilwigstraße 116, 20249 Hamburg  

Organisation: Jacobus Bracker, Tim Jegodzinski  

Der Besuch der Tagung ist kostenfrei, Anmeldung wird erbeten unter: mail@kulturkundetagung.de  

Tagungswebsite: http://www.kulturkundetagung.de

Programmflyer (497.03 KB)

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