Registrieren
merken
Georgios Chatzoudis | 06.06.2013 | 11555 Aufrufe | 13 | Interviews

Der 8. Mai - schon vergessen?

Interview mit Jens Holger Jensen und Hans Günter Thorwarth zum 8. Mai

Hans Günter Thorwarth | 14.06.2013 | 08:51 Uhr
Noch ganz unter dem Eindruck einer Frankreichreise (Verdun – Chemin-des-Dames – Champagne) verfolge ich mit Spannung die Kommentare der interessierten Leser zu unserem Interview. Wirklich bemerkenswert, die unterschiedlichen Eindrücke, auch von Herrn Jensen und mir, beide in derselben Zeit geboren.
Nicht nur die bewegenden Eindrücke, die eine solche geschichtsträchtige Reise durch Frankreich bei uns hinterließen, auch das aktuelle Leben und der Umgang mit der Geschichte bei unserem Nachbarn verfolgten wir natürlich sehr aufmerksam.
Ein Höhepunkt für mich als „Stadtteilhistoriker“ war das Gespräch mit einer jungen französischen Historikerin in der „Drachenhöhle“ am „Chemin des Dames“, wo während des 1. Weltkriegs deutsche und französische Soldaten zeitweise nur durch eine Mauer getrennt, in unterirdischen Stellungen unter unmenschlichen Bedingungen ausharrten.
Bei unseren ehemaligen „Erbfeinden“ und seit Adenauer-de-Gaulle und Kohl-Mitterand „Freunden“ sieht man so manches im Umgang mit der Geschichte aber ganz anders.
Das nimmt manchmal sogar skurrile, makabre Formen an, indem man angemalte Geschütze auf die Friedhöfe und Panzer neben die Denkmäler auf öffentliche Plätze vor die Rathäuser stellt. Erste-Weltkriegs-Granaten aus Schokolade werden schön verpackt den Touristen angeboten!

Der 8. Mai (1945) sind ebenso wie der 11. November (1918) gesetzliche Feiertage in unserem Nachbarland.

Landstraßen – durch die geschichtlichen Ereignisse geprägt – wurden zum „Denkmal“ erklärt, ja geradezu „heilig“ gesprochen. Kilometersteine an der „Voie sacrée“ und „Voie de la Liberté 1944“ lassen die Geschehnisse des 1. Weltkriegs und die Befreiung durch die Alliierten während des 2. Weltkriegs nicht vergessen.
Bei uns sind Gefallenendenkmäler prinzipiell oft umstritten und wurden zum Politikum erklärt. In Frankreich würde garantiert niemand auf die Idee kommen, Gefallenen-Denkmäler abzureißen oder es zulassen, dass sie verfallen. Im Gegenteil: In jedem Ort, in jedem Dorf wo wir durchfuhren, findet man sie zumeist sehr gepflegt vor, mit Blumen und wehender Trikolore. Aktuell werden in einigen Kommunen die Plätze sogar neu gestaltet und die alten Steine aufwendig restauriert.
Zu den modernen Museen des „Grand Guerre“, den ehemaligen Stellungen und Schlachtfeldern kommen ganze Schulklassen und Touristen aus Frankreich, Belgien, Großbritannien und den Niederlanden – aber was uns wunderte – kaum Deutsche. Nebenbei bemerkt: Allein in Verdun starben 1916 in einem dreiviertel Jahr über 300.000 französische und deutsche Soldaten. Im Ossarium von Douaumont befinden sich die Gebeine von 130.000 unbekannten Soldaten – Deutsche und Franzosen im Tode vereint. Ein Eintrag im Besucherbuch der Kapelle: „In Frankreich erinnert man sich und ehrt die Toten, in Deutschland werden sie vergessen und verdrängt.“
Hierzulande wurde der 8. Mai dieses Jahr völlig ignoriert und auch der 11. November 2012 wurde nur noch als Anfang der Karneval-Saison gefeiert. Liegt es nur an der Nazi-Diktatur und den beiden verlorenen Weltkriegen, dass zwei Nationen im Umgang mit ihrer Geschichte so unterschiedlich erscheinen?
So gesehen, ist auch die Erinnerung an das Datum 8. Mai ein Beispiel dafür, wie ein Land mit seiner eigenen Geschichte umgeht. Wir dachten eigentlich im Jahr 2013 gäbe es mehr Annäherung zwischen den beiden befreundeten Ländern. Aber meine aktuelle Einschätzung, gerade was die Gedenkkultur betrifft: Deutschland und Frankreich trennen Welten!
merken
Georgios Chatzoudis | 06.06.2013 | 11555 Aufrufe | 13 | Interviews

Der 8. Mai - schon vergessen?

Interview mit Jens Holger Jensen und Hans Günter Thorwarth zum 8. Mai

Marcus Cyron | 12.06.2013 | 00:16 Uhr
Deshalb bin ich auch etwas stolz darauf, daß wir in der deutschsprachigen Wikipedia, die ja berüchtigt für ihre strengen "Relevanzkriterien" ist, alle Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime per se als Artikelwürdig ansehen. In den acht Jahren meiner Mitwirkung an dem Projekt ist das rückblickend einer der größten Erfolge, an dem ich auch mitwirken konnte. Ich möchte, daß wir uns an die Erinnern, die dagegen aufstanden. Auch an die, deren Mut vielleicht nicht den ganz großen aktiven Kampf zuließen. Doch jede Stellung gegen das unmenschliche NS-System darf nicht vergessen werden.
merken
Georgios Chatzoudis | 06.06.2013 | 11555 Aufrufe | 13 | Interviews

Der 8. Mai - schon vergessen?

Interview mit Jens Holger Jensen und Hans Günter Thorwarth zum 8. Mai

oaK Mario Gesiarz | 10.06.2013 | 16:27 Uhr
Mein Großvater war ab 1936 im Zuchthaus wegen Hochverrats.
Ein Großonkel von mir war von 1936 bis 1945 in Zuchthaus, Moor und Dachau, dessen Bruder starb 1937 im spanischen Bürgerkrieg.
Mein anderer Großvater und mein Vater wurden im August 1944 von SS und Wehrmacht aus Warszawa über Auschwitz nach Mauthausen (A) verschleppt, mein Großvater in Melk ermordet, mein Vater am 5. Mai 1945 in Ebensee befreit. Sein Bruder erlebte den 8. Mai 1945 im Arbeitslager der IG Farben in Frankfurt.
Für sie alle war es ein Tag der Befreiung, mein Vater bezeichnete ihn oft als "meinen zweiter Geburtstag".

In den Schützengräben in Russland, bei den letzten Schlachten an der Westfront, in den zerstörten Städten Deutschlands wurde der 8 Mai sicher auch mit Erleichterung betrachtet. Allerdings sahen die meisten Menschen das in Deutschland noch 12 Jahre vorher ganz anders und führten mit Hurra diese Katastrophe erst herbei.

Das Problem ist, dass die meisten Menschen in Deutschland diesen Bezug nicht herstellten. Bis heute. Nur wenige schämten sich ob der Verbrechen und Opfer die im Namen Deutschlands von den Nazi verübt wurden. Und manche hatten guten Grund sich ganz still zu verhalten.

Erst vor wenigen Jahren war der Deutsche Bundestag z.B. bereit, Desserteure zu rehabilitieren. Von vielen wurden diese bis vor Kurzem als "Vaterlandsverräter" begriffen. Von einigen noch heute.

Gewiss, vieles hat sich verändert, die nachfolgenden Generationen haben durchaus Schlüsse gezogen. Aber als echte, auch emotionale Befreiung ist der 8. Mai nur ganz wenigen gegenwärtig.

Die Medien sind nicht ganz unschuldig daran. Pseudoaufklärerische Beiträge über das Leben der Nazi, die Hunde des Führers und anderen Unsinn wird haufenweise produziert. Die Biographien der wenigen aufrechten Menschen findet man, wenn überhaupt, höchstens auf den Lokalseiten.

Deshalb danke an die Lokalhistoriker und ihre Unterstützer.
Mehr Infos auch unter www.gedankensindfrei.com

merken
Georgios Chatzoudis | 06.06.2013 | 11555 Aufrufe | 13 | Interviews

Der 8. Mai - schon vergessen?

Interview mit Jens Holger Jensen und Hans Günter Thorwarth zum 8. Mai

Dr. Philipp Bockenheimer | 09.06.2013 | 21:37 Uhr
Herzlichen Dank Holger Jensen und Günter Thorwarth für Ihre Betrachtungen in diesem Interview. Herzlichen Dank Ihnen, Herr Thorwarth, für Ihre großartige Arbeit zum Umgang mit dem Ehrenmal für Gefallene aus Höchst und Nied.
Unseren Umgang nicht nur mit solchen Ehrenmalen, sondern mit Gedenktagen und unserer Geschichte überhaupt empfinde ich als beschämend. Das Kriegsende, den 8. Mai 1945, habe ich als Siebenjähriger in einem Dorf bei Bruchsal erlebt, wohin es uns nach der Flucht aus Berlin verschlagen hatte. Auch wir Kinder entgingen in der Feldflur oft nur knapp den Bordwaffenangriffen amerikanischer Jäger. Von unseren Eltern wurde das Kriegsende mit größter Erleichterung aufgenommen, der Verzweiflung konnte langsam wieder Hoffnung weichen und Ideologie spielte zunächst keine Rolle mehr. Von den Gräueltaten des NS-Regimes wusste man nichts Konkretes. Nach meiner Erinnerung war das erste Jahrzehnt nach dem Krieg vom Elend in den Ruinen, dem Anblick "Versehrter" auf den Straßen, und dem Alltagskampf um Wohnung und Essen geprägt. Nicht zuletzt mit der Welle der Spätheimkehrer aus Russland ab Oktober 1955 setzte danach Gedenk- und Erinnerungsbereitschaft ein. Eine wirkliche gesellschaftliche Auseinandersetzung mit unserer Geschichte in der NS-Zeit hat es aber bekanntlich trotzdem nur unvollständig gegeben. Der Kalte Krieg und die deutsche Teilung setzten eigene Akzente und beherrschten Politik und gesellschaftliche Diskussion. Nachdem diese Phase mit der Wiedererlangung der vollen Souveränität durch den Zwei-plus-Vier-Vertrag 1991 abgeschlossen war, schien mir die Diskussion über unsere jüngste Geschichte und Erinnerungskultur überhaupt völlig zu erlahmen. Das war unserer politischen Elite durchaus willkommen. Zum Nationalfeiertag wurde ohne breite Diskussion der 3. Oktober, nicht der deutsche Schicksalstag 9. November, an dem es zu viel zu erinnern gäbe: 1918 Beginn der Novemberrevolution, 1923 Hitlerputsch in München, 1938 Beginn der Novemberpogrome ("Reichskristallnacht"), 1989 Mauerfall und Ende des Kalten Krieges. Derzeit scheint mir unsere Gesellschaft keinen Bedarf mehr zu haben, sich zu erinnern, ob es um die eigenen Gefallenen in Afghanistan oder die der beiden Weltkriege geht. Bedenklich. Mit dem Erlöschen der Erinnerungskultur geben wir auch an die nachwachsenden Generationen nicht mehr weiter, für welche Werte unser Land steht oder stehen sollte. Wir werden "orientierungslos". Das zeigt sich an den vielfältigen Brüchen mit den Bestimmungen unseres Grundgesetzes in verschiedenen Bereichen von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Es zeigt sich aber auch daran, wie leichtfertig wir derzeit das Hauptziel des europäischen Zusammenschlusses aufs Spiel setzen: den Frieden zwischen den Völkern zu erhalten.

Philipp Bockenheimer
merken
Georgios Chatzoudis | 06.06.2013 | 11555 Aufrufe | 13 | Interviews

Der 8. Mai - schon vergessen?

Interview mit Jens Holger Jensen und Hans Günter Thorwarth zum 8. Mai

Stadtteilhistoriker Jürgen W. Fritz, Frankfurt/Main | 09.06.2013 | 18:25 Uhr
Zum einem Satz im Bericht des Stadtteilhistorikers Jens Holger Jensen:

"Meine Eltern und meine Onkel und Tanten waren, ich wurde 1951 geboren, reihum im Jahr 1945 Personen im Alter zwischen 35 und 47 Jahren und haben später den 8. Mai als eine Niederlage empfunden, jedenfalls mehrheitlich."

möchte ich eine Bemerkung machen:

Meine Mutter, mein Vater war zu diesem Zeitpunkt bereits tot, was wir noch nicht wussten aber ahnten, und auch meine nahen Verwandten, alle haben das Kriegsende als große Befreiung erlebt.

Es fielen keine Bomben mehr, die unser Haus in der Stadt vernichtet hatten, es wurde nirgendwo mehr geschossen: zumal auf einer kleinen Wiese nahe der Kinzigquelle ein amerikanisches Flugzeug wenige Tage vor dem Einmarsch noch versuchte, meine Mutter und mich zu erschießen. Kriegswichtig waren wir auf unserem harmlosen Gang durch die Felder im Dorf Sannerz/Kreis Schlüchtern wahrlich nicht. Im benachbarten Ahlersbach hatten die Befreier mehr "Erfolg" - im Vorüberfliegen erschossen sie am 31. März 1945 den Bauern Nikolaus Kreß und verwundeten weiterhin das Mädchen Gerda Gaul sehr schwer.

Meine beiden Großväter habe ich nie kennengelernt: sie mussten bereits im 1. Weltkrieg für "ein Phantom des Ruhmes" sterben. Es bleibt mir "ewig" unverständlich, wie irgendjemand diese mörderischen Großaktionen positiv bewerten und daher eine Niederlage beklagen kann.
merken
Georgios Chatzoudis | 06.06.2013 | 11555 Aufrufe | 13 | Interviews

Der 8. Mai - schon vergessen?

Interview mit Jens Holger Jensen und Hans Günter Thorwarth zum 8. Mai

Marcus Cyron | 06.06.2013 | 13:49 Uhr
So ist es - ein Tag der nicht das Eine oder das Andere iat - sondern diverse Facetten hat. War es für die Deutschen als Gesamtheit ein Sieg und Befreiung, war es für das NS-Deutschland verdiente Niederlage ud Kapitulation - vor seiner eigenen Ideologie.
merken
Georgios Chatzoudis | 06.06.2013 | 11555 Aufrufe | 13 | Interviews

Der 8. Mai - schon vergessen?

Interview mit Jens Holger Jensen und Hans Günter Thorwarth zum 8. Mai

Hans Dieter Schneider | 06.06.2013 | 10:38 Uhr
Liebe Herren Kollegen Stastteilhistoriker Jensen und Thorwart,

Der 8. MAi 1945 ist ein Meinen Augen schon ein "Tag der Kapitulation", denn niemand anderes als das Nazi-Deutschland mußte kapitulieren vor seiner eigenen menschenverachtenden Politik und seinem mörderischen Handeln.
Einer meiner ehemaligen Schuldirektoren (der 1945 von den Amerikanern aus dem KZ Dachau befreit wurde) kommentierte diesen Tag so, daß "der Spuk ein Ende hatte". Insofern haben Sie völlig recht, wenn Sie es bedauern, daß die Medien (egal weche) völlig kommentarlos einen solchen Tag vergessenmachen wollen.
Als Kriegsvollwaisen ist für mich der 8. Mai 1945 aber auch ein Tag des Sieges der Demokratie über die Diktatur.
merken
Georgios Chatzoudis | 28.05.2013 | 4479 Aufrufe | 4 | Interviews

"Zentrale Figur innerhalb der Digitalen Geschichtswissenschaft"

Interview mit Jan Hodel zum Tod von Peter Haber

Dr. Herrmann Dackelberg | 03.06.2013 | 18:24 Uhr
Und selbst bei einem durchaus richtigen Kommentar ist es dem Verfasser anscheinend nicht möglich, seinen richtigen Namen zu verwenden.
merken
Georgios Chatzoudis | 28.05.2013 | 4479 Aufrufe | 4 | Interviews

"Zentrale Figur innerhalb der Digitalen Geschichtswissenschaft"

Interview mit Jan Hodel zum Tod von Peter Haber

Dr. Klaus Graf | 28.05.2013 | 17:57 Uhr
Die Lizenz muss verlinkt werden, siehe http://archiv.twoday.net/stories/219051498/
merken
Georgios Chatzoudis | 28.05.2013 | 4479 Aufrufe | 4 | Interviews

"Zentrale Figur innerhalb der Digitalen Geschichtswissenschaft"

Interview mit Jan Hodel zum Tod von Peter Haber

Dr. No | 28.05.2013 | 12:43 Uhr
Selbst in einem durchaus interessanten Interview zur digitalen Geschichtswissenschaft ist es anscheinend nicht möglich, eine freie LIzenz einmal korrekt zu zitieren. "Quelle: Wikipedia" ist Unfug, eine BY-Lizenz erfordert natürlich den Namen des Urhebers, und der heißt hier "Rob Irgendwer".
merken
Georgios Chatzoudis | 14.05.2013 | 5670 Aufrufe | 1 | Interviews

"Wir brauchen ein Schulfach für die neuen Medien"

Interview mit Roberto Simanowski über den Umgang mit digitalen Medien

A. Larsing | 15.05.2013 | 10:24 Uhr
Ich habe zwei Kinder, die bereits in der Schule sind, und es ist unglaublich, wie früh sie schon die neuen Medien nutzen - und auch mit welcher Selbstverstädnlichkeit. Und genau das macht mir Sorgen, bei den ganzen Inhalten, die die Netzwelt zu bieten hat und die die Netzwelt uns nutzern an Informationen abverlangt. Genau deshalb halte ich es für unbedinbgt ratsam, ein Schulfach für die Nutzung Neuer Medien einzuführen. Kinder werden ja auch nicht einfach in den Straßenverkehr geschubst, sondern müssen ihr Verhalten dort einüben.
merken
Georgios Chatzoudis | 07.05.2013 | 3211 Aufrufe | 1 | Interviews

"In Mali wartet eine große Aufgabe auf uns alle"

Skype-Interview mit Eva Brozowsky über die Manuskripte von Timbuktu

Boris Schneider | 07.05.2013 | 17:01 Uhr
Ich hoffe, dass die Werke noch gerettet werden können. Da sieht man mal wieder, welche kulturellen Auswirkungen ein Krieg auch haben kann. Ich wünsche Brozowsky und ihren Mitstreitern ein gutes Gelingen!

LG

Boris
merken
Georgios Chatzoudis | 09.04.2013 | 23393 Aufrufe | 5 | Interviews

Bayern München und Borussia Dortmund - ein historischer Vergleich

Interview mit Dietrich Schulze-Marmeling über zwei verschiedene Clubs

Marion Bartel | 12.04.2013 | 15:10 Uhr
Herr Demantowsky hat Recht. Halb Ostdeutschland bspw, ist schwarz-gelb. Da gibt's auf Bundesligaebene Dortmund ... dann ne lange Zeit nichts und dann Bayern und Schalke. Ansonsten Danke schön für das lesenswerte Interview.
merken
Georgios Chatzoudis | 09.04.2013 | 23393 Aufrufe | 5 | Interviews

Bayern München und Borussia Dortmund - ein historischer Vergleich

Interview mit Dietrich Schulze-Marmeling über zwei verschiedene Clubs

Uwe Protsch | 10.04.2013 | 17:43 Uhr
Bayern hat überhaupt keine Fans, nur Anhänger.
merken
Georgios Chatzoudis | 09.04.2013 | 23393 Aufrufe | 5 | Interviews

Bayern München und Borussia Dortmund - ein historischer Vergleich

Interview mit Dietrich Schulze-Marmeling über zwei verschiedene Clubs

M. Demantowsky | 10.04.2013 | 15:29 Uhr
"L.I.S.A.: Wieso hat es Bayern München geschafft, seinen Fankreis auf ganz Deutschland auszudehnen, während Borussia Dortmund in Sachen Anhänger vor allem auf das nahe Dortmunder Umfeld beschränkt bleibt?"
Da hat Herr Hoeneß mit seinem Spruch, der BVB sei eine eine "relativ regionale Sache" wieder einmal ganze (Öffentlichkeitsarbeit-)Arbeit geleistet. Auch hier im Interview wird das als gegebener Fakt verbucht.
Die Daten für Deutschland sehen allerdings etwas anders aus. Vgl. http://www.spiegel.de/sport/fussball/fc-bayern-hat-die-meisten-fans-in-deutschland-a-854316.html
merken
Georgios Chatzoudis | 09.04.2013 | 23393 Aufrufe | 5 | Interviews

Bayern München und Borussia Dortmund - ein historischer Vergleich

Interview mit Dietrich Schulze-Marmeling über zwei verschiedene Clubs

Marcus Cyron | 09.04.2013 | 02:17 Uhr
Vielen Dank für den Beitrag. Es ist immer wieder erfrischend, wie man Fußball auch mit Anspruch aufbereiten kann.
merken
Georgios Chatzoudis | 02.04.2013 | 8670 Aufrufe | 1 | Interviews

"Das Potential des Nebensächlichen"

Interview mit Anna Degler über das Parergon aus kunsthistorischer Sicht

M. A. Marion Heisterberg | 03.04.2013 | 12:34 Uhr
Herzlichen Dank für dieses vergnügliche wie lehrreiche Interview - von nun gilt mein Blick einmal mehr kleinen, großen "Sujet-Accessoires". Ich freue mich auf die Veröffentlichung Ihrer Doktorarbeit!
merken
Georgios Chatzoudis | 26.11.2012 | 4904 Aufrufe | 1 | Interviews

"Eine Art damnatio memoriae verhängt"

Interview mit Michael Krüger zur Debatte um Carl Diem

Klaus Bailly | 17.12.2012 | 09:51 Uhr
Die Diem-Debatte wird viel zu sehr verengt, wenn man sich nur auf die Frage konzentriert, ob Diem Nationalsozialist oder Antisemit war, anstatt das gesamte Weltbild und Sportverständnis des Mannes in den Blick zu nehmen. Diem war wohl kein Nationalsozialist im eigentlichen Sinne des Wortes, aber er war ein Faschist sui generis. Sein Sportverständnis war eng verknüpft mit dem Ideal des Soldatischen, Werte wie Manneszucht, Unterordnung des Individuums unter die Gemeinschaft und Härte gegen sich und andere standen bei ihm obenan. Er ist damit meilenweit entfernt von einem modernen Sportverständnis. Ein Mann, der schon im Kaiserreich und in der Weimarer Republik ernsthaft versucht hat, eine Allgemeine Sportpflicht (analog zur Allgemeinen Wehrpflicht) durchzusetzen, kann für eine freiheitliche demokratische Gesellschaft kein Vorbild sein.
merken
Georgios Chatzoudis | 03.12.2012 | 8464 Aufrufe | 1 | Interviews

Kunstfälschung in der Kunstgeschichte

Zu Gast bei L.I.S.A. mit Henry Keazor und Tina Öcal

Werner Reiter | 04.12.2012 | 16:06 Uhr
Zum aktuellen Kunstfälscher - Skandal von Wolfgang Beltracchi.
Das fälschen von Moderner Kunst und alter Meister wird auf Grund ihrer Technik ja sowieso immer schwieriger, bis unmöglich werden, perfekte Fälschungen zu machen. Man wird sich eher auf „ Artnapping sowie Erpressung spezialisieren, um ans sichere Geld zu kommen.
Der größte Kunstraub in unserer Kulturgeschichte, ist der Raub der Mona Lisa, dass der Italiener Vincenzo Peruggia am 20. Aug. 1911 aus dem Louvre Museum gestohlen hatte. Das erst zwei Jahre später nach 6 facher Kopierung wieder im Kunsthandel auftauchte. Daher die große Frage! Ist die Mona Lisa von Louvre auch wirklich das Original?
Konrad Kujau war einer der bedeuteten Maler und Kunstfälscher im 20. Jahrhundert, der 1983 die Hitler- Tagebücher fälschte und damals für 9,3 Millionen DM an den Stern verkaufte.
Er war dadurch zu einem der bekanntesten deutschen Kunstfälscher geworden, der alle austrickste, und nach seiner Haftstrafe durch gut durchdachtes Management erst richtig berühmt würde. Kunstfälscher haben ein sehr großes künstlerisches Talent, dass meistens nur aufs kopieren ausgerichtet ist ( abmalen ). Auch Restauratoren bekannter Museen malen Originalkunstwerke als Kopie fürs Museum nach, aber nicht nach dem Originalmaß des jeweiligen Kunstwerks, ansonsten wäre es wieder eine Fälschung. Es gibt Künstler die können alles nachmalen - nur selbst haben sie keinerlei Ideen um dies auf dem Kunstmarkt umzusetzen. Und haben daher oftmals als Künstler keinerlei Erfolg mit ihrer Kunst gehabt.
Diese Fälscher haben aber ein Können, sodass sie jeden Stil beherrschen und sind meist Autodidakten. Meistens schlittert man unbewusst in dieses Dilemma ( Kunstfälscher ) hinein um zu begreifen was am Ende wirklich passiert ist. Jemand der aus der Kultur - Branche kommt erfährt etwas von diesen großenTalent eines Hobby Künstlers, der alles bis ins feinste Detail nachmalt, und schon hat er einen kleinen Auftrag etwas nachzumalen. 
Für dessen Künstler noch völlig unbewusst, dass er hier ein Fälscher wäre. Denn nachmalen ist ja nichts verbotenes, im Gegenteil er wird ja noch gelobt, und genau dieses Lob beflügelt ihn weiter zu machen, um noch besser zu werden in seiner Ausdrucksweise dies zu malen. Wie gesagt, der Auftrag wird dann immer größer. Der Künstler hat eine große Freude, dass sich jemand aus der Kunst - Branche interessiert für seine Bilder, die ja ( nur ) nachgemalt sind, und gelegentlich auch gutes Geld bringen. bis dahin ist man auch nicht strafbar. Ein Problem wird es dann, wenn der Auftraggeber diese Bilder als Original am Kunstmarkt einschleust. Dann wird der sogenannte Künstler erst zum Fälscher gemacht - am Anfang für den Künstler oft unbewusst. Das der Auftraggeber jetzt genau weiß was er braucht und möchte, wird für den Künstler erst strafbar, wenn er die Signatur Authentisch mit dem des Originalkunstwerks auf seiner Kopie verwendet.
Die so-genannten Experten versorgen einen dann mit dem besten Material was es auf dem Markt gibt, egal ob Leinwände oder Farben - Geld spielt dabei keine Rolle!
Dafür will aber der so-genannte Experte ein absolut Authentisches Kunstwerk, so ein Bild wie im Kunstkatalog das längst nicht mehr auffindbar ist, diese Kunstwerke lassen sich am besten fälschen, noch dazu wenn sie entartete konfiszierte Nazi Kunst ist. Solche Kunst die dann wieder auftaucht hat große Nachfrage bei Sammlern und Museen, und daher der extrem große Wert solcher Bilder. Da solche Kunstwerke oft nur in Werksverzeichnis des Künstlers angegeben sind, und die Originale niemand je zu Gesicht bekam und es auch keine Fotos gibt, kann man auch die Experten bei Expertisen ganz leicht täuschen. Indem man so ein Bild ganz einfach im Stil des Künstlers malt ( fälscht ) - denn gesehen hat das Bild ja noch niemand. Und die es kennen würden, leben heute nicht mehr. Einige Künstler machen mit, weil es finanziell sehr verlockend ist, andere können nicht mehr aufhören - weil sie erpresst werden. In beiden Situationen ist es kriminell, obwohl sie in ihrem Können große Meister sind. Aber unsere Kultur ist zu kostbar um Nieten einer Fälschung der nächsten Kultur - Generation zu hinterlassen. Leider wird man dies nicht zur Gänze verhindern können, denn das große Geld als Verlockung spielt hier eine wesentliche Rolle, und zwar auf beiden Seiten. Im 21. Jahrhundert wird meiner Meinung nach das Fälschen von Kunstwerken nicht mehr so interessant werden, weil es heute ganz andere Möglichkeiten gibt, Kunst auf seine Echtheit zu untersuchen. Es geht dabei nicht um die Technik wie ein Kunstwerk gemacht wird, da Fälscher sehr großes Talent haben jeden Stil zu kopieren, sondern eher aus materieller Sicht fast nicht mehr möglich sein wird - eine perfekte Fälschung zu machen, weil es für Untersuchungen im 21. Jahrhundert ganz andere Voraussetzungen gibt, als vor 50 Jahren eine Fälschung zu überführen. Man wird sich eben für die brutale Art die gewünschte Kunst zu beschaffen - orientieren, und zwar das Original „ haben zu wollen „ in Form von " Artnapping sowie Erpressung " wodurch die Hintermänner auch zu ihrem Geld kommen. Oder es geht erst gar nicht ums Geld, und die Kunstwerke landen dann bei den Sammlern in Depots, die für immer verschwinden werden. Bei Erpressung, wird dann die Auszahlung der Versicherungen in Form von „ Finderlohn „ umgewandelt, denn das kommt ihnen allemal noch billiger, als den vollen Erlös der Versicherungssumme den Museen zu bezahlen. Denn Erpressungsgelder dürfen die Versicherungen ja ohnehin nicht bezahlen. Es gibt auch Beispiele, wie‘s noch besser ( krimineller ) geht gutes Kapital mit Kunst zu machen. Der spektakuläre Kunstraub in einer Julinacht 1994 das Diebe aus der Frankfurter Schirn Kunsthalle - Leihgaben der Londoner Tate Gallery Meisterwerke des englischen Malers William Turner, sowie auch Werke des Künstlers Caspar David Friedrich entwendeten. Das Kunstwerk „ Schatten und Dunkelheit „ von William Turner tauchte zuerst auf. Schon seit dem 19. Juli 2000 befindet sich das Gemälde wieder im Besitz der Tate Gallery. Doch man hielt die gute Nachricht geheim, um die Suche nach den beiden anderen Werken nicht zu gefährden. Aber man hatte die volle Versicherungssumme kassiert, und diese wurde gewinnbringend angelegt. Was die finanziellen Transaktionen angeht, hält sich die Tate Gallery sehr bedeckt. Sicher ist, dass im April 1995 die Versicherungssumme von 24 Millionen Pfund voll ausbezahlt wurde. Gut angelegt wuchs der Betrag im Lauf der Jahre mit Zinsen auf etwa 31 Millionen Pfund. Tate, klug beraten durch das britische Schatzamt, schlug der Versicherung H. den Rückkauf der Besitzrechte an den Turners für acht Millionen Pfund vor. Somit hat sich legal ein astronomischer Betrag erwirtschaftet, der sofort für neue Anschaffungen investiert wurde. Wie einige sagen: „ Dort sei etwas traumhaft Schlitzohriges geplant und umgesetzt worden „. Das ist sicher kein Einzelfall in dieser Branche. Was ich sagen will: „ Der Fisch fängt am Kopf zu stinken an „
Es gibt in Prävention eine Möglichkeit Kunst vor Fälschungen zu schützen, dass möchte ich Ihnen auf der folgenden Homepage präsentieren - aber keinerlei Sicherheit vor Kunstraub bietet. Was dabei den großen Vorteil hat, dass Kunst die geraubt wurde auch irgendwann wieder auftauchen wird, die aber vorher mit diesem Sicherheitssystem zertifiziert und ausgeführt wurde - und dann auf Grund des angewandten Systems bei einer Untersuchungen durch eine Daktyloskopie zu 100% feststellen lässt -  ob dieses Kunstwerk das wieder aufgetaucht ist, ein Original oder eine Fälschung ist. Das ist dann auf diesem Weg, mit wenig Geld und ohne großen Ärger ganz leicht möglich, um die wahre Gewissheit zu erlangen, besitze ich wirklich das Original?!?



Mehr zu diesem Thema unter: www.fingerprint-on-art.com  

merken
Georgios Chatzoudis | 10.11.2011 | 7964 Aufrufe | 1 | Interviews

"Griechenland war noch nie eine res publica"

Interview Prof. Dr. Heinz A. Richter

dipl.-übersetzer peter müller + mariana efthymiadou-müller, realschullehrerin | 03.12.2012 | 21:38 Uhr
In den vierzig Jahren unserer gemeinsamen Kontakte zu Griechenland und den Griechen haben wir erkennen müssen, dass die griechischen Medien und das griechische Schulsystem offensichtlich nicht willens sind, den Griechen und insbesondere der griechischen Jugend verständlich zu machen, wie es zu der aktuellen Krise kam und welche Schritte für eine Genesung des Landes erforderlich sind. Kirche, Schulen und Medien zeichnen ein entstelltes Bild des heutigen Europa und übertreiben fast krankhaft die eigene Bedeutung. Dies wird auch deutlich an der ständigen Verwendung des Superlativ bei der Verwendung von Adjektiven zur Beschreibung des eigenen Landes. Eine differenzierte und differenzierende Betrachtung scheint auch gebildeten Griechen äußerst schwer zu fallen.