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Jörg Matthias Determann | 09.03.2010 | 3088 Aufrufe | 2 | Artikel

Die Entwicklung von Geschichtsschreibung
in Saudi-Arabien -
Erschließung der modernen Geistesgeschichte eines wichtigen, aber kaum erforschten Landes

Jörg Matthias Determann | 29.03.2010 | 13:24 Uhr
Liebe Natascha,

herzlichen Dank für deinen Kommentar, über den ich mich sehr gefreut habe.
Ja, nach Saudi-Arabien zu reisen und dort Feldforschung zu betreiben ist nicht immer leicht, da die Einreisebestimmungen und Gesetze dort streng sind. Dass es in Saudi-Arabien auch kein Goethe-Institut gibt, zeugt von dieser Schwierigkeit. Aber ich finde, dass Erforschung dieses Landes und der Austausch mit Kollegen dort sehr wichtig ist, und zwar beides gemeinsam. Wie will ein ausländischer Forscher von Saudis Verständnis und Hilfe etwa beim Nutzen von Archiven dort gewinnen, wenn Saudis aufgrund mangelndes Austausches nicht einmal die geistes- oder sozialwissenschaftlichen Fragestellungen verstehen, mit denen der Forscher an sie herantritt? So kann mangelnder Austausch zu Misstrauen und Verdächtigungen bei den Saudis führen, deren Hilfe wir ausländische Forscher ja brauchen. Vielleicht nach dem Motto: Warum genau will dieser westliche Besucher diese Akte über Bevölkerungsstatistiken bei uns sehen? Was hat er vor? (Besser gebe ich sie ihm einmal nicht.)

Aus diesem Grund diskutiere ich die Hypothesen und Erkenntnisse meiner Arbeit auch sehr gerne mit saudischen Historikern und Intellektuellen und wünsche mir, dadurch mehr Vertrauen für die Zukunft zu schaffen, auch für andere Forscher, die ins Königreich oder die weitere Region reisen. Dieses Vertrauen hoffe ich, erreicht auch weitere Personen außerhalb der Forschung, und, wie du richtig schreibst, kann auch ein diplomatischer Dienst sein, gerade in Ländern, wo der kulturelle Austausch mit Deutschland und Europa eher gering ist.

Liebe Grüße aus Wien, wo ich gerade bei meinen Eltern und Brüdern über Ostern bin,

Matthias