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Georgios Chatzoudis | 24.02.2010 | 2380 Aufrufe | 2 | Artikel

„Archaeoworks“ – Bericht über die Messe zu „Archäologischen Berufswelten“ in Berlin

Autorin: Eva Wacha, Universität Heidelberg

Die von Studierenden der Humboldt-Universität zu Berlin, der Hochschule für Technik und Wirtschaft und der Freien Universität Berlin organisierte Messe bot neben einem dreitätigen Vortragsprogramm vom 20. bis 22.11.2009 auch Messestände, die Informationen zu archäologischen Berufswelt boten. Das Vortragsprogramm war in drei Themenbereiche aufgeteilt: Forschungen und Projekte, Förderungsmöglichkeiten/ Hochschulkarriere und Workshops. Dort angebotene Beiträge wurden von unterschiedlichen Wissenschaftlern Universitäten, Museen und Projekten geleistet und sprachen insbesondere Studienanfänger und jüngere Semester an. Die über 30 Messestände vermittelten neben verschiedenen archäologischen Projekten, Weiterbildungsmöglichkeiten und Verlagswesen. Bedauerlicherweise wurden nur wenige Stellen angeboten, von denen viele Studierende ausgegangen waren. Entsprechend war die Stimmung vor allem derer, die kurz vor dem Magister oder Doktor stehen, ernüchternd. Für die zukünftige Planung einer weiteren Messe (nach dortigen Aussagen 2012) wären eine positivere Vermittlung „unseres“ Faches und deren Zukunftsaussichten sowie entsprechende Angebote wünschenswert. Die Organisation der archäologischen Messe ist jedoch grundlegend eine innovative Idee, dessen Rahmen in auf jeden Fall weitergeführt werden sollte.

Weitere Informationen sowie Adressen der teilnehmenden Projekte finden sich unter www.archaeoworks.de

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Kommentar

von M.A. Jens Christian Schneider | 03.03.2010 | 16:39 Uhr
"Und was machst Du damit, wenn Du fertig bist?" - Das kennen wohl (beinahe) alle Archäologen und Historiker... Schade, dass diese Messe anscheinend wenige Angebote bereit hielt und damit ja am Hauptinteresse der Besucher vorbeischoss. Geredet, gezeigt und erklärt wird immer viel... an den Hochschulen tauchen mitunter Menschen auf, die es "geschafft" haben, aus einem historischen Studium eine erfolgreiche Karriere zu basteln, aber konkrete Tipps gibt es da meiner Erfahrung nach auch nicht. "Sie sind nicht spezialisiert, Sie können alles!" - Davon kann man sich nichts kaufen - der Arbeitsmarkt sucht keine Alleskönner, höchstens welche mit zwanzig Jahren Berufserfahrung. Wenn schon eine Messe wie die archaeoworks keine Antworten liefert,wer dann? Und kann sie denn Antworten liefern, da u.a. von der HU und der FU organisiert? - Sind Hochschulen denn besonders interessiert daran, dass Absolventen in Lohn und Brot kommen? Da höre ich wenig von guten Erfahrungen und habe selber auch keine gemacht. "Hier ist Ihr Zeugnis. Tschüss!"

Kommentar

von Tobias Wachter | 10.09.2010 | 16:55 Uhr
Als Organisator würde ich gerne auf einige Vorwürfe eingehen - auch wenn sie nicht unmittelbar an die Messe gerichtet worden sind. Angebote können wir nicht bereithalten - wie auch? Als Student ist man nur schwer in der Lage die Situation zu verändern und ich denke, dass jeder wissen sollte wo die archäologischen Stellanzeigen sind und wie die Stellensituation im Fach (90% Stellen im öffentlichen Dienst) aussieht.

Das Problem liegt m.E. gerade in den Geisteswissenschaften an einer anderen Stelle: Wir wissen nicht was wir können (Stichwort: transferable skills!) und wir wissen viel zu wenig, was das am freien Markt wert ist. Und hier stimme ich mit Herrn Schneider überein: das wird in der Lehre überhaupt nicht thematisiert! Daher ist der Wert individueller Lebensläufe für uns auch so groß, eben weil sie zeigen, dass es nur individuelle Wege gibt.

Ich denke im Rahmen von archaeoworks², das vom 2. bis 5. Juni in Mainz stattfinden wird, werden wir verstärkt auf dieses Feld eingehen.

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