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Martin Zaune | 06.11.2014 | 1758 Aufrufe | Artikel

Audio: Physik und Theologie im Dialog

Diskussion über das Verhältnis von Physik und Theologie - Reihe "Streitgespräche über Gott und die Welt" am Exzellenzcluster "Religion und Politik" der Universität Münster

Über das Verhältnis von Physik und Theologie haben der Physiker Prof. Dr. Markus Donath von der Universität Münster (WWU) und der evangelische Theologe Prof. Dr. Samuel Vollenweider von der Uni Zürich in der Reihe „Streitgespräche über Gott und die Welt“ am Exzellenzcluster „Religion und Politik“ der WWU diskutiert.

Prof. Dr. Markus Donath und Prof. Dr. Samuel Vollenweider (v.l.) (Foto: Exzellenzcluster "Religion und Politik"/Sarah Batelka)

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Streitgespräch „Gott – Mensch – Universum“

Naturwissenschaftliche Einsichten und christliche Weltbilder seien nicht unvereinbar, sagte Physiker Prof. Donath in der Diskussion vom 6. Mai 2014. Die Naturwissenschaften könnten Vorgänge in der Natur beschreiben, aber keine Aussage über Gott machen. „Die Physik findet Antworten auf das ‚wie‘ der Welt, aber nicht auf das ‚warum‘“. Mit Blick auf Sinnfragen stoße das Fach an seine Grenzen. Menschen bräuchten auch das Orientierungswissen anderer Fächer, etwa der Theologie, so Prof. Donath. Der evangelische Theologe Prof. Vollenweider sprach von einem „asymmetrischen Verhältnis“ zwischen Theologie und Physik. Während Physiker heute wenig Interesse an der Theologie zeigten, seien Vertreter seines Faches an naturwissenschaftlichen Erklärungen „enorm interessiert“. Beide Disputanten plädierten dafür, dass die verschiedenen „Wissenschaften des Himmels“ in einen produktiven Dialog träten. Allerdings herrschten zwischen Natur- und Kulturwissenschaften „eklatante Unterschiede“ in Methode, Sprache und Wissenschaftskultur. Für den Dialog sei Übersetzungsarbeit nötig, sonst gebe es Missverständnisse. Moderator war der evangelische Theologe Matthias Schleiff von der Universität Münster. Weitere Informationen zu dem Thema finden sich auf der Website des Exzellenzclusters „Religion und Politik“.

In der Reihe „Streitgespräche über Gott und die Welt“ diskutierten im Sommersemester 2014 Theologen und Nicht-Theologen aktuelle Themen wie Hirnforschung, Kosmologie, Friedenspolitik oder das Miteinander der Religionen und ihr Verhältnis zum Atheismus. Veranstalter waren der Exzellenzcluster und die Evangelisch-Theologische Fakultät. Das Format trug den Untertitel „Disputationen zwischen Theologie, Natur- und Gesellschaftswissenschaften“.

Der Hörfunk-Service bietet O-Töne über aktuelle Themen des Exzellenzclusters „Religion und Politik“. Interessierte können sich die Interviewausschnitte im Cluster-Web anhören, Journalisten dienen sie zur Verwendung in Radiobeiträgen.

Copyright: Zentrum für WissenschaftskommunikationExzellenzcluster „Religion und Politik“, Universität Münster

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