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Dr. Birte Ruhardt | 02.01.2014 | 1817 Aufrufe | Interviews

a.r.t.e.s. - Graduiertenschule digital

Interview mit Andreas Speer über die Graduiertenförderung an der Universität Köln

Die a.r.t.e.s. Graduate School ist als integrierte Graduiertenschule zuständig für sämtliche Promotionen an der Philosophischen Fakultät der Universität zu Köln. Im Integrated Track werden NachwuchswissenschaftlerInnen unter besonderer Berücksichtigung interdisziplinärer Fragestellungen in einem strukturierten Promotionsprogramm gefördert. Ergänzt wird dieses durch ein Research Lab mit zwei Forschergruppen für die PostDoc-Phase und einen Research Master. Prof. Dr. Andreas Speer, Direktor der a.r.t.e.s. Graduate School, erklärte uns, wieso eine digitale Präsenz für eine Graduiertenschule so wichtig ist und welche digitalen Medien und Internetportale genutzt werden.

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Prof. Dr. Andreas Speer, © Evi Blink

"Für einen lebendigen, weltoffenen Austausch sorgen"

L.I.S.A.: Was ist das Konzept der a.r.t.e.s. Graduate School und wer soll gefördert werden?


Prof. Speer: Die a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne steht für einen interdisziplinären Ansatz in den humanities. Uns ist wichtig, dass junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Möglichkeit haben, auch über die eigenen Fächergrenzen hinaus in einen Dialog zu treten und so die persönliche Forschungsarbeit durch neue Perspektiven zu bereichern. Hierfür wollen wir mit a.r.t.e.s. ein ebenso kreatives wie produktives Umfeld schaffen. Die Promovierenden unseres Stipendienprogramms und unsere Kollegiatinnen und Kollegiaten treffen bei uns auf eine sehr gute Betreuungssituation und optimale Arbeitsbedingungen wie zum Beispiel eigene Büros. Durch regelmäßig stattfindende Kolloquien, Klassentreffen und Foren wird die persönliche Forschungsarbeit strukturiert und konstruktiv vorangetrieben. So wollen wir sicherstellen, dass die Promotion nach einem Zeitraum von drei Jahren abgeschlossen werden kann.

 

In den vergangenen Jahren konnten wir unser Programm auch über die Promotionsförderung hinaus erheblich erweitern. Wir binden durch den a.r.t.e.s. Research Master und das a.r.t.e.s. Research Lab nun auch Masterstudierende und PostDocs in den Austausch ein.

 
Bei a.r.t.e.s. fördern wir junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die in ihren Forschungsarbeiten Themen wie Sprache, Geschichte, Kultur, Medialität, Anthropologie und Ethik unter Aspekten betrachten, die der Komplexität dieser Themen gerecht werden und die umfassend zum Verständnis von Wissensprozessen beitragen. Dabei öffnen wir uns auch international und sorgen für einen lebendigen, weltoffenen Austausch.

Darüber hinaus ist uns bei allen a.r.t.e.s-Programmen auch die Vereinbarkeit von Familie und wissenschaftlicher Karriere ein besonderes Anliegen. Nachwuchsforscherinnen und –forscher finden deshalb bei uns zahlreiche unterstützende Strukturen vor – von zusätzlichen finanziellen Förderungen hin zu einem Familienzimmer, in dem bei Bedarf auch im Beisein des Kindes gearbeitet und geforscht werden kann.

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a.r.t.e.s. Kolloquium 2013 auf Schloss Wahn, © Evi Blink

"Vergleichbarkeit gegenüber anderen Graduiertenschulen schaffen"

L.I.S.A.: Die a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities of Cologne ist in der Öffentlichkeitsarbeit sehr aktiv und nutzt auch zunehmend digitale Medien als Plattform. Welche digitalen Medien oder Internetportale werden genutzt und wieso ist eine digitale Präsenz für eine Graduiertenschule so wichtig?

Prof. Speer:
Zunächst einmal sind wir natürlich auf den Seiten der Universität zu Köln mit einer eigenen, ausführlichen Website vertreten. Das Publikum, das wir ansprechen wollen, sucht sich seine Informationen nach unseren Erfahrungen vor allem im Internet. Deshalb legen wir bei unserer Website Wert darauf, a.r.t.e.s. nicht nur kurz und knapp darzustellen, sondern auf einer zweiten und dritten Ebene auch sehr detaillierte Informationen zu unseren Leitlinien, Förderprogrammen und Veranstaltungen zu liefern. Auch die einzelnen Forschungsprojekte der Artistinnen und Artisten werden hier vorgestellt.

Ferner nutzen wir die Möglichkeiten des Social-Media-Portals Facebook, wo wir die Artistinnen und Artisten zu aktuellen a.r.t.e.s.-Themen auf dem Laufenden halten. Auf YouTube und iTunesU stellen wir außerdem regelmäßig Videos von verschiedenen Veranstaltungen ein. Damit sorgen wir für Transparenz, machen auf a.r.t.e.s. neugierig und schaffen Vergleichbarkeit gegenüber anderen Graduiertenschulen.

"Facebook zur Vernetzung untereinander und für den Kontakt zu Ehemaligen"

L.I.S.A.: Profitieren auch die StipendiatInnen und KollegiatInnen von der Präsenz der Graduiertenschule in den digitalen Medien?

Prof. Speer: Die „Artistinnen“ und „Artisten“ haben durch unsere Präsenz in den digitalen Medien die Möglichkeit, sich z.B. auf Forschungsreisen gegenseitig auszutauschen und über Aktuelles zu informieren. Außerdem erleichtert unsere Facebook-Seite sowohl die Vernetzung untereinander als auch den Kontakt zu Ehemaligen. Gerade für die an a.r.t.e.s. anschließende wissenschaftliche Weiterentwicklung und berufliche Karriere kann dies von erheblichem Vorteil sein. 

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Artistinnen und Artisten im wissenschaftlichen Diskurs, © Evi Blink

"Die a.r.t.e.s-Idee wird insgesamt bekannter"

L.I.S.A.: Wieso hat sich a.r.t.e.s. dazu entschlossen, auch bei Facebook aktiv zu werden und welche Informationen werden dort geteilt?


Prof. Speer: Viele junge Leute nutzen Facebook heute nicht nur, um mit Freunden in Verbindung zu bleiben oder neue Kontakte zu knüpfen, sondern auch als Informationsmedium. Deshalb haben wir uns entschieden, wichtige Aktivitäten der a.r.t.e.s. Graduate School, Veranstaltungshinweise sowie Stellen- und Stipendienausschreibungen dort zu „teilen“. Durch unsere Video- und Bildergalerien auf Facebook erhalten Interessierte hier bereits einen sehr „nahen“ Einblick.

Indem darüber hinaus viele a.r.t.e.s.-Doktorandinnen und -Doktoranden auch privat bei Facebook aktiv sind und unsere Facebook-Seite „liken“, werden auch deren Kontakte auf uns aufmerksam – die a.r.t.e.s-Idee wird also insgesamt bekannter. Hinzu kommt, dass a.r.t.e.s. über Facebook auch mit zahlreichen anderen wissenschaftlich agierenden Instituten und Organisationen sowie deren Mitgliedern vernetzt ist. So informieren wir uns gegenseitig über aktuelle Entwicklungen und bilden eine Art „Wissenschaftsfreundeskreis“ im World Wide Web.

"Weit über das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland hinaus sichtbar"

L.I.S.A.: Nicht nur auf Youtube und Facebook werden Videos zur Graduiertenschule veröffentlicht, sondern auch bei iTunes. iTunes ist an amerikanischen Hochschulen schon zu einem wichtigen Bestandteil geworden. Was erhofft sich die Graduiertenschule von der Präsenz auf iTunes?


Prof. Speer: a.r.t.e.s. nutzt die Möglichkeiten von iTunes U, einer Plattform, die im Bereich der Hochschulen international eine wichtige Rolle spielt. Mit a.r.t.e.s. sind wir auf der iTunes U-Seite der Universität zu Köln verankert. Hier hat a.r.t.e.s. die Möglichkeit, weit über das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland hinaus sichtbar zu werden. Eine Graduiertenschule wie a.r.t.e.s., die weltweite Vernetzung groß schreibt und aktiv zu einer Internationalisierung der Graduiertenausbildung beiträgt, möchte natürlich auch von einem internationalen Wissenschaftspublikum wahrgenommen werden können. Unsere Präsenz bei iTunes U kann hierfür einen wichtigen Beitrag leisten. Potentielle Bewerberinnen und Bewerber aus dem Ausland, die von einer a.r.t.e.s.-Ausschreibung erfahren, werden dankbar sein, auf einem vertrauten Portal wie iTunes U mehr Informationen über die a.r.t.e.s. Graduate School zu erhalten.

Prof. Dr. Andreas Speer hat die Fragen der L.I.S.A.Redaktion schriftlich beantwortet.

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