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Kirsten Schröder | 06.11.2012 | 1225 Aufrufe | Veranstaltungen

Akademievorlesung | Gentechnologie im Spannungsfeld..., jeweils um 18 Uhr

08.11.2012 – 11.12.2012 | Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Einstein-Saal, Jägerstrasse 22/23, 10117 Berlin

Welche Spannungsfelder ergeben sich aus der Wissenschafts- und Technologieentwicklung in Bezug auf die Gentechnologie? Dieser Frage geht die Akademievorlesungsreihe der IAG „Gentechnologiebericht“ nach. Die Bandbreite der behandelten Themen reicht von der Synthetischen Biologie über neue Verfahren genetischer Diagnostik bis hin zur Genomforschung und führt zu der Frage nach der Rolle wissenschaftlicher Politikberatung im Kontext der Gentechnologie.


Die erste Veranstaltung der Reihe befasst sich aus naturwissenschaftlicher und philosophischer Perspektive mit der Synthetischen Biologie, einem in der Öffentlichkeit noch relativ unbekanntem neuem Forschungsfeld, welches sich im Querschnittsbereich verschiedener Disziplinen entwickelt. Da die Grenzen zu herkömmlichen gentechnischen und biotechnologischen Verfahren fließend sind, ist derzeit noch umstritten, wie Synthetische Biologie genau zu definieren ist und ob sie wirklich neue ethische und regulatorische Fragen aufwirft. Trotz dieser Unsicherheiten ist die Synthetische Biologie mit hohen Erwartungen verbunden. So soll sie nicht nur für die Grundlagenforschung, sondern auch für die Entwicklung neuer Therapien und Diagnostika wichtig sein. Außerdem könnte sie zur Entwicklung neuer Materialien, Biosensoren und Biokraftstoffe eingesetzt werden. Bernd Müller-Röber wirft in seinem Vortrag wichtige Fragen auf: Welchen Einfluss haben Visionen und Hype, aber auch Definitionsfragen auf die Entwicklung des Gebietes? Wieso ist es wichtig, ob Synthetische Biologie tatsächlich fundamental neu oder „nur“ eine Weiterentwicklung bekannter Technologien ist? Welche Aufgabe kommt dabei aus Sicht eines Naturwissenschaftlers der Philosophie zu?

Kristian Köchy schaut aus philosophischer Sicht auf die Synthetische Biologie. Diese betrachtet er als ein‚ Forschungsprogramm‘, dessen konkrete fachwissenschaftliche Laborarbeit in theoretischer, technischer oder apparativer Hinsicht immer auch vor dem Hintergrund philosophischer Annahmen und „Denkstile“ stattfindet, in denen sich wissenschaftliche Selbstverständnisse und Normen abzeichnen. Dabei wird die Frage aufgeworfen, ob die Synthetische Biologie über den Bereich der klassischen Gentechnik hinausgeht. Außerdem werden zwei für das Selbstverständnis zentrale neue Leitbilder vorgestellt und analysiert: das des Ingenieurs als Bastlers und Planers, welches mit dem Postulat der Planbarkeit biologischer Abläufe einhergeht, sowie die Idee des technischen Herstellens von Leben.
 
Donnerstag, 8. November 2012
Gentechnologie im Spannungsfeld von naturwissenschaftlicher Praxis und philosophischen Ideen am Beispiel Synthetische Biologie



Bernd Müller-Röber
Universität Potsdam, Institut für Biochemie und Biologie
Akademiemitglied / IAG Gentechnologiebericht

Kristian Köchy

Universität Kassel, Institut für Philosophie
IAG Gentechnologiebericht
 
Moderation: Jochen Taupitz
IAG Gentechnologiebericht


Weitere Termine:



Donnerstag, 29. November 2012
..von Gentechnologieentwicklung und Technikfolgen-
bschätzung am Beispiel next generation sequencing
mit Hans-Hilger Ropers (Max-Planck-Institut für Molekulare Genetik, Berlin, IAG Gentechnologiebericht/Akademiemitglied), Armin Grunwald und Arnold Sauter (Büro für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB),
Moderation: Ferdinand Hucho (Akademiemitglied / IAG Gentechnologiebericht)



Donnerstag, 6. Dezember 2012

...von Wissenschaft und Öffentlichkeit am Beispiel
des Humangenomprojektes
mit Hans Peter Peters (Forschungszentrum Jülich, Wissenskommunikation), Ulrich Bahnsen (Wissenschaftsjournalist DIE ZEIT, Hamburg), Moderation: Jürgen Hampel (IAG Gentechnologiebericht)

Donnerstag, 11. Dezember 2012
...von Wissenschaft und Politik am Beispiel

wissenschaftlicher Politikberatung
mit Jens Reich (Max-Delbrück-Zentrum für Molekulare Medizin, Berlin, Akademiemitglied /IAG Gentechnologiebericht), Peter Weingart (Universität Bielefeld, Fakultät für Soziologie, Akademiemitglied), Moderation: Gert G. Wagner (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) / TU Berlin)
Die Veranstaltung am 11.Dezember ist zugleich Teil der Vorlesungsreihe „Wissenschaftliche Politikberatung, Teil 2“ der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Leibniz-Gemeinschaft.

Veranstaltungsort:
Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Einstein-Saal,
Jägerstrasse 22/23, 10117 Berlin

Weitere Informationen:
Lilian Marx-Stölting
030 / 20 370 625
marx-stoelting@bbaw.de

www.bbaw.de

www.gentechnologiebericht.de

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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